Mnajdra

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Dieser Artikel behandelt das Ensemble; zum Asteroid siehe (56422) Mnajdra.
Plan der Tempel von Mnajdra
Mnajdra (Detail)
Maltesische 5c-Münze

Die Mnajdra (ausgesprochen 'Imnaidra') ist ein herausragendes Ensemble von Tempeln aus der Vorzeit Maltas. Es besteht aus dem Doppeltempel mit dem für maltesische Großtempel typischen ahornblattförmigen, fünfteiligen Aufbau und einem separaten älteren, daher nur dreiteiligen Tempel. Der Kultplatz wurde von der Żebbuġ- bis zur Tarxien-Phase genutzt. Der Doppeltempel existiert seit der Ġgantija-Phase der Tempelkultur (3.800 v. Chr.). Auf den Maltesischen Münzen aus verkupfertem Stahl (1, 2, 5c) ist eine stilisierte Form der Mnajdra abgebildet. Die Tempel wurden in das Nationale Inventar der Kulturgüter der maltesischen Inseln aufgenommen.

Lage[Bearbeiten]

Die Mnajdra liegt an der Südwestküste Maltas, oberhalb der Hamrija Bank, auf einer Terrasse im Felshang. Nur 500 m entfernt, auf dem Hochplateau, liegt der Kultplatz Ħaġar Qim. Vor 6000 Jahren war hier aufgrund des niedrigeren Wasserstandes der einzige flache Küstenstreifen an der Südwestküste Maltas. Die Buchten gaben Wasserfahrzeugen Anlegemöglichkeit und gestatteten den Aufstieg zur Tempelterrasse. Über den Bereich von Mnajdra bestand eine kurze Verbindung zur fünf Kilometer entfernten, winzigen jedoch 60 m hohen Felseninsel Filfla, auf der Funde prähistorische Scherben (allerdings aus dem Chalkolithikum) gemacht wurden.

Baumaterial[Bearbeiten]

Das Mauerwerk besteht aus großen geschnittenen Steinen oder kaum bearbeitetem Bruchstein. Die Baumeister wählten unter den Kalksteinarten den für ihre Zwecke günstigsten aus. Dabei ließen sie sich davon leiten, welche Gesteinsarten in unmittelbarer Nähe des Kultplatzes anstehen.

Globigeriner Kalk[Bearbeiten]

Globigeriner Kalkstein ist relativ weich und leicht zu bearbeiten. Er bildet unter Lufteinwirkung eine recht widerstandsfähige Oberfläche und wurde mit Vorliebe im Innenausbau und für die Altäre, Gefäße und Skulpturen verwendet.

Korallenkalk[Bearbeiten]

Die Korallenkalksteine sind wesentlich härter, besitzen teilweise kristalline Struktur und sind schwieriger zu bearbeiten. Sie wurden wegen ihrer Haltbarkeit für den Außenbau bevorzugt, kamen aber mitunter auch (Ta' Ħaġrat) im Inneren zum Einsatz.

Südtempel[Bearbeiten]

Die Exedra zeigt die übliche konkave Form mit vorgesetzten Bänken. Während der eingangsnahe, äußere Quertrakt überwiegend aus erhaltenen Partien besteht, ist der innere großenteils rekonstruiert. Seine Kopfnische ist sehr flach und in der linken inneren Apside scheint die ältere geradlinige Struktur, wie sie die rechte Apsis noch zeigt, durch Umbauten aufgelöst worden zu sein. Bei der Verbindung mit dem später erbauten Nordtempel entstand im Zwickelbereich eine monumentale Außennische, die mit einer kolossalen Deckplatte abgedeckt ist. Eine innere Verbindung dieser Nische mit dem Südtempel deutet auf eine wie auch immer geartete Nutzung der Nische. An einigen Monolithen ist ein Dekor aus hunderten von Punktbohrungen angebracht.

Nordtempel[Bearbeiten]

Der Tempel liegt auf einer Terrasse, etwas höher als der Südtempel. Die Exedra ist unvollständig und weist kein mit dem Südtempel koordiniertes Gesamtkonzept auf. Insbesondere die inneren Apsiden sind wesentlich größer als beim Südtempel. Die Kopfnische ist zwar ebenfalls größer aber nur nicht wesentlich. Auch hier wurde Struktur der linken inneren Apside durch einen kleineren Umbau aufgelöst. Der Nordtempel weist besonders sorgfältig gearbeitete Trilithen und eingesetzte Türsteine auf.

Ältere Tempel[Bearbeiten]

Der Osttempel mit seiner dreiteiligen Gliederung und der mittelgroßen Kopfnische wurde idealtypisch rekonstruiert. Er ist der älteste des Platzes der aber, wie auch an anderen Stellen durch Asche festgestellt einen Vorlauf als Kultplatz gehabt haben wird. Baureste eines weiteren Tempels könnte die Mauerreste neben der linken Nische des Südtempels darstellen.

1992 wurde Mnajdra, gemeinsam mit anderen bronzezeitlichen Tempelanlagen Maltas als die Megalithische Tempel von Malta zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die gesamte Anlage war längere Zeit für Besucher gesperrt, da ein Orkan im Frühjahr 1994 Teile der Anlage zum Einsturz brachte. Inzwischen ist die Besichtigung wieder möglich. Allerdings wurde 2009 die gesamte Anlage, wie auch das benachbarte Ħaġar Qim, zum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen mit einer permanenten Zeltkuppel überdacht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim von Freeden: Malta und die Baukunst seiner Megalith-Tempel. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-11012-9.

Weblinks[Bearbeiten]

35.82666666666714.436388888889Koordinaten: 35° 49′ 36″ N, 14° 26′ 11″ O