Mitterteich
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | |
| Landkreis: | Tirschenreuth | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Mitterteich | |
| Höhe: | 519 m ü. NN | |
| Fläche: | 39,35 km² | |
| Einwohner: |
6751 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 172 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 95666 | |
| Vorwahl: | 09633 | |
| Kfz-Kennzeichen: | TIR | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 77 141 | |
| Stadtgliederung: | 11 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Kirchplatz 12 95666 Mitterteich |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Roland Grillmeier (CSU) | |
| Lage der Stadt Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth | ||
Mitterteich (bairisch: Miederdeich) ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich, zu der auch die beiden benachbarten Gemeinden Leonberg und Pechbrunn gehören.
Mitterteich ist eine Glas- und Porzellanstadt im Oberpfälzer Stiftland.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Mitterteich hat elf amtlich benannte Ortsteile[2]:
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Geschichte [Bearbeiten]
Mitterteich wurde erstmals 1185 mit dem Namen Dich in einer päpstlichen Schutzbulle erwähnt. Das Dorf gelangte 1277 in den Besitz des Klosters Waldsassen. 1501 erhielt Mitterteuch als Neugründung des Klosters an der Straße von Nürnberg nach Eger (Cheb) Marktrechte. Diese wurden am 12. August 1516 um die Rechte, Bier auszuschenken und Wochenmärkte abzuhalten, erweitert. Gleichzeitig verlieh Abt Andreas Metzel das (mit Unterbrechung) bis heute verwendete Wappen. Zudem bekamen die Mitterteicher das Recht, die niedere Gerichtsbarkeit auszuüben. Im Jahre 1565 wurde in Mitterteich eine lutherische Pfarrei eingerichtet. Durch neue Marktfreiheiten ab 1568 wuchs die wirtschaftliche Bedeutung des Marktes weiter. Es durften Viehmärkte abgehalten und Salzhandel betrieben werden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Marktgemeinde fast völlig zerstört. Eine katholische Pfarrei wurde 1665 gegründet. Durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinien Mitterteich-Eger und Schwandorf-Mitterteich in den Jahren 1864 und 1865 brach auch in Mitterteich das Industriezeitalter an. 1882 siedelte sich eine Glashütte an, die mit der Produktion von Spiegel- und Tafelglas begann. 1886 gründete Ludwig Lindner die erste Porzellanfabrik (später Porzellanfabrik Mitterteich AG), der 1899 die Porzellanfabrik Julius Rother folgte. Seit 1932 ist Mitterteich eine Stadt. Im Jahr 1951 wurde eine Knabenschule gebaut, 1955 erfolgte im benachbarten Kloster Fockenfeld die Gründung eines privaten Gymnasium für Jungen, 1964 folgte der Neubau der Grundschule und 1973 der einer Hauptschule. 1977 wurde das Zwischenlager Mitterteich errichtet, in welchem kontaminierte Stahlteile aus dem Kernkraftwerk Gundremmingen bei Günzburg an der Donau zwischengelagert werden. 1988 wurde mit einer umfassenden Stadtsanierung zur Verschönerung des Stadtbildes begonnen.
Religionen [Bearbeiten]
In Mitterteich gibt es eine katholische und eine evangelisch-lutherische Pfarrei. Die katholische Pfarrkirche St. Jakob wurde 1890 errichtet, die evangelische Kirche im Jahre 1897, beide im neoromanischen Stil. Weiterhin besteht ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas. Die Mehrheit der Mitterteicher gehört der römisch-katholischen Konfession an.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Großensterz mit den Ortsteilen Kleinsterz und Hammermühle eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil der aufgelösten Gemeinde Pleußen mit den Ortsteilen Steinmühle und Gulg hinzu.[3] Gebietsteile der Gemeinde Pechbrunn (Großbüchlberg, Kleinbüchlberg, Oberteich und Pechofen) folgten am 1. Mai 1978.[4]
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Nach der Kommunalwahl am 2. März 2008 sind im Stadtrat drei Fraktionen vertreten:
| CSU | SPD | Freie Wähler | Gesamt |
| 11 Sitze | 6 Sitze | 3 Sitze | 20 Sitze |
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: Über blauem Wellenbalken in Schwarz ein silberner Pfahl, darin ein linksgewendeter schwarzer Abtstab; unten in Silber nebeneinander drei grüne Blumen.
Das Wappen ist seit 1615 bekannt und wurde 1967 erneuert.
Partnergemeinde [Bearbeiten]
Cheddleton / Wetley Rocks, Vereinigtes Königreich
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Ständige Ausstellung des einheimischen Künstlers Herbert Molwitz in der Stadtbücherei. Zu sehen sind Kupferstiche, Radierungen und Aquarelle.
- Porzellanmuseum in der ehemaligen Porzellanfabrik Mitterteich.
Bauwerke [Bearbeiten]
- Historisches Rathaus (erbaut 1731)
- Kellnerhaus (Glas-, Porzellan- und Weberstuben)
- Mariensäule auf dem Marktplatz
- Katholische Stadtpfarrkirche St. Jakob (1890)
- Evangelische Christuskirche (1897)
- Sagenbrunnen Der Schmied von Mitterteich
- Heimatbrunnen am Johannisplatz
- Friedhofskapelle von 1780 mit vier Totentanzdarstellungen
- Kriegerdenkmal von 1933 an der Waldsassener Straße
Sport und Freizeit [Bearbeiten]
- Eissporthalle (eröffnet 1993)
- Beheiztes Freibad
- Hallenbad
- Tennisplätze
- Tennishalle
- Drei Skilifte (im Ortsteil Großbüchlberg)
- Sommerrodelbahn (im Ortsteil Großbüchlberg)
Kulinarische Spezialitäten [Bearbeiten]
- Zoiglausschank in vier Zoiglwirtschaften
Traditionen [Bearbeiten]
In Mitterteich ist der Brauch des Oierhiartns besonders lebendig geblieben.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Mitterteich liegt an der A 93, der B 15 und der B 299. Die Bahnstrecke Wiesau–Cheb ist stillgelegt. Die nächsten Bahnstationen sind Wiesau (Bahnstrecke Regensburg–Oberkotzau) und Marktredwitz (Bahnstrecke Nürnberg–Cheb).
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- SCHOTT AG Standort Mitterteich (ehemals: Schott-Rohrglas GmbH)
- BKK A.T.U (ehemals: BKK Schott-Rohrglas)
- Zwischenlager Mitterteich, eine Sammelstelle und ein Zwischenlager für radioaktive Abfälle aus Medizin, Industrie und kerntechnischen Anlagen.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
- Werkstätte für Menschen mit Behinderung „Stiftlandwerkstätten St. Elisabeth“
- Bücherei
- Kinderhort der Caritas
- Mehrzweckhalle
- Städtischer Kindergarten
- Katholischer Kindergarten
- Lernstube
- Mehrgenerationenhaus
- Kommunbrauhaus (vgl. hierzu auch: Zoigl)
- Freiwillige Feuerwehren Mitterteich, Pleußen, Großensterz und Pechofen
Bildung [Bearbeiten]
- Otto-Wels-Mittelschule
- Theobald-Schrems-Grundschule
- Förderzentrum der Lebenshilfe Tirschenreuth
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- Andreas Schiffmann (1836 –1918), Geistlicher Rat (1896)[5]
- Karl Stingl (1864–1936), Reichspostminister
- Josef Neidl (1896–1976), Geistlicher Rat (1956)
- Johannes Kreiner (1996)
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Michael Lindner (1880–1941), Heimat- und Landschaftsmaler
- Thomas Dennerlein (1847–1903), Bildhauer
- Theobald Schrems (1893–1963), Domkapellmeister und Chorleiter der Regensburger Domspatzen
- Jeff Beer (* 1952), Künstler
Mit Mitterteich verbundene Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Jakob Bauer (1906–1992), Mediziner, erlernte in Mitterteich das Glasmacherhandwerk
- Max von der Grün (1926–2005), Schriftsteller
- Herbert Molwitz (1901–1970), Künstler
- Karl Erb, ein deutscher Wehrmachtssoldat, der sich im Zweiten Weltkrieg 1945 wegen des aus dem Kriegsverlauf ersichtlichen nahenden Kriegsendes gegen die sinnlose Verteidigung seiner Heimat wandte. Karl Erb wurde daraufhin kurz vor dem Einmarsch der US-amerikanischen Truppen auf dem Marktplatz in Mitterteich hingerichtet. Die Stadt Mitterteich benannte zum Andenken an Karl Erb eine Straße nach ihm. Seine Eltern stifteten eine Gedenktafel, die neben dem Straßenschild angebracht ist.[6])
- Christian Neuper (1876–1950), Steinbildhauer aus Weißenstadt, er schuf das Mitterteicher Kriegerdenkmal
Literatur [Bearbeiten]
- 1501–2001. 500 Jahre Marktrechte in Mitterteich, hrsg. v. Arbeitskreis Heimatpflege, Mitterteich 2001
- Mitterteich. Heimat in Bildern, hrsg. v. Arbeitskreis Heimatpflege, Pressath 2005
- Harald Fähnrich: Heimat Mitterteich. Ein volkskundliches Lesebuch, Beidl 1986
- Manfred Knedlik: Geschichte der katholischen Pfarrei Mitterteich, Pressath 1990
- Manfred Knedlik: Recht und Verwaltung. Mitterteicher Verordnungen aus vier Jahrhunderten, Mitterteich 1992
- Manfred Knedlik: Mitterteich – Rückblicke und Perspektiven, Pressath 2007
- Manfred Knedlik: Mitterteich im Industriezeitalter, Pressath 2011
- Heinrich Pauli u.a.: Mitterteich im Wandel der Zeiten, Hof 1986
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/140939&attr=OBJ&val=1090
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 580.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663.
- ↑ Berühmte Mitterteicher auf der Homepage der Stadt
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 165f.
Weblinks [Bearbeiten]
- Luftbilder der Stadt
- Mitterteich: Wappengeschichte vom HdBG
- Mitterteich: Amtliche Statistik des LStDV
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