Modale Tonleitern

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Die Modi
Ionisch
Dorisch
Phrygisch
Lydisch
Mixolydisch
Äolisch
Lokrisch

Modale Tonleitern, auch modale Skalen oder kurz Modi (Einzahl Modus) sind

  • im engeren Sinne Tonleitern, die Namen und Tonvorrat der alten Modi (Kirchentonarten, Kirchentöne) übernehmen, ohne jedoch die weiteren in der alten Musik wichtigen Eigenschaften der Kirchentöne zu berücksichtigen. Die kirchentonalen Modi werden im Folgenden auch als Kirchentonleitern bezeichnet.
  • im weiteren Sinne auch (z.B. im modalen Jazz) "exotische" Tonleitern.

Inhaltsverzeichnis

Herleitung der Kirchentonleitern aus einer Basistonleiter [Bearbeiten]

Die kirchentonalen Modi können als unterschiedliche Ausschnitte aus dem Tonvorrat einer Basistonleiter gedeutet werden. Als Basis eignet sich jede beliebige Durtonleiter, wobei sich die Verhältnisse besonders einfach (ohne Vorzeichen) bei C-Dur gestalten. default

Die ionische Tonleiter ist mit der Dur-, die äolische mit der natürlichen Moll-Tonleiter identisch.

Die modalen Tonleitern können natürlich auf jede Stufe der chromatischen Tonleiter transponiert werden. Um die Vorzeichen einer bestimmten Transposition ermitteln zu können, ist es nützlich, sich zu merken, auf welcher Stufe der zugehörigen Basistonleiter die Modi errichtet sind.

Weiß man zum Beispiel, dass Dorisch auf der zweiten Stufe der zugeordneten Durtonleiter „steht“, so sieht man sofort, dass e-Dorisch die gleichen Vorzeichen wie D-Dur oder fis-Dorisch die gleichen Vorzeichen wie E-Dur hat. Lydisch steht auf der vierten Stufe der Basisleiter, also hat z.B. As-Lydisch die gleichen Vorzeichen wie Es-Dur.

Eine alternative Methode zur Ermittlung der Vorzeichen ergibt sich aus dem folgenden Kapitel.

Besondere Merkmale der Kirchentonleitern [Bearbeiten]

Die Kirchentonleitern lassen sich jeweils einem der Tongeschlechter Dur oder Moll zuordnen. Sie sind entweder einer Dur- oder Molltonleiter sehr ähnlich und unterscheiden sich von dieser nur durch eine charakteristische Tonstufe. Im Folgenden werden die Kirchentonleitern mit der jeweils ähnlichen Dur-/Moll-Tonleiter verglichen. Die Notation ist so gewählt, dass keine Vorzeichen benötigt werden. Zunächst werden die Tonleitern betrachtet, die auf das mittelalterliche System der Kirchentöne zurückgehen.

Moll-geschlechtliche Skalen [Bearbeiten]

Dorische Sext.jpg

Dorisch [Bearbeiten]

Die dorische Tonleiter unterscheidet sich von der natürlichen Molltonleiter durch eine erhöhte 6. Stufe, die dorische Sext.

Phrygische Sekunde.jpg

Phrygisch [Bearbeiten]

Die phrygische Tonleiter unterscheidet sich von der natürlichen Molltonleiter durch eine erniedrigte 2. Stufe, die phrygische Sekunde.





Dur-geschlechtliche Skalen [Bearbeiten]

Lydische Quart.jpg

Lydisch [Bearbeiten]

Die lydische Tonleiter unterscheidet sich von einer Durtonleiter durch eine erhöhte 4. Stufe, die lydische Quart.

Mixolydische Sept.jpg

Mixolydisch [Bearbeiten]

Die mixolydische Tonleiter unterscheidet sich von einer Durtonleiter durch eine erniedrigte 7. Stufe, die mixolydische Sept.

Ionisch Äolisch Lokrisch.jpg

Vervollständigung des Systems (ionisch, äolisch, lokrisch) [Bearbeiten]

Aus den später (im 16. Jhdt.) hinzugefügten Modi Ionisch und Äolisch gingen das heutige Dur und Moll hervor. Die ionische Skala ist also mit der Durtonleiter, die äolische Skala mit der natürlichen Molltonleiter identisch.

Beim lokrischen Modus gibt es nicht ein charakterisches Unterscheidungsintervall zu Dur oder Moll. Man muss, um aus einer Molltonleiter eine lokrische zu machen, zwei Stufen erniedigen, nämlich die zweite und fünfte.

Einen Modus Lokrisch hat es übrigens im System der alten Kirchentöne nie gegeben. Die Bezeichnung stammt aus der Musiktheorie der griechischen Antike, wo sie eine nicht ganz geklärte, eher periphere Rolle spielte. Erst in neuerer Zeit wurde dieser Modus erfunden, um das System für praktische Zwecke zu vervollständigen. Die lokrische Tonleiter unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass über dem Grundton anstelle der reinen eine verminderte Quint (Tritonus) liegt, weshalb sie früher als unbrauchbar galt. Im Jazz erfreut sie sich jedoch einer gewissen Beliebtheit.

Bildliche Darstellung aller Kirchentonleitern mit Hörbeispielen [Bearbeiten]

Die folgenden Grafiken stellen die sieben Kirchentonleitern bildlich dar. (Erläuterung des Schemas)

Interval diagram ionian.svg

Ionisch (Dur)
Anhören?/i

Interval diagram dorian.svg

Dorisch
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Interval diagram phrygian.svg

Phrygisch
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Interval diagram lydian.svg

Lydisch
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Interval diagram mixolydian.svg

Mixolydisch
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Interval diagram aeolian.svg

Äolisch (reines Moll)
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Interval diagram locrian.svg

Lokrisch
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Exotische Tonleitern (Linkliste) [Bearbeiten]

Unter "exotisch" wird hier pauschal alles verstanden, was von dem vertrauten Dur-Moll-System abweicht.

Siehe auch [Bearbeiten]