Mizar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mizar (Begriffsklärung) aufgeführt.
Mizar A und B (unten links) und Alkor (oben rechts)

Mizar (arabisch ‏مئزر‎, DMG miʾzar ‚Mantel bzw. Gürtel‘) ist der Eigenname des Sterns Zeta Ursae Maioris (ζ Uma) im Sternbild Großer Bär. Mizar ist der mittlere Deichselstern der Konstellation Großer Wagen und 78 Lichtjahre von uns entfernt. Seit längerem ist bekannt, dass er in Wirklichkeit ein System aus vier Sternen darstellt und mit fünf Nachbarsonnen eine lose Assoziation bildet.

Doppel- bzw. Mehrfachstern[Bearbeiten]

Besonders bekannt ist der Stern 2. Größe, weil er einen bereits freiäugig sichtbaren Begleiter hat: Alkor, genannt das Reiterlein, das bei dunklem Himmel mit normalsichtigem Auge gut erkannt werden kann (Augenprüfer, Winkelabstand 11'50", tatsächlich drei Lichtjahre).

Mizar selbst ist ein visueller Doppelstern, der mit Teleskopen ab fünf Zentimeter Objektivöffnung trennbar ist. Seine Komponenten sind +2,3 mag und +4,0 mag hell, haben beide Spektraltyp A2 und stehen in einem Winkelabstand von 14,4 " im Positionswinkel von 153°. Das Reiterlein war wahrscheinlich schon Menschen der Vorzeit bekannt. Eine griechische Sage von den Plejaden erzählt, dass eine der himmlischen sieben Schwestern aus dem Sternhaufen in den Großen Wagen geflüchtet sei.

Häufig wird in der Literatur erwähnt, Giovanni Riccioli sei der erste gewesen, der um 1650 die Doppelsternnatur von Mizar erkannt hat; Grundlage hierzu ist eine kurze Notiz in seinem Almagestum Novum von 1651: „… scheint nur ein Stern in der Mitte der Deichsel des Großen Bären zu sein, wobei es tatsächlich zwei sind, wie das Teleskop offenbart.“[1] Neuere Forschungen belegen aber, dass bereits Benedetto Castelli und Galileo Galilei 1617 Mizar in zwei Einzelsterne aufgelöst haben.[2] Tatsächlich konnten weder Riccioli noch Castelli/Galilei belegen, dass es sich bei Mizar um einen echten Doppelstern handelt und nicht nur um zwei weit hintereinander stehende Sterne, da die gegenseitige Bewegung mit einer Umlaufzeit von geschätzten 2000 Jahren zu klein ist. 1889 entdeckte Edward Charles Pickering, dass die Komponenten A und B selbst wiederum spektroskopische Doppelsterne sind, so dass Mizar sogar ein Vierfachsystem darstellt. Erst in jüngerer Zeit ist es gelungen, die Teilsysteme A und B per Interferometrie direkt als getrennte Lichtquellen sichtbar zu machen.

Koordinaten (Äquinoktium 2000.0)

Mitglied des „Bärenstroms“[Bearbeiten]

Mit vier anderen der sieben hellen Wagensterne gehören Mizar und Alkor zum sogenannten Bärenstrom, einem lockeren Bewegungshaufen von etwa 150 über den halben Himmel verteilten Sternen. Unsere Sonne liegt noch im Bereich dieser Gruppe, bewegt sich aber in eine andere Richtung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mizar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Riccioli On Mizar
  2. A New View Of Mizar