Mittelherwigsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mittelherwigsdorf
Mittelherwigsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mittelherwigsdorf hervorgehoben
50.91666666666714.763888888889304Koordinaten: 50° 55′ N, 14° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Höhe: 304 m ü. NHN
Fläche: 36,48 km²
Einwohner: 3711 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02763
Vorwahl: 03583
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 310
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Gemeindeamt 7
02763 Mittelherwigsdorf
Webpräsenz: mittelherwigsdorf.de
Bürgermeister: Markus Hallmann (Freier Wählerverein)
Lage der Gemeinde Mittelherwigsdorf im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Wahlbeteiligung: 58,9 %
 %
40
30
20
10
0
37,8 %
34,6 %
27,6 %

Mittelherwigsdorf ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz.

Geographie[Bearbeiten]

Karte von Oberreit mit Mittelherwigsdorf um 1845

Das 7,5 Kilometer lange Waldhufendorf liegt etwa 3 Kilometer nordwestlich von Zittau an der Mandau im Bereich der Zittauer und Oderwitzer Becken. Bogenförmig setzt es sich zusammen aus Oberherwigsdorf (Oberdorf), Mittelherwigsdorf (Mitteldorf) und der Scheibe. Die Ortsteile Oberseifersdorf und Eckartsberg liegen (nord-) östlich davon, und der Ortsteil Radgendorf wiederum liegt östlich von Eckartsberg.

Umgebende Gemeinden sind Herrnhut (Ortsteil Großhennersdorf) im Norden, Zittau vom Nordosten bis Süden, Bertsdorf-Hörnitz und Hainewalde im Südwesten, und Oderwitz im Westen.

Die Bundesstraße 96 schneidet auf ihrem Weg von Oderwitz nach Zittau das Mitteldorf und nimmt südlich davon die von Spitzkunnersdorf kommende Staatsstraße 139 auf, die das Siedlungsgebiet von Mittelherwigsdorf tangiert. Nach ihrer Fertigstellung wird die von der Bundesautobahn 4 kommende und über Löbau führende Bundesstraße 178 das Oberdorf schneiden und zwischen Oberseifersdorf und Eckartsberg in die bereits bestehende Nordostumgehung der Zittauer Innenstadt einmünden, die die Bundesstraße 99 kreuzt und bis zum Grenzübergang Zittau–Sieniawka führt.

Geschichte[Bearbeiten]

Zum ersten Mal 1312 geschichtlich erwähnt, bestand der Ort ursprünglich aus drei Teilen, Oberherwigsdorf (1410 Bettelsdorf genannt und 1974 eingemeindet), der sogenannten Scheibe, einem bereits 1359 erwähnten Rittersitz und dem eigentlichen Kirchort Herwigsdorf mit jeweils eigenständigen Ortsrichtern. Infolge der Reformation waren die Cölestinermönche auf dem Oybin gezwungen, den Ort, den sie im 15. Jahrhundert in ihren Besitz bringen konnten, nach und nach an die Stadt Zittau zu verkaufen. Bis dahin überwiegend landwirtschaftlich geprägt, entwickelte sich mehr und mehr das Weberhandwerk, wodurch das heut bekannte Ortsbild mit vielen dicht gebauten Umgebindehäusern entstand.

Zu DDR-Zeiten errichtete der VEB Erdölverarbeitungswerk Schwedt ein Kinder-Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

1994 haben sich die seinerzeit eigenständigen Gemeinden Mittelherwigsdorf, Oberseifersdorf sowie Eckartsberg (mit Radgendorf) zur heutigen Gemeinde Mittelherwigsdorf zusammengeschlossen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist das Gemeindeamt in Mittelherwigsdorf.

Ortsteile der Gemeinde Mittelherwigsdorf sind:

Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die Anzahl der Hauptwohnsitze am 31. Dezember 2010.[4]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält einen ca. 3 km langen Barfußpfad (Eingang von der Schenkstraße zum Schanzenberg).

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Mittelherwigsdorf hat zwei Gemeindepartnerschaften in Baden-Württemberg, die 1991 von den Vorgängermeinden geschlossen wurden. Die damalige Gemeinde Eckartsberg ging eine Partnerschaft mit der Gemeinde Dischingen ein, und Mittelherwigsdorf ging eine Partnerschaft mit Neunkirchen in Baden ein.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kulturfabrik Meda am Bahnhof Mittelherwigsdorf unterhält ein Filmtheater und veranstaltet regelmäßig Workshops. Sie betreibt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Hochschulinstitut Zittau eine Forschungs-Pflanzenkläranlage.
  • Traumpalast: Musik und sonstige Veranstaltungen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Mittelherwigsdorf liegt an der Bahnstrecke Zittau–Löbau sowie der Bahnstrecke Mittelherwigsdorf–Varnsdorf–Eibau.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14626310
  3. Facebook-Eintrag
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGemeinde Mittelherwigsdorf – Zahlen & Fakten. Abgerufen am 13. Januar 2011.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGemeinde Mittelherwigsdorf – Partnergemeinden. Abgerufen am 13. Januar 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Die südöstliche Oberlausitz mit Zittau und dem Zittauer Gebirge (= Werte der deutschen Heimat. Band 16). 2. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1971.
  • Friedrich Eckhart: Weyland Friedrich Eckarths, Chronica Oder Historische Beschreibung Des Dorffes Herwingsdorff. Herwingsdorff 1737 (Digitalisat)
  • Cornelius Gurlitt: Herwigsdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 29. Heft: Amtshauptmannschaft Zittau (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1906, S. 46.
  • Carl Gottlob Morawek: Geschichte von Eckartsberg bei Zittau. Zittau 1873 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mittelherwigsdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien