Mobile-Payment

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Mobile-Payment (auch M-Payment) sind Bezahlvorgänge, bei denen mindestens der Zahlungspflichtige mobile elektronische Techniken zur Initiierung, Autorisierung oder Realisierung der Zahlung einsetzt, etwa mittels mobiler Geräte wie Mobiltelefonen oder Tablet-Computern. Werden Mobiltelefone (Handys) eingesetzt, wird dies speziell als Handypayment (Scheinanglizismus für mobilfunkbasierende Bezahlung) bezeichnet. Die meisten Bezahlvorgänge liegen im Bereich des Micropayments, d.h. es werden Beträge zwischen 0,01 und 5,00 Euro abgerechnet. Stark verbreitet ist die Bezahlung von mobilfunknahen Diensten wie z. B. Klingeltönen, Bildern oder Ähnlichem.

Zahlungsvorgang mittels Smartphone und einer Bezahl-App.

Das System wird aber nicht nur für diese Zwecke eingesetzt, sondern kann als zentrale Bezahlplattform für jede Art von Dienstleistung genutzt werden, z. B. für das Bezahlen von Parkscheinen oder auch die Überweisung von Geldbeträgen an andere Bankkonten (E-Geld, auch unter Privatpersonen als Person-to-Person, P2P). Seit Ende 2009 nutzen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage Handypayment vermehrt für e-paper-Angebote, etwa kostenpflichtige elektronische Zeitungsartikel, elektronische Zeitschriftenartikel oder anderen Paid Content.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Grundlagen des Bezahlens per Mobiltelefon in Deutschland sind in den Verträgen der deutschen Mobilfunkanbieter verankert. Laut diesen Verträgen dürfen die sogenannten Premium-SMS nur für mobilfunknahe Dienstleistungen verwendet werden. Dazu zählen z. B. Klingeltöne und Logos fürs Handy oder z. B. für SMS-Wahlen zu Fernsehsendungen. Explizit ausgeschlossen ist jedoch die Verwendung von Premium-SMS für die Bezahlung von nicht-mobilfunknahen Dienstleistungen, wozu auch das Internet gehört. Einige Anbieter setzen auch heute noch im deutschsprachigen Raum Premium-SMS zur Bezahlung verschiedener Dienstleistungen im Internet ein; wegen fehlender Freigabe durch die Mobilfunkanbieter können sie bei Kenntnisnahme sofort abgemahnt und zeitnah abgeschaltet werden.

Etwa seit Mitte der 1990er Jahre gibt es ernsthafte Bestrebungen, das Mobiltelefon für beliebige Bezahlvorgänge einzusetzen. Ausgangspunkt war zunächst die Tatsache, dass das Mobiltelefon aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften, der hohen Verbreitung in der Bevölkerung und aufgrund des Nutzerverhaltens im Umgang damit für die Abwicklung von Bezahlvorgängen besonders geeignet ist. Neben dem Blickwinkel der Technologieattraktivität ergab sich seit dem Entstehen mobiler Dienste und des Mobile-Commerce (MC) ab Ende der 1990er Jahre das Problem der Abrechnung derselben.

Erst mit der Einführung von Smartphones konnte Mobile-Payment eine breitere Nutzerschicht erreichen. Wurden die anfänglichen Zahlmöglichkeiten Premium-SMS und Mehrwertdienste mittels Telefonrechnung beglichen, konnten durch die Verbreitung des mobilen Internets neue Möglichkeiten eröffnet werden. Eine Abrechnung mittels Telefonrechnung stellte sich für den Erfolg von Mobile-Payment als hinderlich heraus - ist sie doch nur für Telekommunikationsdienstleistungen ausgelegt. So bewegen sich Mehrwertdienste z.B. nur in einem gewissen Preiskorridor - eine Abrechnung mit dem Verbraucher kann nur über Dritte erfolgen.

Standardisierung[Bearbeiten]

Software[Bearbeiten]

Der Markt an Mobile-Payment Lösung ist bis dato (Anfang 2012) zu fragmentiert, als dass sich softwareseitig Standards herauskristallisieren könnten. Selbst Global Player suchen gleich mehrere Kooperationspartner der kompletten Wertkette um Lösungen zu implementieren. So kooperiert z. B. Google mit der Citigroup, MasterCard, First Data und Sprint Nextel. [1]

Im Rahmen der Initiative SEMOPS[2] wird ein einheitlicher europäischer Standard angestrebt. Ähnliche Ansätze verfolgt Frankreich mit seinem Programm ERGOSUM.

Am Markt eingeführte reine Softwarelösungen sind beispielsweise:

  • Aperto move
Mit Aperto move können digitale Inhalte per Handy bezahlt werden, es wird von allen deutschen Mobilfunkanbietern unterstützt. Es ist keine Registrierung bzw. Angabe der Kontodaten notwendig. Durch parallele Autorisierung mittels Handy und Internet (TAN-Abfrage) ist eine hohe Sicherheit gewährleistet. Der Zahlungsvorgang funktioniert über die Eingabe der Handynummer, woraufhin eine SMS mit einem persönlichem TAN eingeht. Nach Freigabe der Zahlung wird der Kaufbetrag über die Handyrechnung abgerechnet[3]. Das System ist seit Februar 2010 im Einsatz.[4] Zur Verhinderung von Missbrauch besteht die Möglichkeit, sämtliche getätigten Transaktionen auf der Billing-Seite des Anbieters zu überprüfen und gegebenenfalls zu reklamieren.

  • GO4Q
GO4Q ist ein im Dezember 2012 vorgestelltes[5] mobiles Bezahlsystem der Firma IT-Werke[6] auf der Basis von QR-Codes, wodurch handelsseitig keine spezielle Hardware notwendig ist. Die Autorisierung von Transaktionen erfordert die Eingabe einer PIN. Die Nutzung von GO4Q ist für Endkunden kostenfrei[7]. Nach Anmeldung ist die Hinterlegung mindestens eines Zahlungsinstruments erforderlich, wobei Lastschrift, Kreditkarte oder Paypal verfügbar sind. Das Bezahlsystem wurde erstmals im April 2013 von Edeka Südwest[8] eingesetzt.

  • kesh
kesh ist ein im Mai 2013 von der biw Bank für Investments und Wertpapiere vorgestelltes mobiles Bezahlsystem[9], das Zahlungen im Handel und unter Privatpersonen ermöglicht. Das System wurde vom IT-Dienstleister XCOM AG entwickelt[10] und erlaubt Zahlungen über die Eingabe der Telefonnummer, die am Point of Sale als QR-Code dargestellt wird.

  • Mpass
Mpass ist ein mobiles Internet-Bezahlsystem, gegründet von O2 und Vodafone; die Telekom trat im Oktober 2010 bei[11]. Es kann aber auch von Nutzern anderer deutscher Mobilfunkbetreiber eingesetzt werden. Mpass erlaubt eine parallele Autorisierung mittels Mobiltelefon und Internet (PIN- bzw. TAN-Abfrage). Im August 2011 teilten Vodafone, O2 und Telekom mit, mit dem System noch 2011 starten zu wollen. Man wolle damit vermeiden, dass Google und/oder Apple ihnen zuvorkämen.[12] Am 9. Oktober 2012 startete O2 als erster der drei Netzbetreiber mpass auf Basis des NFC-Standards. Bis Ende 2012 sollen alle O2-Shops mit mpass-Zahlungsterminals ausgestattet sein.[13]

  • VeroPay
VeroPay ist eine 2012 von der Secure Payment Technologies GmbH gestartete Zahlungstechnologie in Österreich.[14] Nach der Eingabe eines persönlichen PINs stellt die VeroPay-App einen Strichcode im Display eines Mobilgeräts dar, der von einem Kassenscanner eingelesen werden kann. Die Bezahlung erfolgt per Lastschrifteinzug über das mit der App verknüpfte Girokonto des Nutzers. Sensible Daten wie Bankverbindung, Kontonummer oder Kundenname werden nicht auf dem Smartphone abgespeichert.[15]

Hardware[Bearbeiten]

Der Near Field Communication (NFC) wird hardwareseitig am ehesten zugesprochen einen Standard etablieren zu können. Durch das Kopieren einer NFC-fähigen Kreditkarte auf das Mobiltelefon werden völlig neue Bezahlvarianten möglich.

Darüber hinaus gibt es bereits heute viele Add-on-Lösungen, die eine mobile Kreditkarten-Abwicklung ermöglichen. Hierzu wird meist die Audiobuchse des Mobiltelefons oder Bluetooth zur Übertragung genutzt; iZettle und Payleven erlauben die Verwendung beider Schnittstellen.

Differenzierung[Bearbeiten]

Bei der Betrachtung mobiler Bezahlverfahren sind zwei Grundaufgaben zu unterscheiden: Während innerhalb des MC eine vom Nutzer idealerweise als systeminhärent wahrgenommene Bezahlung eines mobilen Angebotes vorgenommen wird, ist mobiles Bezahlen außerhalb des MC selbst wiederum eine MC-Anwendung, die in verschiedenen Szenarien Bezahlfunktionalität zur Verfügung stellt. Außerhalb des Mobile-Commerce kommen hierfür grundsätzlich das Bezahlen im (stationären) Internet, das Bezahlen an Automaten aller Art, das Bezahlen gegenüber einer Person, die als Händler oder Dienstleister auftritt (etwa im Kaufhaus, beim Pizzaboten oder im Taxi) sowie die Übertragung einer Geldsumme zwischen Endkunden in Betracht. In Deutschland hat sich bisher kein mobiles Bezahlverfahren durchgesetzt, es bestehen Standardisierungsbemühungen im Rahmen des National Roundtable M-Payment.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Google, Citi, MasterCard, First Data and Sprint Team up to Make Your Phone Your Wallet. Google. 26. Mai 2011. Abgerufen am 10. Januar 2012.
  2. SEMOPS – Secure Mobile Payment Service. Abgerufen am 10. März 2013
  3. http://www.slideshare.net/apertomove/online-kaufen-mobil-bezahlen
  4. Stiftung Warentest: Verfügbare Bezahlsysteme.
  5. Marcus Ernst: it-werke präsentiert mobile shopping Lösung GO4Q. ecommerce-news-magazin.de, 19. Dezember 2012.
  6. Michael Gilg: Gescannt, bezahlt, gekauft. Badische Zeitung vom 9. Januar 2013.
  7. Florian Treiß: Interview: Ulrich Kipper über Mobile Shopping und Mobile Payment mit GO4Q. mobilbranche.de, 26. August 2013.
  8. Hanno Bender: Edeka Fitterer testet das Bezahlen mit dem Handy. derhandel.de, 19. April 2013.
  9. biw AG präsentiert neues mobiles Bezahlsystem „kesh“. Meldung bei Omnicard.de vom 22. Mai 2013.
  10. Ab morgen zahlt mein Smartphone. Artikel in der Welt vom 11. August 2013.
  11. ComputerBase: Telekom schließt sich Handybezahldienst mpass an, aufgerufen am 23. November 2010
  12. telefonica.de: [1], telekom.de: [2], vodafone.de: [3]
  13. http://www.tariftip.de/rubrik2/21688/O2-Bezahlen-mit-dem-Handy-per-NFC.html
  14. Veropay gewinnt Merkur und Hartlauer als neue Partner. Onetoone.de, 5. Dezember 2013.
  15. Barbara Wimmer: VeroPay: Bezahl-App aus Tirol startet in ganz Österreich. Futurezone.at, 29. Oktober 2013.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sarah Leschik: Mobile Payment: Techniken - Umsetzung - Akzeptanz, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-8329-6606-5
  • Key Pousttchi: Mobile Payment in Deutschland – Szenarienübergreifendes Referenzmodell für mobile Bezahlvorgänge. Gabler/DUV, Wiesbaden 2005, ISBN 3-8244-8272-X
  • Stamatis Karnouskos: Mobile Payment: A journey through existing procedures and standardization initiatives. In IEEE Communications Surveys & Tutorials, Vol. 6, No. 4, 4th Quarter 2004, S. 44 - 66. (PDF-Datei; 240 kB)
  • Paul Gerhardt Schierz: Akzeptanz von mobilen Zahlungssystemen. Eine empirische Analyse basierend auf dem Technologieakzeptanzmodell, Verlag Dr. Kovac. Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3241-0

Weblinks[Bearbeiten]