MoMA PS1

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MoMA PS1 ist eine der größten und ältesten Institutionen für zeitgenössische Kunst in den Vereinigten Staaten von Amerika mit Sitz in Queens, New York City.[1] Neben ihren Ausstellungen organisiert die Institution die jährlich stattfindenden Ausstellungsreihen Warm Up Summer Music Series und das MoMA PS1 Young Architecture Program mit dem Museum of Modern Art New York. Darüber hinaus leitete MoMA PS1 den 2004 gegründeten Radiosender WPS1.

Geschichte[Bearbeiten]

Außenansicht

P.S.1 (heute MoMA PS1) wurde 1976 von Alanna Heiss gegründet. Es ging aus dem Institut for Art and Urban Resources hervor, einer Organisation, die 1971 von Heiss gegründet wurde, um leer stehende Gebäude in New York City in Ateliers und Ausstellungsräume zu verwandeln. Heiss, die bis 2008 Direktorin von MoMA PS1 war, wurde 1943 in Louisville, Kentucky, geboren und wuchs in einer ländlichen Gemeinde im Süden Illinois auf. Sie absolvierte ihr Studium mit einem B.A. an der Lawrence Universität in Appleton, Wisconsin, an der sie als Stipendiatin des Lawrence Konservatorium für Musik immatrikuliert war.

Mit dem Bewusstsein, dass New York in den 1970er Jahren ein weltweiter Anziehungsort für zeitgenössische Künstler war, sowie der Glaube, dass traditionelle Museen keine angemessene Ausstellungsmöglichkeiten für ortsspezifische Kunst bereitstellten, entschied Heiss, eine alternative Kunstinstitution zu gründen. Heiss arbeitete zu dieser Zeit als Organisatorin für zeitgenössische Kunst in diversen öffentlichen Einrichtungen. In diesem Umfeld lernte sie den Architektur- und Theaterkritiker Brendan Gill kennen, zu dem sie eine langjährige Freundschaft und berufliche Zusammenarbeit aufbaute. 1971 gründeten Heiss und Gill gemeinsam The Institut for Art and Urban Resources. Sie begannen zahlreiche leer stehende Gebäude in New York City zu renovieren, um sie für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen. Unter den umgewandelten Stätten waren die 10 Bleeker Street, das Coney Island Sculpture Museum und das Idea Warehouse in TriBeCa. Darauf folgend wurde 1973 ein kommunales Gebäude im Süden Manhattans als Clocktower Gallery eröffnet, deren Antrittsausstellungen, den Künstlern Joel Shapiro, Richard Tuttle und James Bishop gewidmet wurde. Die Clocktower Gallery entwickelte sich zu einer angesehenen Einrichtung für alternative Ausstellungskultur und wurde aufgrund ihrer markanten Räumlichkeit zu einem populären Ort für monografische Ausstellungen und ortspezifische Installationen.

MoMA PS1 Toilette

1976 eröffnete Heiss eine Kunsthalle - das heutige MoMA PS1 - in einer leer stehenden Schule. Dieses Gebäude beherbergte die erste Schule von Long Island City, die 1960 aufgrund von niedrigen Schülerzahlen geschlossen wurde. Mit den großzügigen Räumlichkeiten der ehemaligen Schule konnte Heiss nicht nur die Ausstellungskapazitäten ausweiten, sondern zusätzlich Atelierräume für Künstler zur Verfügung stellen. Der Namensteil PS1 steht ausgeschrieben für Primary School One und reflektiert somit implizit die Geschichte des Gebäudes.

Nachdem MoMA PS1 1994 aufgrund von dreijährigen Renovierungsarbeit geschlossen wurde, wiedereröffnete es im Oktober 1997. Das durch den Architekten Frederick Fisher geleitete Projekt schuf eine große Außengallerie, einen repräsentativen Eingangsbereich und eine zweistöckige Projektfläche im Hauptgebäude.[2]

Im Jahr 2008 verließ Heiss MoMA PS1 und gründete die Radiostation Art Internation Radio, das als Einrichtung unabhängig vom MoMA PS1 ist, jedoch mehrere Sendung im Programm hat, die ursprünglich auf dem Sender WPS1 ausgestrahlt wurden. AIR produziert zudem eigene Beiträge zu Kunst und Kultur. Seit Januar 2010 ist Klaus Biesenbach der Direktor am MoMA PS1.[3][4]

Angliederung an das Museum of Modern Art New York[Bearbeiten]

Im Januar 2000 gab das MoMA PS1 und das Museum of Modern Art New York ihre Zusammenarbeit offiziell bekannt. Der Zusammenschluss vereint eine Vorreiterinstitution für zeitgenössische Kunst und das weltbekannte Museum of Modern Art New York. Das Hauptziel der Partnerschaft zwischen MoMA PS1 und dem MoMA ist die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst an eine breite Öffentlichkeit.[5]

Die kollarborativen Ausstellungsprogamme beider Institutionen erlauben es ihre jeweiligen Stärken und Ressourcen ergänzend in Anspruch zu nehmen, um so einen tiefergehenden und vielseitigeren kulturellen Diskurs zu führen. Die erste bedeutende Kollaboration zwischen MoMA PS1 und dem Museum of Modern Art New York fand 2000 im Rahmen der Greater New York Schau statt, einer Ausstellung, die mehr als 140 junge Künstler aus der New Yorker Region ausstellte. Dieses Großprojekt wurde im Jahr 2005 und 2010 wiederholt und ist zu einem Brennglas für die Diversität und Dynamik der New Yorker Künstlerszene geworden.

Künstler und Ausstellungsprogramme[Bearbeiten]

Seit der Gründung setzt sich MoMA PS1 für einen Diskurs mit experimenteller Kunst ein. In den vergangenen Ausstellungen befanden sich Arbeiten von Künstlern wie Janet Cardiff, Robert Grosvenor, David Hammons, Hilma af Klint, Donald Lipski, Olafur Eliasson, John McCracken, Dennis Oppenheim, Michelangelo Pistoletto, Alan Saret, Katharina Sieverding, Keith Sonnier, Michael Tracy, John Wesley, Franz West, Peter Young und vielen mehr. Zahlreiche Ausstellungen gehen auf Ausstellungstournee in andere Museen- und Ausstellungshäuser in den Vereinigten Staaten und im Ausland.

Während MoMA PS1s jährlichem Ausstellungszyklus werden mehrere Galerieräume für die Ausstellungsserie International and National Project bereitgestellt. Diese Initiative geht zurück auf MoMA PS1s Eröffnungsausstellung Rooms aus dem Jahr 1976 und gilt allgemein als die erste große Ausstellungsmöglichkeit in New York City für junge Künstler. Diese Soloausstellungen werden von der kuratorischen Abteilung des MoMA PS1 organisiert. Die Künstler erhalten eine Ausstellungsfläche und Assistenz beim Aufbau, um ihre Ausstellung zu gestalten. Zu den Künstlern, die kürzlich im International and Nation Projekt-Programm partizipierten, zählen Eberhard Bosslet, Joe Bradley, Mike Cloud, Kira Lynn Harris, Drew Heitzlter, Kalup Linzy, Curtis Mitchell, Lisi Raskin, Kon Trubkovich, Su-Mei Tse und Thierry Geoffroy.

Im Jahr 2008 wurde im MoMA PS1 die Ausstellung MINUS SPACE organisiert. In Zusammenarbeit mit MINUS SPACE curatorial projekt aus Brooklyn, New York wurde ein Schau mit 54 Künstlern aus 14 Ländern gezeigt. Die Ausstellung wurde von Phong Bui kuratiert, Herausgeber der Zeitschrift Brooklyn Rail.[6]

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die für Bildende Kunst zuständigen Länderministerien und verschiedene Kunsthochschulen vergeben an deutsche Künstler Stipendien für mehrmonatige Gastaufenhalte am PS1. Stipendiaten waren u.a. Jo Achermann, Heinz Breloh, Rolf Julius, Mathilde ter Heijne, Barbara Heinisch, Ter Hell, Sabine Hornig, Stephan Huber, Stefan Micheel, Olaf Nicolai, Cornelia Schleime und Thomas Struth.

Young Architects Program[Bearbeiten]

Architectural installation Canopy 2004, nARCHITECTS

Das jährlich stattfindende Young Architects Program (YAP) ist ein Wettbewerb, der vom MoMA PS1 und dem Museum of Modern Art New York veranstaltet wird. Beide Einrichtungen rufen junge Architekten dazu auf einen Designentwurf für den Museumshof des MoMA PS1s einzureichen. Der Siegerentwurf wird realisiert und fungiert als architektonische Kulisse für MoMA PS1s Musik- und Partyserie Warm Up.[7] Die Gewinner des YAP 2010 waren Florian Idenburg und Jing Liu vom Architekturbüro SO-IL in Brooklyn, NY.[8], und in 2012 das Büro HWKN [9] von der 5th Ave, Manhattan, NYC.

Architectural installation Wendy 2012 von HWKN

Vergangene YAP Gewinner[Bearbeiten]

  • 2012 - Wendy von HWKN (Matthias Hollwich und Marc Kushner, New York)
  • 2011 - Holding Pattern von Interboro Partners & WHATAMI by stARTT (MAXXI, Rome)
  • 2010 - Pole Dance von Solid-Objectives - Idenburg LIU
  • 2009 - Afterparty von MOS (Michael Meredith und Hilary Sample)
  • 2008 - Public Farm 1 von WorkAC (Amale Andraos und Dan Wood)
  • 2007 - Liquid Sky von Ball-Nogues
  • 2006 - BEATFUSE! von OBRA Architects
  • 2005 - SUR von Xefirotarch (Hernan Diaz Alonso)
  • 2004 - Canopy von nARCHITECTS (Eric Bunge und Mimi Hoang)
  • 2003 - Light-Wing von EMERGENT (Tom Wiscombe)
  • 2002 - Playa Urbana / Urban Beach von William E. Massie
  • 2001 - Summer Oasis von ROY (Lindy Roy)
  • 2000 - Dunescape von SHoP (Christopher R. Sharples, Coren D. Sharples, William W. Sharples, Kimberly J. Holden und Gregg A. Pasquarelli)
  • 1999 - DJ Pavilion von Philip Johnson
  • 1998 - Untitled von Gelatin

Warm Up[Bearbeiten]

MoMA PS1s Warm Up ist eine Musik- und Partyreihe und zählt zu den meist antizipierten Sommerveranstaltungen in New York City. Der Event findet innerhalb der prämierten Architekturinstallation des jährlich stattfinden Young Architecture Programms statt – einem Architekturwettbewerb der vom MoMA PS1 und dem Museum of Modern Art New York organisiert wird. Das Zusammenspiel aus Musik und Ausstellungsprogramm bildet ein besonderes Kulturereignis für Musikfans und Kunstinteressierte.[10][11]

Warm Up wurde 1997 als eine Partyserie ins Leben gerufen. Die Veranstaltung findet jeden Samstag von Juli bis frühen September statt und versammelt tausende lokale und internationale Besucher. Als Höhepunkte der Partyserie zählen die Auftritte von international anerkannten Musikern und Djs wie: Groove Collective, Afrika Bambaataa, DJ Harvey, Mad Professor, Richie Hawtin, Francois K, Fischerspooner, Kid Koala, Arto Lindsay, Ratata, Scissor Sisters, Luke Vibert und viele mehr.

WPS1[Bearbeiten]

WPS1 war die Internet-Radiostation von MoMA PS1. Der Sender Art International Radio, den Alana Heiss gründete, nachdem sie MoMA PS1 verlassen hatte, greift auf Programmmaterial zurück, das ursprünglich von WPS1 verwendet wurde.

Die Radiostation sendete 24 Stunden am Tag und stellte einen Bedarfservice für kulturelle Programme zur Verfügung. Die Sendezentrale war in der historischen Clocktower Gallery im Süden Manhattans untergebracht, wo ein Netzwerk aus Studios Live- und aufgezeichnetes Programm an eine weltweite Hörerschaft sendete. Art International Radio ist heute in derselben Lokalität ansässig. Die Radioanstalt sendet Interviews mit zeitgenössischen Künstlern, Dichtern, Autoren, Choreografen, Musikern, Kunsthändlern und Kritikern.

Langzeit-Installationen[Bearbeiten]

Obwohl MoMA PS1 keine eigene Museumssammlung besitzt, befinden sich im Ausstellungshaus mehrere Langzeit-Installationen[12]:

  • Richard Artschwager, Exit-Don’t fight City Hall, 1976.
  • Pipilotti Rist, Selbstlos im Lavabad (Selfless in the Bath of Lava), 1994.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Biesenbach, Neville Wakefield, Cornelia Butler: Greater New York 2010. MoMA PS1, New York 2010, ISBN 978-0-9841776-2-2.
  • Klaus Biesenbach (Hrsg.): Greater New York 2005. P.S.1 Contemporary Art Center, New York 2005, ISBN 0-87070-987-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://ps1.org/about/
  2. Vgl. Eleonor Hartney: The Return of the Red-Brick Alternative. In: Elizabeth C. Baker (Hrsg.): Art in America. Vol. 86, No. 1, 1998, New York City 1998, S. 56-67.
  3. Carol Vogel: P.S. 1 Appoints Former Curator as Its New Director. In: The New York Times. 21. Oktober 2009.
  4. http://www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=1763&-klaus-biesenbach
  5. http://ps1.org/about/affiliation/
  6. Vgl. www.phongbui.com
  7. http://ps1.org/yap/
  8. http://poledance.so-il.org/
  9. http://www.hwkn.com/
  10. http://ps1.org/warmup/
  11. http://moma.org/about/ps1
  12. http://ps1.org/exhibitions/longterm/

Weblinks[Bearbeiten]