Mittleres Einkommen

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Das Mittlere Einkommen oder Medianeinkommen in einer Gesellschaft oder Gruppe bezeichnet die Einkommenshöhe, bei der gleich viele Menschen höhere und niedrigere Einkommen aufweisen. Damit definiert der Median das mittlere Einkommen.

Das mittlere Einkommen ist das Einkommen, das eine Person erhält, die sich beim Durchzählen genau in der Mitte der betrachteten Gruppe befindet. Bei drei Personen wäre dies die Person 2, bei 101 Personen die Person 50. Das Durchschnittseinkommen (oft auch Pro-Kopf-Einkommen) als arithmetisches Mittel ist in der Regel deutlich höher. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn relativ wenige Personen sehr hohe Einkommen beziehen, also die Einkommen sehr ungleich verteilt sind. Es wird daher auch die Ansicht vertreten, dass der Median, d.h. das mittlere Einkommen, das typische Einkommen einer Person oder Familie besser als das Durchschnittseinkommen repräsentiert.

Das mittlere Einkommen ist vom mittleren Vermögen zu unterscheiden.

Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Der Median des Nettoäquivalenzeinkommens der Bevölkerung Deutschlands lag im Jahr 2008 bei 1.772 Euro pro Monat.[1]

Kaufkraftbereinigt auf Basis der Preise von 2005 lässt sich folgende Entwicklung des Medians des Nettoerwerbseinkommens aller abhängig Beschäftigten feststellen:[2]

  • im Jahr 2000 (33,2 Millionen abhängig Beschäftigte) 1.324 Euro/Monat,
  • im Jahr 2005 (33,4 Millionen abhängig Beschäftigte) 1.300 Euro/Monat,
  • im Jahr 2010 (35,3 Millionen abhängig Beschäftigte) 1.294 Euro/Monat.

Mittlerer Stundenlohn[Bearbeiten]

Der Reallohn für die einkommensschwächsten 10 % betrug 2010 höchstens 5,03 € (nach Preisen von 2005), für die einkommensstärksten 10 % mindestens 27,77 €. (Die Zahlen berücksichtigen keine Auszubildenden oder Personen in arbeitsmarktpolitischen Beschäftigungsmaßnahmen.) Der Median der Reallöhne im Jahr 2010 betrug (kaufkraftbereinigt in Preisen von 2005) 12,84 €. Das ist gegenüber der Vergleichszahl aus dem Jahr 2000 kaufkraftbereinigt ein Rückgang 2,3 %, gegenüber 2005 sogar ein Rückgang von 4,9 %. Kaufkraftbereinigt sind in Deutschland die Stundenlöhne zwischen 2000 und 2010 deutlich gesunken. Insbesondere die der unteren 30 %, nämlich um 10,6 %. Nur die Reallöhne der einkommensstärksten 10 % sind gestiegen.[3]

Stundenlöhne in Deutschland, kaufkraftbereinigt nach Werten von 2005
Gruppe 2000 2005 2010 Veränderung in % 2000-2010 Veränderung in % 2000-2005 Veränderung in % 2005-2010
unterste 10 % 5,63 5,16 5,03 - 10,6 -8,3 -2,5
zweite 10 % 8,21 7,74 7,34 -10,6 -5,7 -5,2
dritte 10 % 9,85 9,52 8,80 -10,6 -3,3 -7,6
vierte 10 % 11,25 11,24 10,56 -6,1 -0,1 -6,1
fünfte 10 % 12,57 12,78 12,08 -3,9 +1,6 -6,1
sechste 10 % 13,92 14,29 13,62 -2,1 +2,6 -4,6
siebte 10 % 15,43 15,87 15,26 -1,1 +2,9 -3,9
achte 10 % 17,40 17,86 17,33 -0,4 +2,6 -3,0
neunte 10 % 20,24 20,82 20,54 +1,5 +2,9 -1,4
oberste 10 % 27,29 27,58 27,77 +1,8 +1,1 +0,7
mittlerer Lohn insgesamt 13,14 13,50 12,84 -2,3 2,8 -4,9

Internationaler Vergleich[Bearbeiten]

des Medians des verfügbaren Jahreseinkommens der Haushalte in 34 Staaten auf Dollarbasis, Stand 2010

Rang Staat 2010[4]
1 Luxemburg 36.399
2 Norwegen 32.405
3 Schweiz 31.294
4 USA 29.056
5 Kanada 27.721
6 Österreich 27.612
7 Australien 27.015
8 Dänemark 26.079
9 Niederlande 24.938
10 Belgien 24.362
11 Schweden 24.278
12 Deutschland 24.152
13 Finnland 23.711
14 Irland 23.459
15 Frankreich 23.289
16 Island 23.245
17 Großbritannien 23.182
18 Neuseeland 21.937
19 Südkorea 21.120
20 Italien 21.104
21 Japan 20.134
22 Slowenien 19.159
23 Spanien 17.706
24 Israel 15.617
25 Griechenland 15.322
26 Tschechien 13.608
27 Portugal 13.092
28 Slowakei 12.696
29 Polen 11.782
30 Estland 9.987
31 Ungarn 9.328
32 Chile 8.318
33 Türkei 7.091
34 Mexiko 4.456
Durchschnitt OECD 20.431

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mittleres Personeneinkommen der Bevölkerung bei 1 772 Euro pro Monat. Mitteilung des Statistischen Bundesamtes, entnommen aus Einkommens- und Verbrauchsstichprobe - Einkommensverteilung in Deutschland - Fachserie 15 Heft 6 - 2008.
  2. Schwache Lohnentwicklung im letzten Jahrzehnt, Karl Brenke, Markus M. Grabka, DIW Wochenbericht Nr. 45.2011, S. 12 (S. 10 im PDF; 526 kB)
  3. PDF auf diw.de, S. 9
  4. Society at a Glance 2014 - OECD Social Indicators, OECD, 18. März 2014.