Mobile Dating

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Mobile Dating ermöglicht es Menschen, einander mittels mobiler Endgeräte (Handy, Smartphone, Tablet-PC) kennenzulernen und miteinander Dates zu verabreden.

Geschichte und Erscheinungsformen[Bearbeiten]

Eine Frühform des Mobile Dating waren SMS-basierte Chatsysteme, die um 1995 entstanden. Die veranstaltenden Unternehmen (in Insiderkreisen „Wort-Bordelle“ genannt) arbeiteten häufig mit Animateuren, um die Kunden zum Versand von Premium-SMS zu bewegen. Die Branche kam durch eine Razzia der Staatsanwaltschaft in Kiel 2009 zum Stillstand.[1]

Die Folgegeneration von Mobile-Dating-Diensten entstand 2004 und waren als WAP-Seiten und in der Folge als schlichte Versionen von Internetseiten konzipiert.

Heute erscheinen Mobile-Dating-Dienste zum einen als Applikationen (Apps) für die Smartphone-Betriebssysteme iOS, Android, BlackBerry und Windows Mobile, auf die jeder Nutzer flexibel unterwegs zugreifen kann. Zum anderen nutzen viele Menschen auf ihren mobilen Endgeräten klassische Singlebörsen-Angebote mittels Webbrowser.

Einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Singlebörsen bietet die in viele Mobile Dating Apps integrierte Echtzeit-Umkreissuche (engl. Location-based Services, LBS), die den aktuellen Standort des mobilen Endgerätes einbezieht.

Mobile-Dating-Markt[Bearbeiten]

Mobile Dating wurde vom San Francisco Chronicle bereits 2005 als „nächster großer Schritt für die Entwicklung des sozialen Lebens im Internet“ bezeichnet.[2] Laut aktuellen Erhebungen loggten sich 2011 monatlich 122 Millionen Menschen weltweit auf den Dating-Portalen ein – davon waren 14 Millionen Nutzer via Smartphones aktiv.[3]

Der deutsche Mobile-Dating-Markt wird auf ca. 25 Millionen Euro geschätzt. Weltweit ist der Mobile-Dating-Markt mehr wert: Experten schätzen den Markt auf rund 100 Millionen US-Dollar. Zu den Marktführern bei den Mobile-Dating-Apps in Deutschland gehören Badoo (32,5 % Marktanteil), Lovoo (18,4 %) und FriendScout24 (15,6 %). Weitere Anbieter wie sympMe, Zoosk, Kizzle und iLove verfügen über einen sehr geringen Marktanteil von knapp unter 3 %. Zusätzlich erfolgen je nach Online-Dating-Dienstleister zwischen 7,2 und 16,9 % aller Logins pro Tag über mobile Endgeräte. Drei quantitative Studien zu den Nutzerzahlen zeigen das Wachstum: Im Frühjahr 2012 rund 1 Mio.[4], im Herbst 2012 schon 2 Mio.[5], im Frühjahr 2013 2,7 Mio. Nutzer[6] Weltweit sind es mehr als 200 Millionen Nutzer, von denen aber geschätzte 50 % der registrierten Accounts ungültig, doppelt oder inaktiv sind. Die Gesamtanzahl der Downloads von den 25 populärsten Mobile Dating Apps in Deutschland wird auf 6 Millionen – zum Zeitpunkt November 2012 – geschätzt,[7] im Mai 2013 ist die Zahl bereits auf 8,7 Millionen gestiegen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel online: SMS-Fake: Flirt-Dienste sollen Hunderttausende Nutzer betrogen haben, abgerufen am 18. Juli 2012
  2. San Francisco Gate: Hey Baby want a Date, abgerufen am 9. Juli 2012
  3. www.onlinepersonalswatch.com: The Business of Love, abgerufen am 18. Juli 2012
  4. 1. Deutsche Mobile-Dating-Studie (2012), abgerufen am 18. Juli 2012
  5. Studie: Mobile Dating – Ein mobiler Markt wächst heran
  6. Die Mobile-Dating-Marktstudie 2013: Deutschland, Österreich, Schweiz (PDF; 1,2 MB), abgerufen am 25. Juni 2013
  7. Mobile Love Studie 2012, abgerufen am 13. Dezember 2012

Weblinks[Bearbeiten]