Mitterfels

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Mitterfels
Mitterfels
Deutschlandkarte, Position des Marktes Mitterfels hervorgehoben
48.97601212.680207407Koordinaten: 48° 59′ N, 12° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mitterfels
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 14,23 km²
Einwohner: 2467 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 173 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94360
Vorwahl: 09961
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 151
Marktgliederung: 36 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Mitterfels
Burgstr. 1
94360 Mitterfels
Webpräsenz: www.mitterfels.de
Bürgermeister: Heinrich Stenzel (Freie Wählergemeinschaft)
Lage des Marktes Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Mitterfels ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels. Mitterfels ist staatlich anerkannter Luftkurort.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Mitterfels liegt in der Region Donau-Wald auf einem Felsplateau über der Menach. Die exponierte Lage brachte dem Ort schon früh die Bezeichnung „Bayerisches Jerusalem“ ein.

Der höchste Punkt der Gemeinde liegt auf 496 m ü. NN im Ortsteil Kögl, der tiefste auf 322 m ü. NN im Ortsteil Aichmühl.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Mitterfels hat 36 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Es gibt nur die Gemarkung Mitterfels.

Einige frühere Ortsteile: Heubichl,[3] Hochfeld,[4] Leimgruben,[3] Reinbach,[4] Reitschul,[3] Unterholzen,[4] Weiherfeld,[4] Ziegelhütte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

1104 gründeten die Grafen von Bogen das nahe Kloster Oberalteich. Die Burg Mitterfels wird erstmals 1194 genannt. Diese fiel mit dem Aussterben der Grafen von Bogen im Jahr 1242 an die Wittelsbacher. Mitterfels war von 1280 bis 1799 Sitz eines Pflegamts und von 1799 bis 1879 eines Landgerichts des Kurfürstentums und Königreiches Bayern. Im Dreißigjährigen Krieg fiel die Festung Mitterfels 1633/34 an die Schweden. Im 18. Jahrhundert konnten Angriffe der Panduren erfolgreich abgewehrt werden. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Sie wurde aus den Orten des Steuerdistrikts Mitterfels, sowie einzelnen Orten aus den Steuerdistrikten Gaishausen (Vorder- und Hinterbuchberg), Haselbach (Einfürst) und Ascha (Auhof, Englberg, Hörmannsberg) gebildet. Das Landgericht wurde 1861 aufgelöst, ein Amtsgericht bestand im Schloss Mitterfels bis zum Jahr 1973.

Trotz seiner zentralörtlichen Funktion als Verwaltungsmittelpunkt besaß Mitterfels kein Markt- oder Stadtrecht. Erst 1968 wurde es zum Markt erhoben.

Die Burganlage, die heute im Eigentum der Gemeinde und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels ist, gehört zu den landschaftsprägenden Baudenkmalen der Region. Die historische Hien-Sölde, ein 1436 errichtetes Kleinbauernhaus in Blockbauweise, besitzt überregionale Bedeutung.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1876 wurde Scheibelsgrub eingemeindet.[5]

Am 1. Mai 1978 wurden die Ortsteile Hagnberg, Kögl und Wiespoint der aufgelösten Gemeinde Gaishausen nach Mitterfels eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Einwohner 949 1017 1047 1098 1136 1630 1583 1659 2047 2504 2478 2483 2468 2445 2433 2441


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Heinrich Stenzel (Freie Wählergemeinschaft). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Werner Lang (CSU/Unabhängige Bürger).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Mitterfels ging aus der Burganlage der Grafen von Bogen hervor. Die Reste der mittelalterlichen Burganlage sind von der Ortschaft durch einen 20 Meter tiefen Burggraben getrennt, der von einer 1791 errichteten Steinbrücke überspannt wird. Der Hauptturm stürzte 1812 ein. Erhalten blieben Reste der Ringmauern, der Gefängnistrakt des 18. Jahrhunderts und das Pflegerhaus. Das 1780 anstelle eines älteren Gebäudes erbaute Schloss, ehemals Pfleg-, Land- und Amtsgericht, dient seit 1973 als Rathaus und ist seit 1977 Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels.
  • Das ehemalige Gefängnis wurde im 18. Jahrhundert in den Turmzwinger eingefügt. Es war bis 1879 Gefängnis des Landgerichts und bis 1949 des Amtsgerichts Mitterfels. Hier befindet sich seit 1982 das Heimatmuseum mit original Gefängniszellen.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Mitterfels

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 35, im produzierenden Gewerbe 126 und im Bereich Handel und Verkehr 111 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 194 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 699. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 8 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 46 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 728 ha, davon waren 355 ha Ackerfläche und 371 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Staatsstraße 2140 und die Staatsstraße 2147 kreuzen in Mitterfels. Die Entfernung zur Autobahn A 3 beträgt 6 km. Die Bundesstraße 20 kann in 5 km erreicht werden. Durch die Bahnstrecke Straubing–Miltach war der Ort in der Zeit von 1896 bis 1984 an das Bahnnetz angebunden.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindertagesstätte: 75 Kindergartenplätze und 17 Krippenplätze (Stand: 2014)[7]
  • Grundschule Mitterfels-Haselbach: 155 Schüler und 8 Lehrer (Stand: 2012/2013) [8]
  • Mittelschule Mitterfels-Haselbach: 219 Schüler und 19 Lehrer (Stand: 2012/2013) [8]
  • Staatliche Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung: 55 Schüler und 9 Lehrer (Stand: 2012/2013)[8]
  • Staatliche Berufsfachschule für Kinderpflege: 87 Schüler und 8 Lehrer (Stand: 2012/2013) [8]
  • Kreismusikschule des Landkreises Straubing-Bogen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mitterfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ortsdatenbank. Mitterfels, M. In: Bayerische Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 26. Dezember 2013 (HTML, deutsch).
  3. a b c Joseph Lipf: Matrikel des Bisthums Regensburg. In: Google books. 1838, S. 233, abgerufen am 29. April 2014 (deutsch): „(in Tabellenform)
    Reitschul, z. H. (Bedeutung: zerstreute Häuser); Häuser: 4; Seelen: 29; Entfernung von der Pfk. St.: ⅛
    Heubichl, E.; Häuser: 1; Seelen: 2; Entfernung von der Pfk. St.: ½“
  4. a b c d Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. In: Bayerische Staatsbibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ). K. Bayer. Statistisches Bureau, 1877, abgerufen am 29. April 2014 (2. Abschnitt, Spalte 402).
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 437.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 633.
  7. Kindertagesstätte der Pfarrei Mitterfels. Pfarreiengemeinschaft Mitterfels-Haselbach, abgerufen am 19. April 2014.
  8. a b c d Alle Schulen in Bayern suchen und finden. Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 19. April 2014.