Modalität (Sprachwissenschaft)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Bedeutung des Begriffs Modalität in anderen Wissensgebieten siehe Modalität (Begriffsklärung)

Modalität ist ein Begriff der Sprachwissenschaft, insbesondere der Semantik. Eine modale Aussage steht im Gegensatz zu einer Aussage, die faktisch ist, also einen einzelnen Sachverhalt der wirklichen Welt beschreibt. Modale Aussagen beschreiben dagegen Mögliches, Notwendiges und ähnliche Konzepte. Eine einflussreiche Theorie zur Darstellung von Modalität ist die Mögliche Welten-Semantik.

Grammatisch wird Modalität durch spezielle Ausdrücke markiert (z. B. Modalverben, Satzadverbien, Konjunktivformen etc.), jedoch können auch einfache Sätze im Indikativ unter Umständen eine modale Interpretation erhalten.

Einteilung[Bearbeiten]

F. R. Palmer teilt die verschiedenen Arten von Modalität wie folgt ein:[1]

Bei anderen Autoren wird dynamische Modalität auch als ontische Modalität bezeichnet.

Häufige Arten der Modalität[Bearbeiten]

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Wörter, die die Modalität kenntlich machen, sind kursiv

Glaube, Vermutung

Ich glaube, dass sie schon da ist. Sie ist wohl schon da. Sie muss einfach schon da sein. Sie wird wohl schon da sein . (konstruiert wie Futur I, mit den Adverbien "wohl" oder "vermutlich", um Glaube oder Vermutung (auch gegenwärtig) auszudrücken.)

Befehl, Bitte

Komm jetzt endlich! Könntest Du vielleicht bitte kommen? Du musst kommen.

Hypothese

Ich hätte mir schon längst ein Auto gekauft, wenn der Ölpreis gefallen wäre.

Fähigkeit

Ich kann heute nicht kommen.

Zitat

Er hat gesagt, er habe die Arbeit schon erledigt.

Modalität in europäischen Sprachen[Bearbeiten]

In europäischen Sprachen wird Modalität auch durch spezielle Modalverben (können, müssen, dürfen, mögen, sollen, wollen) sowie den Modus des Verbes (Konjunktiv, Indikativ, Imperativ) ausgedrückt. Das verleitet zu der Annahme, dass Modalität eine Eigenschaft des Verbes ist und mit Verben hinreichend ausgedrückt werden kann. Diese Annahme ist in keiner Sprache richtig. Modalität ist eine Eigenschaft des ganzen Satzes. Von Adverbien und Modalpartikeln (ja, doch) über die Intonation bis hin zum Satzzeichen besteht eine Vielzahl sprachlicher Phänomene, die alle zur Modalitätsbildung herangezogen werden. Oft ist eine Kombination von über den Satz verteilten Elementen nötig, um eine bestimmte Modalität auszudrücken.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. F. R. Palmer: Mood and Modality, Cambridge (UK): Cambridge University Press, 2001

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Modalität – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen