Moas al-Chatib

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Dieser Artikel behandelt den syrischen Oppositionsführer; für den ehemaligen syrischen Staatspräsidenten siehe Ahmed al-Chatib.
Moas al-Chatib (2012)

Ahmed Moas al-Chatib al-Hasani (arabisch ‏أحمد معاذ الخطيب الحسني‎ Ahmad Mu'adh al-Chatib al-Hassani, DMG Aḥmad Muʿaḏ al-Ḫaṭīb al-Ḥasanī, * 1960 in Damaskus, Syrien) ist ein syrischer Oppositionspolitiker und ist seit 11. November 2012 Präsident der Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte.

Al-Chatib ist ein sunnitischer Muslim und ehemaliger Imam der Umayyaden-Moschee in Damaskus.[1] Seine Glaubensauslegung wird von Beobachtern als gemäßigt beschrieben.[2][3][4][5][6] In einem Interview mit Al Jazeera im Jahr 2006 äußerte er den Wunsch, Alawiten sollten zur Schia übertreten, weil sie dann einem Glauben mit klaren Strukturen folgen könnten.[7]

Aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber der Regierung von Baschar al-Assad war er mehrmals inhaftiert und lebt seit seiner Flucht im Jahr 2012 aus Syrien in der ägyptischen Hauptstadt Kairo.[8][9]

Am 24. März 2013 erklärte al-Chatib seinen sofortigen Rücktritt als Präsident der Nationalen Koalition. Als mögliche Begründung für diesen Schritt gelten Äußerungen al-Chatibs, in denen er eine mangelnde Unterstützung der westlichen Mächte für die Oppositionskoalition anprangert. Zudem soll er sich gegen die Bildung einer Übergangsregierung der Opposition eingesetzt haben.[10] Al-Chatib lehnte die Wahl von Ghassan Hitto durch die Nationale Koalition zum Regierungschef für die von den syrischen Rebellen kontrollierten Gebiete am 18. März 2013 ab.[11] Im Gegensatz zu al-Chatib ist der neue Premier gegen jeglichen Dialog mit Vertretern der Assad-Regierung. Als weitere Gründe für al-Chatibs Rücktritt sehen Beobachter seine strikte Ablehnung von möglichen Plänen der USA, Syrien nach dem Vorbild des Abkommens von Taif für den Libanon oder des Dayton-Abkommens für Bosnien und Herzegowina zu teilen. Kreise innerhalb der syrischen Opposition führen al-Chatibs Rückzug auf die verstärkte Einflussnahme der Regierung Katars zurück, die die Rebellen und insbesondere die syrischen Muslimbrüder unterstützt.[12]

Die Nationale Koalition nahm sein Rücktrittsgesuch allerdings nicht an und forderte ihn auf, sein Amt zu behalten.[11] Am 28. März 2013 zog er seine Rücktrittsentscheidung zurück und bekräftigte, bis Mai 2013 Präsident der Nationalen Koalition zu bleiben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Syriens Opposition vereinigt - Geistlicher als Chef. Abgerufen am 12. November 2012.
  2. Tagesspiegel: Bürgerkrieg in Syrien Neue Kämpfe und neue Einigkeit
  3. ZEIT: Islamischer Geistlicher führt Syriens Opposition
  4. Der Kurier: Ein ehemaliger Imam führt nun die syrische Opposition an.
  5. Profile: Syria opposition leader Ahmed Moaz al-Khatib
  6. Moaz al-Khatib: ex-imam charged with uniting Syria's opposition
  7. Syria Deeply, 16. Dezember 2012
  8. Syriens Opposition wählt Geistlichen zum Chef. Abgerufen am 12. November 2012.
  9. Süddeutsche Zeitung: Assad-Gegner in Syrien formieren sich, abgerufen am 16. November 2012.
  10. dw.de: Syrien-Krieg: Syriens Oppositionsbündnis in der Krise
  11. a b Syrische Opposition lehnt Rücktritt ihres Chefs ab Tagesanzeiger, 24. März 2013
  12. Benjamin Barthe: L'opposition syrienne à nouveau en crise. In: Le Monde, 26. März 2013, S. 5.