Mobile-Device-Management

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Mobile-Device-Management (MDM; deutsch Mobilgeräteverwaltung) ist ein Begriff aus der Informationstechnik und steht für die zentralisierte Verwaltung von Mobilgeräten wie Smartphones, Sub-Notebooks, PDAs oder Tablet-Computer durch einen oder mehrere Administratoren mit Hilfe einer Software.[1] Die Verwaltung bezieht sich auf die Inventarisierung von Hardware in Organisationen, die Software- und Datenverteilung, sowie den Schutz der Daten auf diesen Geräten.[1] Da diese Geräte via Mobilfunk/WLAN mit dem Unternehmensnetz in Kontakt treten, müssen auch Probleme der drahtlosen Verwaltung gelöst werden (Luftschnittstelle (OTA)).

Problemstellungen und Anforderungen[Bearbeiten]

Während Laptops noch typische mobile IT-Infrastruktur von Unternehmen darstellen, sind viele mobile Endgeräte primär als Verbrauchergerät konzipiert. Dementsprechend sind die Betriebssysteme nicht auf das MDM ausgerichtet entwickelt worden. Gleichzeitig steigt der Anspruch von Anwendern, mit dem eigenen Gerät auf Firmensoftware und -daten zuzugreifen. Diese unter den Schlagworten BYOD (engl. Bring Your Own Device ~ Bring dein eigenes Gerät) bzw. IT-Consumerization bekannte Praxis verbreitet sich nach einigen Quellen zunehmend,[1] während sie nach anderen Quellen abnimmt.[2] Laut Computerwoche verwenden Anfang 2012 ca. 25 % der befragten Unternehmen private Endgeräte mit Firmenapplikationen.[2] Nach dem Forbes Magazine schätzen IT-Manager, dass ca. 40 % der Nutzer auf Firmeninhalte zugreifen, während 70 % der Nutzer behaupten, dies zu tun.[3] Unbestritten ist dagegen, dass diese Praxis für viele Organisationen zunehmend ein Risiko darstellt.[2][3][4] In einem Fall wurde sogar vorgeschlagen, dass verlustig gegangene Geräte Teil des Reportings bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC werden solle.[3]

Zum einen muss das Sicherheitsbedürfnis der Organisationen befriedigt werden, also beispielsweise muss eine anforderungsgerechte Version des Betriebssystems verwendet werden, deren Sicherungsmassnahmen nicht durch "Jailbreak" oder "Rooten" umgangen wurde.[1] Die Geräte müssen beim Einschalten durch Pin-Eingabe entsperrt werden. Daten, aber auch Software auf diesen Geräten muss vor Verlust gesichert werden (Backup) und ggf. wieder geladen werden können (Update over the air).[4] Gestohlene oder verlorene Geräte müssen bereinigt werden können (Remote lock and wipe), Zugangsrechte zu zentralen Daten müssen auch über die mobilen Geräte verwaltet werden (Policy & Provisioning) und die Kosten und Verwendung der Geräte muss überwacht werden (Logging & Accounting).[4] Daneben sind Probleme des Neuzugangs von Personal ebenso zu lösen, wie Personalabgänge und das anschließend erforderliche Löschen von Unternehmensdaten und -software auf den Geräten ("Corporate Wipe").[1] Schließlich muss insbesondere bei privaten Geräten weiterhin die Möglichkeit der privaten Nutzung gegeben sein und ggf. eine Trennung zwischen privater und geschäftlicher Nutzung erfolgen.[4] Dabei ist für die IT-Abteilungen auch das Fernmeldegeheimnis zu beachten, das ihnen den Zugriff auf die privaten Daten auf dem Mobilgerät verbietet.[5]

Marktvolumen und -entwicklung[Bearbeiten]

Das Marktvolumen für MDM-Software und -Services schätzt die Unternehmensberatung Forrester Research[6] 2011 auf 3,9 Milliarden US-Dollar und erwartet ein Wachstum auf 6,6 Milliarden US-Dollar bis 2015.[7] Erheblich konservativer, nämlich mindestens eine halbe Milliarde US-Dollar schätzt dagegen das Forbes Magazine den Markt für 2014.[3] Diesen Markt teilen sich nach Forbes ca. 80 Unternehmen und erwartet eine Marktkorrektur in den nächsten Jahren, wobei gleichzeitig eine Vermischung mit dem Markt traditioneller Sicherheitssoftware vorhergesagt wird.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Frank-Michael Schlede und Thomas Bär, Ratgeber: Mobile Device Management - den mobilen Geräte-Zoo im Griff behalten; Netzwerk Management vom 4. Mai 2012
  2. a b c Karin Quack, Der Byod-Hype ebbt ab; Computerwoche 17. September 2012
  3. a b c d e Tom Kemp Mobile Device Management Hits Center Stage, but Concerns Remain, Forbes Magazine, 15. Februar 2012
  4. a b c d Ben Schwan, Smart oder sicher? Heise 26. November 2010
  5. Jürgen Seeger Mein Gerät, dein Gerät - „Bring Your Own Device“ ohne Reue; Heise; abgerufen am 18. Oktober 2012
  6. Market Overview: Cloud-Hosted Mobile Device Management Solutions And Managed Services (PDF; 614 kB), Benjamin Gray and Christian Kane, Forrester Research, 3. Januar 2012
  7. John C. McCarthy, Michele Pelino u. a. (August 2011) Mobile Management Takes A 180-Degree Turn, Forrester Research; abgerufen am 18. Oktober 2012