Mittelmeer-Muräne

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Mittelmeer-Muräne
Mittelmeer-Muräne (Muraena helena)

Mittelmeer-Muräne (Muraena helena)

Systematik
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Kohorte: Elopomorpha
Ordnung: Aalartige (Anguilliformes)
Familie: Muränen (Muraenidae)
Gattung: Muraena
Art: Mittelmeer-Muräne
Wissenschaftlicher Name
Muraena helena
Linnaeus, 1758

Die Mittelmeer-Muräne (Muraena helena) ist eine Art der Muränen (Muraenidae), die in weiten Teilen des Nordostatlantik von den Britischen Inseln bis zur Küste des Senegal sowie im Mittelmeer verbreitet ist.

Aussehen[Bearbeiten]

Die Mittelmeer-Muräne besitzt einen langgezogenen und seitlich stark abgeflachten, aalartigen Körper und kann eine Gesamtlänge von 1,5 Metern erreichen. Die Grundfärbung ist dunkelgrau bis dunkelbraun mit einer hellen Marmorierung, die besonders am Vorderkörper sehr feinkörnig ist. Die Haut ist derb und schuppenlos. Hinter dem Kopf beginnt die als Flossensaum ausgebildete Rückenflosse, die am Körperende ohne Unterbrechung in die das Hinterende umlaufende Schwanzflosse und dann an der Körperunterseite in die bis über die Körpermitte verlaufende Afterflosse übergeht. Die kleinen Brustflossen sitzen an den Körperseiten hinter den Kiemen.

Auffällig ist das große Maul, das bis hinter die Kiemen reicht. Die langen und spitzen Zähne sind nach hinten gebogen, um ergriffene Beute besser festhalten zu können, außerdem hat die Mittelmeer-Muräne wie andere Muränen einen Mechanismus entwickelt, bei dem die Schlundzähne beim Zubeißen nach vorn greifen und die Beute so beim Verschließen des Mauls in den Rachen ziehen.[1] Die kleinen Kiemenöffnungen sind nicht durch Kiemendeckel geschützt.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Mittelmeer-Muräne ist in weiten Teilen der Küste des Nordostatlantik von den Britischen Inseln bis zur Küste des Senegal sowie im Mittelmeer verbreitet. Sie lebt zudem an den Küsten der Kanarischen Inseln und der Azoren. In der Nord- und der Ostsee fehlt sie dagegen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Mittelmeer-Muräne in einem Riffspalt

Die Mittelmeer-Muräne ernährt sich vor allem von großen Krebsen, Fischen und Kopffüßern, die sie als Lauerjäger oder durch aktive Suche erbeutet. Die meiste Zeit des Tages verbringt sie in Felsspalten und Höhlen der Felsküsten, ihre Hauptaktivität liegt in den Dämmerungs- und Nachtstunden. Die Tiere bilden Reviere aus und sind sehr häufig standorttreu.

Die Eier werden im Flachwasser ins freie Wasser abgegeben. Dabei laichen die Rogner bis zu 60.000 Eier ab, die ebenso wie die später aus ihnen schlüpfenden blattähnlichen Larven in der Strömung treiben.

Mensch und Muräne[Bearbeiten]

Muränen werden häufig als aggressiv und angriffslustig eingestuft, außerdem sollen sie ein Gift produzieren, welches dem Menschen schadet. In die Enge getriebene Muränen verteidigen sich durch Bisse, die aufgrund ihrer kräftigen Kiefer und der spitzen Zähne tatsächlich Wunden verursachen können. Ein Gift besitzen sie allerdings nicht. Lediglich der Hautschleim oder in die Mundflora gelangte Giftstoffe aus der Nahrung (insbesondere bei Aas) können in die Wunde gelangen und dort als Fremdprotein allergische Reaktionen oder Sekundärinfektionen auslösen. Im alten Rom war die Mittelmeer-Muräne ein in großen Stückzahlen gehaltener und besonders geschätzter Speisefisch. Mit ihrer Kultivierung verbinden die antiken Autoren eine ganze Reihe von Anekdoten, in denen oft die Extravaganz mancher Halter thematisiert wird. Auch die große Menge kurzfristig lieferbarer Tiere ist ein wiederkehrender Aspekt.[2] Cassius Dio berichtet, dass ein reicher Römer, Publius Vedius Pollio, zu Gaumenfreuden Muränen in einer piscina hielt und sie gegebenenfalls auch mit dem Fleisch zu bestrafender Sklaven fütterte.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rita S. Mehtal, Peter C. Wainwright: Raptorial jaws in the throat help moray eels swallow large prey. In: Nature. 449, 2007, Seiten 79–82 (doi:10.1038/nature06062).
  2. Fischhaltung im antiken Rom und ihr Ansehenswandel im Licht der politischen Situation, von Elena Nikulina and Ulrich Schmölcke (PDF; 1,0 MB) Schriften des naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein 70(2008):36-55. Abgerufen am 13. Januar 2011.