Mitterteich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mitterteich
Mitterteich
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mitterteich hervorgehoben
49.95111111111112.243333333333519Koordinaten: 49° 57′ N, 12° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mitterteich
Höhe: 519 m ü. NHN
Fläche: 39,35 km²
Einwohner: 6715 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95666
Vorwahl: 09633
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 141
Stadtgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 12
95666 Mitterteich
Webpräsenz: www.mitterteich.de
Bürgermeister: Roland Grillmeier (CSU)
Lage der Stadt Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth
Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Bayreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Lenauer Forst Erbendorf Pullenreuth Kastl (bei Kemnath) Waldershof Kemnath Wiesau Waldsassen Tirschenreuth Reuth bei Erbendorf Plößberg Pechbrunn Neusorg Neualbenreuth Mitterteich Mähring Leonberg (Oberpfalz) Kulmain Krummennaab Konnersreuth Fuchsmühl Friedenfels Falkenberg (Oberpfalz) Ebnath Brand (Oberpfalz) Bärnau Immenreuth TschechienKarte
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Mitterteich (bairisch: Miederdeich) ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich, zu der auch die beiden benachbarten Gemeinden Leonberg und Pechbrunn gehören.

Mitterteich ist eine Glas- und Porzellanstadt im Oberpfälzer Stiftland.

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Mitterteich hat elf amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Mitterteich wurde erstmals 1185 mit dem Namen „Dich“ in einer päpstlichen Schutzbulle erwähnt. Das Dorf gelangte 1277 in den Besitz des Klosters Waldsassen. 1501 erhielt „Mitterteuch“ als Neugründung des Klosters an der Straße von Nürnberg nach Eger (Cheb) Marktrechte. Diese wurden am 12. August 1516 um die Rechte, Bier auszuschenken und Wochenmärkte abzuhalten, erweitert. Gleichzeitig verlieh Abt Andreas Metzel das (mit Unterbrechung) bis heute verwendete Wappen. Zudem bekamen die Mitterteicher das Recht, die niedere Gerichtsbarkeit auszuüben. Im Jahre 1565 wurde in Mitterteich eine lutherische Pfarrei eingerichtet. Durch neue Marktfreiheiten ab 1568 wuchs die wirtschaftliche Bedeutung des Marktes weiter. Es durften Viehmärkte abgehalten und Salzhandel betrieben werden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Marktgemeinde fast völlig zerstört. Eine katholische Pfarrei wurde 1665 gegründet. Durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinien Mitterteich-Eger und Schwandorf-Mitterteich in den Jahren 1864 und 1865 brach auch in Mitterteich das Industriezeitalter an. 1882 siedelte sich eine Glashütte an, die mit der Produktion von Spiegel- und Tafelglas begann. 1886 gründete Ludwig Lindner die erste Porzellanfabrik (später Porzellanfabrik Mitterteich AG), der 1899 die Porzellanfabrik Julius Rother folgte. Seit 1932 ist Mitterteich eine Stadt. Im Jahr 1951 wurde eine Knabenschule gebaut, 1955 erfolgte im benachbarten Kloster Fockenfeld die Gründung eines privaten Gymnasium für Jungen, 1964 folgte der Neubau der Grundschule und 1973 der einer Hauptschule. 1977 wurde das Zwischenlager Mitterteich errichtet, in dem unter anderem kontaminierte Stahlteile aus dem Kernkraftwerk Gundremmingen bei Günzburg an der Donau zwischengelagert werden. 1988 wurde mit einer umfassenden Stadtsanierung zur Verschönerung des Stadtbildes begonnen.

Religionen[Bearbeiten]

In Mitterteich gibt es eine katholische und eine evangelisch-lutherische Pfarrei. Die katholische Pfarrkirche St. Jakob wurde 1890 errichtet, die evangelische Kirche im Jahre 1897, beide im neoromanischen Stil. Weiterhin besteht ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas. Die Mehrheit der Mitterteicher gehört der römisch-katholischen Konfession an.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Großensterz mit den Ortsteilen Kleinsterz und Hammermühle eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil der aufgelösten Gemeinde Pleußen mit den Ortsteilen Steinmühle und Gulg hinzu.[3] Gebietsteile der Gemeinde Pechbrunn (Großbüchlberg, Kleinbüchlberg, Oberteich und Pechofen) folgten am 1. Mai 1978.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 2. März 2008 sind im Stadtrat drei Fraktionen vertreten:

CSU SPD Freie Wähler Gesamt
11 Sitze 6 Sitze 3 Sitze 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über blauem Wellenbalken in Schwarz ein silberner Pfahl, darin ein linksgewendeter schwarzer Abtstab; unten in Silber nebeneinander drei grüne Blumen.“

Das Wappen ist seit 1615 bekannt und wurde 1967 erneuert.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Cheddleton / Wetley Rocks, Vereinigtes Königreich

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Ständige Ausstellung des einheimischen Künstlers Herbert Molwitz in der Stadtbücherei. Zu sehen sind Kupferstiche, Radierungen und Aquarelle.
  • Porzellanmuseum in der ehemaligen Porzellanfabrik Mitterteich.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Historisches Rathaus (erbaut 1731)
  • Kellnerhaus (Glas-, Porzellan- und Weberstuben)
  • Mariensäule auf dem Marktplatz
  • Katholische Stadtpfarrkirche St. Jakob (1890)
  • Evangelische Christuskirche (1897)
  • Sagenbrunnen Der Schmied von Mitterteich
  • Heimatbrunnen am Johannisplatz
  • Friedhofskapelle von 1780 mit vier Totentanzdarstellungen
  • Kriegerdenkmal von 1933 an der Waldsassener Straße

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Vom 26. Februar bis 1. März 1959 fand unter der Leitung des örtlichen Billardclubs im „Hotel zum Bären“ die 26. Deutsche Dreiband-Meisterschaft statt. Sieger wurde zum 15. Mal der Duisburger August Tiedtke.[5]

  • Eissporthalle (eröffnet 1993)
  • Beheiztes Freibad
  • Hallenbad
  • Tennisplätze
  • Tennishalle
  • Drei Skilifte (im Ortsteil Großbüchlberg)
  • Sommerrodelbahn (im Ortsteil Großbüchlberg)

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Traditionen[Bearbeiten]

In Mitterteich ist der Brauch des Oierhiartns besonders lebendig geblieben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Mitterteich liegt an der A 93, der B 15 und der B 299. Die Bahnstrecke Wiesau–Cheb ist stillgelegt. Die nächsten Bahnstationen sind Wiesau (Bahnstrecke Regensburg–Oberkotzau) und Marktredwitz (Bahnstrecke Nürnberg–Cheb).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Werkstätte für Menschen mit Behinderung „Stiftlandwerkstätten St. Elisabeth“
  • Bücherei
  • Kinderhort der Caritas
  • Mehrzweckhalle
  • Städtischer Kindergarten
  • Katholischer Kindergarten
  • Lernstube
  • Mehrgenerationenhaus
  • Kommunbrauhaus (vgl. hierzu auch: Zoigl)
  • Freiwillige Feuerwehren Mitterteich, Pleußen, Großensterz und Pechofen
  • Kreislehrgarten „An der Wehrpoint“ des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Tirschenreuth e. V. Dargestellt sind auf dem 1,2 Hektar großen Gelände auch die Gesteinsformationen der Region in Form von Findlingen.

Bildung[Bearbeiten]

  • Otto-Wels-Mittelschule
  • Theobald-Schrems-Grundschule
  • Förderzentrum der Lebenshilfe Tirschenreuth

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Andreas Schiffmann (1836 –1918), Geistlicher Rat (1896)[6]
  • Karl Stingl (1864–1936), Reichspostminister
  • Josef Neidl (1896–1976), Geistlicher Rat (1956)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit Mitterteich verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Jakob Bauer (1906–1992), Mediziner, erlernte in Mitterteich das Glasmacherhandwerk.
  • Max von der Grün (1926–2005), Schriftsteller
  • Herbert Molwitz (1901–1970), Künstler
  • Karl Erb, ein Wehrmachtssoldat, der sich im Zweiten Weltkrieg wegen der unausweichlichen Kapitulation gegen die sinnlose Verteidigung seiner Heimat wandte. Karl Erb wurde daraufhin kurz vor dem Einmarsch der US-amerikanischen Truppen auf dem Marktplatz in Mitterteich hingerichtet. Die Stadt Mitterteich benannte zu seinem Andenken eine Straße nach ihm. Seine Eltern stifteten eine Gedenktafel, die neben dem Straßenschild angebracht ist.[7]
  • Christian Neuper (1876–1950), Bildhauer aus Weißenstadt, schuf das Mitterteicher Kriegerdenkmal.

Literatur[Bearbeiten]

  • 1501–2001. 500 Jahre Marktrechte in Mitterteich, hrsg. v. Arbeitskreis Heimatpflege, Mitterteich 2001
  • Mitterteich. Heimat in Bildern, hrsg. v. Arbeitskreis Heimatpflege, Pressath 2005
  • Harald Fähnrich: Heimat Mitterteich. Ein volkskundliches Lesebuch, Beidl 1986
  • Manfred Knedlik: Geschichte der katholischen Pfarrei Mitterteich, Pressath 1990
  • Manfred Knedlik: Recht und Verwaltung. Mitterteicher Verordnungen aus vier Jahrhunderten, Mitterteich 1992
  • Manfred Knedlik: Mitterteich – Rückblicke und Perspektiven, Pressath 2007
  • Manfred Knedlik: Mitterteich im Industriezeitalter, Pressath 2011
  • Heinrich Pauli u.a.: Mitterteich im Wandel der Zeiten, Hof 1986

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/140939&attr=OBJ&val=1090
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 580.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663.
  5.  Karlheinz Krienen, DBB (Hrsg.): Deutsche Billard-Zeitung. 36. Jahrgang, Nr. 9, Köln, März 1959, S. 6–8.
  6. Berühmte Mitterteicher auf der Homepage der Stadt
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Hg. v. d. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 165 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mitterteich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Mitterteich – Reiseführer