Mobile App

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Dieser Artikel behandelt Apps für Mobilgeräte; zu Apps allgemein siehe Anwendungssoftware. Für andere Bedeutungen der Abkürzung oder Personen dieses Namens siehe APP.
Benutzeroberfläche eines Smartphones mit mobilen Apps

Als Mobile App (auf Deutsch meist in der Kurzform die App [ɛp], eine Abkürzung für den Fachbegriff Applikation; teils auch das App[1]; auf engl. [æp] als Kurzform für englisch application) wird eine Anwendungssoftware für Mobilgeräte bzw. mobile Betriebssysteme bezeichnet.

Obwohl sich der Begriff App als Abkürzung von dem englischen Begriff Application Software auf jegliche Art von Anwendungssoftware bezieht, wird er im deutschen Sprachraum oft mit Anwendungssoftware für Mobilgeräte gleichgesetzt. Im Sprachgebrauch sind damit meist Anwendungen für Smartphones und Tablet-Computer gemeint.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon die ersten Mobiltelefone enthielten oft kleine Anwendungen wie etwa Kalender, Taschenrechner oder kleine Spiele. Diese waren vom Hersteller für das jeweilige Betriebssystem konzipiert, fest installiert und nicht löschbar. Mit dem Erscheinen von Java auf Mobiltelefonen (Java ME) bekamen Anwender die Möglichkeit, einfache Anwendungen und Spiele von ihrem Mobilfunkbetreiber oder auch aus dem Internet über WAP (MIDlets) herunterzuladen, die häufig schon plattformunabhängig waren. Es entwickelte sich eine Hobby-Programmiererszene, aber auch professionelle Softwarehäuser boten solche Anwendungen kostenpflichtig an. Auch auf diversen PDAs konnten jeweils Anwendungen installiert werden.

Als Vorläufer von Smartphone-Apps können die Palm-OS-PDA-Anwendungen gelten, die ebenfalls in der Regel nur aus einer Datei bestehen und nach dem Transfer direkt nutzbar sind. Auf Psion-Organizern konnte man die Programme sogar mit dem Gerät selbst erstellen.

Doch erst mit dem Erscheinen des Apple iPhone und bald darauf den Android-Mobiltelefonen und weiteren Smartphones wurde die Möglichkeit der Installation von Anwendungen auf mobilen Geräten breiten Bevölkerungskreisen geläufiger, unterstützt durch entsprechend verstärktes Marketing der Hersteller. Mittlerweile existieren über eine Million Apps. Es gibt sie für die verschiedensten Bereiche, so z. B. Office-Anwendungen, Spiele, Ratgeber, Fitness-Apps, zur Emulation älterer Heimcomputer und programmierbarer Taschenrechner (wie etwa des HP-41C), als Hilfestellung für Diabetiker und vieles mehr.

Mithilfe von Mobile Apps werden zunehmend auch mobile digitale Geräte ferngesteuert, wie zum Beispiel Kameras, Action-Camcorder oder Quadrocopter.

Native Mobile Apps[Bearbeiten]

Mit Webbrowsern, wie z.B. Dolphin Browser, ist das Surfen im Internet auf einem Mobilgerät möglich.

Native Apps können schnell und unkompliziert über einen in das Betriebssystem integrierten Onlineshop bezogen und direkt auf dem tragbaren Gerät installiert werden.

Charakteristik[Bearbeiten]

Native Apps im engeren Sinn zeichnen sich dadurch aus, dass sie speziell an die Zielplattform angepasst und sehr leicht über ein herstellerspezifisches Online-Portal bezogen und installiert werden können. Da eine Mobile App nichts anderes als ein Anwendungsprogramm für das entsprechende Gerät ist, ist die Bandbreite der Anwendungen sehr hoch. Sie reicht von einfachsten Werkzeugen und Spaßanwendungen mit nur einer Funktion bis hin zu Programmpaketen mit umfangreicher Funktionalität. Dazu gehören einfache Inhalte (aktuelle Nachrichten, Zeitungsartikel) und Datenbanken genauso wie reine Benutzerschnittstellen, die die effiziente Nutzung von bestimmten Webanwendungen auf einem Smartphone ermöglichen. Durch die verschiedenen Software-Plattformen ist es allerdings nicht möglich, etwa eine Android-App auf einem iPhone aufzuspielen oder umgekehrt. Somit muss eine Softwarefirma die Anwendung für jedes mobile Endgerät einzeln entwickeln bzw. anpassen. Jede mobile Plattform besitzt ihr eigenes SDK (Software Development Kit) welches von registrierten Entwicklern genutzt werden kann. Die bevorzugten Programmiersprachen für die größten Systeme sind:

Für manche Plattformen kann man auch Applikationen mittels HTML 5 und JavaScript erstellen, die aber dann wie eine native App behandelt werden. Beim Mozilla-eigenen Betriebssystem Firefox OS sind sogar alle Apps nach diesem Schema konzipiert.

Vertrieb[Bearbeiten]

In Folge des großen Markterfolgs von Smartphones und Tablet-Computern haben praktisch alle Hersteller mobiler Betriebssysteme eigene Online-Systeme entwickelt, um die für ihre jeweiligen Geräte entwickelten Apps zu vermarkten. Die Apps werden so über eine zentrale Vertriebsplattform angeboten und können von Kunden dort kostenlos oder kostenpflichtig heruntergeladen werden. Die erste dieser Vertriebsplattformen war der App Store von Apple, andere Hersteller folgten nach.

Sofern die Hersteller ihr mobiles Betriebssystem auch für externe Quellen zur Installation von Anwendungssoftware zugänglich halten (alle Anbieter außer Apple und Microsoft), gibt es darüber hinaus auch weitere, oft plattformübergreifende Angebote durch Shops verschiedener Anbieter im Internet, sowie die Möglichkeit des direkten Bezugs auf den Webseiten der App-Entwickler. Dabei gibt es grundsätzlich verschiedene Wege, wie die App auf das Mobilgerät gelangt: Entweder wird die App mit einem PC über das Internet heruntergeladen und dann über entsprechende Software (wie etwa iTunes) bei Anbindung des Mobilgeräts automatisch oder manuell darauf installiert. Manche App-Plattformen ermöglichen es auch, die App über den PC zu kaufen und automatisch auf allen synchronisierten Geräten zu installieren, wobei die App von den Geräten automatisch heruntergeladen wird.[2] Alternativ kann die App auch auf direktem Weg, das heißt per „Luftschnittstelle“ über die mobile Internetverbindung oder WLAN, mit dem Mobilgerät geladen und installiert werden.

Geschäftsmodell[Bearbeiten]

Die Quelle mit der größten Anzahl an bereitgestellten Programmen ist Google Play für Android-Smartphones,[3] gefolgt vom App Store für Apple iOS. Daneben gibt es auch für Windows-Phone-Smartphones mit dem Windows Phone Store und Blackberrys einen eigenen App-Store. Einnahmen gehen zum Teil an die Entwickler, der Betreiber des Vertriebsportals ist an den Gewinnen ebenfalls beteiligt. So behalten Apple, Google und Microsoft 30 Prozent des Kaufpreises einer App als Provision ein. Auch kostenlose Apps sind über diese Vertriebsportale verfügbar, ihr Anteil unterscheidet sich je nach Plattform deutlich.

Im Regelfall werden Apps durch die Portalbetreiber technisch geprüft, teilweise findet auch eine inhaltliche Überprüfung statt. Die Umsetzungen sind im Detail sehr unterschiedlich.

In Unternehmen kommen mittlerweile auch spezielle unternehmenseigene Vertriebsportale zum Einsatz.[4]

Anbieter[Bearbeiten]

App Store (iOS)[Bearbeiten]

Der App Store von Apple ist der erste Vertriebskanal für mobile Apps und wurde am 10. Juli 2008 eingeführt.[5] Die Plattform hält mit Stand Juni 2014 1,2 Millionen Apps und zählt 75 Milliarden Downloads.[6] Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Adjust stellt die stetig wachsende Anzahl an "Zombies", das heißt Apps, welche von den Nutzern nicht gesehen werden, im App Store ein größer werdendes Problem dar.[7]

Google Play[Bearbeiten]
Google Android

Google Play (ehemals "Android Market") ist der "native" App-Anbieter für androidbasierte Geräte. Er wurde von Google im Oktober 2008 vorgestellt.[8] Hier setzt man, anders als beispielsweise Apple mit dem App Store, nicht auf das Sandbox-Prinzip. Dadurch haben Entwickler mehr Freiheiten, jedoch konnte dadurch bis 2012 auch Malware in den Store gelangen. Im August 2014 zählte die Plattform etwa 1,3 Millionen Apps.[9]

Amazon Appstore[Bearbeiten]

Der Appstore von Amazon ist eine alternative Plattform für Android Apps. Er wurde im März 2011 mit 3.800 Apps eingeführt und baute sein Angebot bis 2014 auf 240.000 Apps aus.[10] Seit Juni 2013 können auch Blackberry-Geräte Apps über Amazon beziehen.[11] Der Amazon Appstore ist der einzige Vertriebskanal für das firmeneigene Tablet Kindle Fire.[12]

Windows Phone Store[Bearbeiten]

Der Windows Phone Store wurde von Microsoft für die Windows Phones im Oktober 2010 eingeführt. Im November 2014 zählte der Anbieter etwa 300.000 verfügbare Apps.[13]

BlackBerry World[Bearbeiten]

BlackBerry World ist der Appstore für BlackBerry 10- und BlackBerry OS-Geräte. Er eröffnete im April 2009 mit dem Namen "BlackBerry App World". 2013 waren auf der Plattform 120.000 Apps verfügbar.[14] Benutzer von Blackberry 10 können auch Android-Apps ausführen.[15]

Nokia Store[Bearbeiten]

Der Nokia Store (früher "Ovi Store") wurde im Mai 2009 international eingeführt. Im Februar 2011 teilte das Unternehmen mit, dass es Windows als primäres Betriebssystem auf seinen Geräten verwenden würde.[16] Der Nokia Store besteht zwar weiterhin für die Nutzer der früheren Betriebssysteme, allerdings ist die Entwicklung neuer Apps mittlerweile eingestellt.[17]

Samsung Apps[Bearbeiten]

Die Plattform Samsung Apps wurde im September 2009 vorgestellt.[18] Sie bietet Apps für Windows Mobile, Android und Bada.

Sicherheit[Bearbeiten]

Native Mobile Apps sind wie alle Programme Software, die auch Sicherheitslücken enthalten kann. Es bedarf daher grundsätzlich der Sicherstellung der Aktualisierung des Endgeräts sowie der Softwarepflege durch den Anbieter. Da zahlreiche native Apps nur einen besonderen, auf die Anwendung beschränkten, jedoch im Komfort optimierten, Web-Zugriff darstellen, haben sie die Eigenschaft, einen Web-Browser zu umgehen. Apps laufen als Programm auf dem jeweiligen Gerät und haben damit erweiterten Zugriff auf Ressourcen des Gerätes, wie unter anderem Netzwerke, Datenträger, Dateien, Dokumente, Datenbanken, GPS, Gyrosensoren, Audio, CMOS-Bildsensoren und 3G-Modem. Diesem Problem wird durch die Verwendung einer Sandbox begegnet, wodurch der Zugriff auf vom Hersteller bereitgestellte Programmschnittstellen beschränkt wird, und somit reguliert werden kann.[19][20]

Datenschutz[Bearbeiten]

Viele mobile Apps werden von Verbraucherschützern kritisiert, weil sie ohne das Wissen des Benutzers oder dessen Zustimmung Daten versenden, die für die Funktion der App gar nicht erforderlich sind oder die unverschlüsselt oder nicht anonymisiert sind, und daher leicht ausspioniert werden können. Die Betreiber von Plattformen im Internet, wie zum Beispiel soziale Netzwerke oder Einkaufsportale, werden mit Apps in die Lage versetzt, Daten zu sammeln und für gezielte und effiziente Werbezwecke einzusetzen oder an Dritte weiterzuleiten.[21] Besonders kritisch ist es, wenn zum Beispiel bei Shopping-Apps sensible persönliche Daten, wie Kontodaten oder Kreditkarteninformationen, ausspioniert werden können.[22]

Hybride Mobile Apps[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hybrid-App

Eine Hybrid-App stellt eine Sonderform dar. Sie vereinen die Vorteile von Native Apps und Web-Apps, indem sie auf die Softwarekomponenten des mobilen Endgeräts zugreifen und gleichzeitig unterschiedliche Plattformen bedienen können.

Mobile Web-Apps[Bearbeiten]

Mit einem Webbrowser können Webapps (z.B. Büroprogramme) aufgerufen werden.
Hauptartikel: Webanwendung

Mobile Web-Apps werden über den Webbrowser des Mobilgeräts abgerufen und bedürfen keiner Installation. Mobile Web-Apps sind dabei eine Unterkategorie der Mobile App. Im Unterschied zu einer Mobile App werden sie mit einer Webtechnologie umgesetzt.

Multi-Channel-Apps[Bearbeiten]

Hauptartikel: Multi-Channel-App

Eine Multi-Channel-App ist eine Anwendung, die unabhängig von der Plattform auf jedem Betriebssystem und jedem Endgerät ausgeführt werden kann. Im Unterschied zu den Hybrid-Apps, die in den App Stores aufzufinden und damit nur für mobile Geräte zugänglich sind, können Multi-Channel-App auch als stationäre Desktop-Anwendungen genutzt werden.

Nutzung mobiler Apps mit LCD-TV-Geräten[Bearbeiten]

Aktuell werden verschiedene Ansätze erprobt, um die Anwendung mobiler Apps auch in einem breiteren Kontext zu ermöglichen. Im Fokus stehen dabei Konsolen, durch die mobile Apps beispielsweise auch im privaten Rahmen an marktüblichen LCD-TV-Geräten genutzt werden können.[23]

Einsatz mobiler Apps im Unternehmenskontext[Bearbeiten]

In Unternehmen werden Mobile Apps in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Zum einen finden sich Mobile Apps, die zur Optimierung von Arbeitsprozessen das IT-System eines Unternehmens mit mobilen Endgeräten verbinden, um Geschäftsprozesse zu unterstützen und zu optimieren. Dabei werden Anwendungen, die im Unternehmen von den Mitarbeitern an PCs genutzt werden, z. B. Enterprise-Resource-Planning (ERP), Customer-Relationship-Management (CRM) oder Microsoft Outlook, auch auf den Mobilgeräten verfügbar, so dass ortsunabhängig gearbeitet werden kann. Ein anderer Anwendungsbereich ist der Einsatz im Marketing. Apps werden dort zum Beispiel zur Unterstützung der Vertriebsmitarbeiter eingesetzt, etwa durch Bereitstellen von internen Produktkatalogen oder Ersatzteillisten mit direkter Online-Bestellmöglichkeit, auch verbunden mit der vorherigen Abfrage von Lagerbeständen und/oder Prognosen zur momentanen Lieferzeit eines Produkts. Als dritter Anwendungsbereich finden Apps Einsatz als integraler Bestandteil innovativer Geschäftsmodelle, die vollständig auf dem Einsatz von Mobile Apps beruhen.

Sofern im Unternehmenseinsatz nicht auf interne IT- und Sicherheitsrichtlinien (Security Policies) weitestgehend verzichtet wird, kommt der herkömmliche Vertriebsweg über einen App Store in der Regel nicht in Frage, denn darüber wären die – oft selbstentwickelten – mobilen Apps des Unternehmens auch öffentlich zugänglich. Stattdessen werden solche Apps durch einen Systemadministrator des Unternehmens zentral über Mobile-Device-Management-Lösungen dem Anwender zur Verfügung gestellt bzw. auch direkt auf sein Smartphone „gepusht“ (automatisch installiert). Im Fall reiner Firmen-Smartphones oder Tabletcomputer wird die Installation anderer Apps durch den Anwender aus Sicherheitsgründen technisch häufig unterbunden bzw. verhindert, da andernfalls ein möglicher Angriffspunkt für Industriespionage und andere Risiken durch Schadsoftware geschaffen würde.

Anwendungsbereich: Optimierung von Arbeitsprozessen[Bearbeiten]

Außendienstmitarbeiter werden an zentrale Infrastrukturen und Systeme wie ERP oder CRM angebunden. Neben der Bereitstellung von Informationen können sie Daten vor Ort erfassen und über das Mobilfunknetz direkt in die entsprechenden Systeme online übertragen. Informationen können online abgefragt und Daten zurück in die Systeme geschrieben werden. Die eingegebenen Daten stehen im System in Echtzeit zur Verfügung und können von anderen Anwendern direkt genutzt werden. Durch die digitale Eingabe vermindert sich gleichzeitig die Gefahr des Datenverlustes, da eine ungeordnete „Zettelwirtschaft“ umgangen werden kann, genauso wie unleserliche Aufzeichnungen. Der Außendienst kann permanent mit Aufträgen versorgt werden, so dass sich Fahrzeiten zur Zentrale erübrigen und eine bessere Auslastung geschaffen wird. Rückfragen des Kunden bezüglich Lieferzeiten, Verfügbarkeiten oder Kosten können direkt vor Ort beantwortet werden.

Über mobile Apps kann direkt auf öffentliche Ordner, Kalender, Postfächer und Kontakte zugegriffen werden, so dass Mitarbeiter im Außendienst so informiert sind wie ihre Kollegen im Unternehmen. Terminabsprachen werden dadurch erleichtert und führen u. a. zu Zeit- und Kostenersparnissen.

Mobile Apps finden mittlerweile auch schon im kommunalen Bereich Anwendung. Ein Beispiel dafür ist die Aufnahme von Ordnungswidrigkeiten über BlackBerrys.

Ziele[Bearbeiten]

Mobile Apps bedeuten Zeitersparnis bei der Informationsverarbeitung, Verringerung von Prozesskosten und intensivere Kundenbindung. Durch die softwaregestützte Datenverarbeitung vor Ort und die automatische Synchronisationover the air“ entfällt die Nachbearbeitung der Daten. Bestellungen, Aufträge, Leistungserfassungen müssen nicht mehr auf Papier erfasst und manuell in die betreffenden Systeme eingegeben werden. So werden Arbeitszeitkontingente für wesentliche Tätigkeiten frei. Die Organisation ist flexibler, wodurch besser auf Kundenwünsche reagiert werden kann.

Sicherheitsmaßnahmen[Bearbeiten]

Zur sauberen Trennung von nativen Apps auf Unternehmens-Mobilgeräten mit teilweiser privater Nutzung werden sog. Personae zur Trennung der jeweiligen Daten und Anwendungen genutzt.[24] Im Unternehmenseinsatz sorgen sogenannte Mobile-Device-Management-Systeme dafür, dass erwünschte Apps zentral auf die Geräte verteilt werden (zum Teil durch ein eigenes Bezugsportal) und unerwünschte, potenziell schädliche Apps von den Geräten automatisch gelöscht werden bzw. gar nicht erst installiert werden können.

Einsatz mobiler Apps: App Wrapping vs. natives App Management[Bearbeiten]

Mobile Apps bedeuten für Unternehmen im BYOD-Kontext oft ein hohes Sicherheitsrisiko, da sie zum Teil ohne Wissen und Zustimmung der Nutzer ungeschützt sensible Daten übertragen. Aktuelle Berichterstattungen zeigen, wie schnell unternehmens- und personenbezogene Daten in falsche Hände gelangen können. Das bedeutet nicht nur den Verlust vertraulicher Informationen, sondern macht Unternehmen angreif- und erpressbar.[25]

Professionelles Mobile Application Management hilft Unternehmen vor allem, ihre Daten zu schützen. Eine Alternative zur Absicherung von Unternehmensdaten ist App Wrapping. Beim App Wrapping werden unternehmensrelevante Anwendungen in einer weiteren App verschlüsselt. So wird gewährleistet, dass im Unternehmen nur sichere und zugelassene Anwendungen zum Einsatz kommen.[26] Das hat aber auch Nachteile, es kann zu Urheberrechtsverletzungen bis hin zum Verlust von Gewährleistungsrechten kommen. Besonders die Funktionalität der mobilen Geräte geht zu Lasten der hohen Reglementierung, wodurch nicht nur der Spaß, sondern auch die Produktivität leidet. Eine gewrappte App ist in ihren Policies auch nicht mehr veränderbar und muss bei Bedarf neu erstellt werden, was Kosten verursacht.[27]

Alternativ gibt es die Möglichkeit durch Enterprise Mobility Management native Apps sicher anzubieten, ohne dass die native Benutzererfahrung leidet. So werden reibungslose Abläufe und eine einfache und flexible IT-Verwaltung ermöglicht, da z.B. die Apps einfacher implementiert und Policies jederzeit angepasst werden können.[28]

Beliebteste Apps[Bearbeiten]

Die Kategorie der am häufigsten heruntergeladenen Apps sind die Spiele. Die nächsthäufigsten Kategorien stellen Bildung, Business und Lifestyle dar.[29] Der Großteil dieser App-Downloads ist kostenlos, ein kleinerer Teil muss im jeweiligen App-Store gekauft werden. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um Beträge unter 5 Euro.[30]

In Deutschland stieg der Umsatz von Jahr zu Jahr, 2011 auf 2012 hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr jeweils verdoppelt.[31] 2012 waren in Deutschland die Facebook App, der Whatsapp Messenger und die Youtube App am beliebtesten. Weltweit betrachtet wurden im Jahr 2012 64 Milliarden heruntergeladene Apps verzeichnet, 2013 waren es 100 Milliarden, was einem Anstieg von 60 Prozent entspricht.[29][32]

In der folgenden Liste finden sich die zehn am häufigsten heruntergeladenen (aber nicht am häufigsten genutzten) Apps:[33]

App Developer
Facebook Facebook
YouTube Google
Google Play Google
Google Search Google
Pandora Pandora
Google Maps Google
Gmail Google
Instagram Facebook
Apple Maps Apple Inc.
Yahoo Stocks Yahoo!

Literatur[Bearbeiten]

  •  Holger Hinzberg: iPhone Apps programmieren – Praxiseinstieg. 1. Auflage. mitp-Verlag, Frechen 2013, ISBN 978-3-8266-9287-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: App – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden: App Abgerufen am 8. November 2012.
  2. Reinstall apps & games. Abgerufen am 20. Januar 2015
  3. 800.000 Apps: Google Play überholt Apples App Store Artikel im GoogleWatchBlog vom 10. Januar 2013
  4. Apps in Firmen sicher und ohne Verwaltungsbürokratie anbieten ZDNet, 27. August 2012
  5. iPhone App Store Downloads Top 10 Million in First Weekend. Abgerufen am 20. Januar 2015
  6. iTunes App Store Now Has 1.2 Million Apps, Has Seen 75 Billion Downloads To Date. Abgerufen am 20. Januar 2015
  7. [1] Abgerufen am 20. Januar 2015
  8. Android Market: Now available for users. Abgerufen am 20. Januar 2015
  9. Microsoft says Windows Phone now touts 300,000 apps. Abgerufen am 20. Januar 2015
  10. Number of available apps in the Amazon Appstore from March 2011 to June 2014. Abgerufen am 20. Januar 2014
  11. Amazon Appstore verdreifacht Angebot in einem Jahr auf 240.000 Apps. Abgerufen am 20. Januar 2014
  12. How to install Google apps on Kindle Fire HD or HDX
  13. Windows und Windows Phone Store umfassen zusammen bereits über 500.000 Apps. Abgerufen am 20. Januar 2015
  14. Built for BlackBerry Apps and Games Get Increased Visibility in BlackBerry World. Abgerufen am 20. Januar 2015
  15. How BlackBerry 10 Runs 28,000 Android Apps Without a Back Button. Abgerufen am 20. Januar 2015
  16. Nokia and Microsoft Announce Plans for a Broad Strategic Partnership to Build a New Global Mobile Ecosystem. Abgerufen am 20. Januar 2015
  17. Changes to supported content types in the Nokia Store. Abgerufen am 20. Januar 2015
  18. Samsung celebrates Samsung Apps anniversary, now available in 109 countries. Abgerufen am 20. Januar 2015
  19. DRadio: Computer und Kommunikation – „Apps fressen Daten auf“ vom 4. August 2012
  20. Stiftung Warentest: „Datenschutz bei Apps – Persönliche Daten unverschlüsselt übermittelt“ vom 24. Mai 2012
  21. Datenschutz bei Apps: Welche Apps Ihre Daten ausspähen, test.de, 31. Mai 2012, online abgerufen am 16. November 2012
  22. Shopping-Apps: Nur zwei sind sicher und „gut“, Pressemitteilung der Stiftung Warentest vom 25. Oktober 2012, online abgerufen am 16. November 2012
  23. Mach dein TV-Gerät zum Touchscreen, 19. Februar 2015, abgerufen am 3. April 2015
  24. So arbeitet eine Mobile App Persona, abgerufen am 6. Dezember 2012
  25. Sebastian Wolters, Application Management, Schutz vor Spionage und Datenmissbrauch. TECCHANNEL IT im Mittelstand, 21. Oktober 2014. Abgerufen am 11.Februar 2015
  26. BITKOM, Apps & Mobile Services – Tipps für Unternehmen. Website des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., PDF Seite 28, 2014. Abgerufen am 11. Februar 2015
  27. Peter Marwan, Unter die Lupe genommen: Die Business-Funktionen von iOS7. ZDNet, 24. Juli 2013. Abgerufen am 11. Februar 2015
  28. Bernd Reder, Enterprise Mobility Management in Unternehmen. com!professional, 5. Februar 2015. Abgerufen am 11. Februar 2015
  29. a b Mobile Apps: Umsatz und Download Anzahl steigt weiter! (Statistik)
  30. Durchschnittspreis für Apps nach Kontinent in 2010
  31. Mobile Apps
  32. Über 100 Milliarden App-Downloads in 2013
  33. These are the 25 most popular mobile apps in America