Mittlerer Lerchensporn

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Mittlerer Lerchensporn
Mittlerer Lerchensporn (Corydalis intermedia)

Mittlerer Lerchensporn (Corydalis intermedia)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Erdrauchgewächse (Fumarioideae)
Gattung: Lerchensporne (Corydalis)
Art: Mittlerer Lerchensporn
Wissenschaftlicher Name
Corydalis intermedia
(L.) Mérat

Der Mittlere Lerchensporn (Corydalis intermedia, Syn.: Corydalis fabacea Pers.) ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Erdrauchgewächse (Fumariaceae). Sie ist in Europa weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration
Blüten und Tragblätter

Der Mittlere Lerchensporn ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Dieser Geophyt bildet eine kugelige, ausgefüllte Knolle als Überdauerungsorgan. Der aufrechte und nicht verzweigte Stängel erreicht eine Wuchshöhe von 7 bis 20 Zentimetern. Meist befinden sich am Stängel zwei bis drei Laubblätter und an seinem Grunde eine auffällige, bleiche, etwa 0,5 bis 2 Zentimetern lange Niederblattschuppe in deren Achsel entspringt nicht selten noch ein weiterer Spross. Die Laubblätter sind doppelt dreiteilig und ähnlich denjenigen des Hohlen Lerchensporns (Corydalis cava) geformt.

Der traubige Blütenstand enthält ein bis fünf Blüten, seltener können es auch bis zu acht sein. Die Blüten sitzen gedrängt und sind im Alter leicht überhängend. Die Tragblätter der Blüten sind von oval-lanzettlicher Gestalt und ganzrandig; sehr selten sind sie grob gezähnt oder eingeschnitten.

Der Mittlere Lerchensporn blüht vorwiegend im März und April. Die zygomorphen Blüten besitzen eine Länge von etwa 10 bis 15 mm. Kelchblätter fehlen. Die Kronblätter sind purpurfarben oder (selten) ganz weiß. Die Oberlippe ist breit ausgerandet und besitzt einen flachen Saum. Die inneren Kronblätter sind auf dem Rücken flügelig gekielt und haben einen über die Spitze hinausgehenden Flügel. Der Sporn ist gerade und etwa so lang wie die restliche Blüte.

Der Fruchtstiel ist etwa 0,2- bis 0,3-mal so lang wie die hängende Frucht. Die schotenförmige und etwa 1,5 bis 2 Zentimeter lange Kapselfrucht öffnet sich zweiklappig und enthält mehrere Samen. Die nierenförmigen und schwarzen Samen haben ein weißes Anhängsel.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch Ameisen.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Mittlere Lerchensporn ist ein gemäßigt-kontinentales Florenelement. Der Mittlere Lerchensporn ist in Europa weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet von Corydalis intermedia reicht von der Ukraine im Osten über die Balkanhalbinsel, Oberitalien bis ins südwestliche Frankreich. Nach Norden dringt er über das südliche Schweden, Norwegen bis ins südliche Finnland vor.

Der Mittlere Lerchensporn fehlt im mitteleuropäischen Tiefland westlich der Elbe und in den Mittelgebirgen westlich der Weser in großen Gebieten, er kommt aber am Oberlauf der Donau im Gebiet der Schwäbischen Alb und vereinzelt im Alpenvorland vor, ebenso im Schweizer Jura, im Wallis und in Österreich; sonst ist er in Mitteleuropa überall selten.[1] Sie kommt in Mitteleuropa zerstreut bis selten vor. In Deutschland kommt der Mittlere Lerchensporn vor allem im nordöstlichen sowie östlichen Teil vor und ist ort zum Teil recht verbreitet. Vermutlich wird er auch vielfach übersehen und für den Hohlen Lerchensporn gehalten. In Österreich und der Schweiz kommt er zerstreut bis selten vor.

Er besiedelt in Mitteleuropa vornehmlich Schluchtwälder, er geht aber auch in krautreiche Laubwälder, Buchenwälder, in Gebüsche und in den Alpen auf Viehläger.[1] Der Mittlere Lerchensporn gedeiht am besten auf frischen, lockeren, mullhaltigen, nährstoff- und basenreichen, aber eher kalkarmen, lehmigen Böden Er kommt in Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit vor.[1]

Toxikologie[Bearbeiten]

Der Mittlere Lerchensporn enthält, vor allem in der Knolle, giftige Alkaloide.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sebald, Seybold, Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, 1990, Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 3-8001-3322-9.
  • August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, 1986, Schwabe & Co. AG, Basel, ISBN 3-7965-0832-4.
  •  Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1994, ISBN 3-440-06192-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mittlerer Lerchensporn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien