Modell (Kunst)

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Modell als Entwurf[Bearbeiten]

Als Modell (lat: modulus Maß, Maßstab) wird in der Bildhauerkunst der Entwurf für eine Plastik (Bozzetto) bezeichnet, der als plastischer Körper aus Ton, Wachs und Gips oder anderen Materialien ausgeführt ist. Aus dem Modell kann in einer Kunst- und Bildgießerei eine gleich große oder vergrößerte, aus härterem Material bestehende Plastik hergestellt werden. Gebräuchliche Materialien für das spätere Original sind unter anderem Bronze, Kupfer, Eisen, Aluminium, Zinn, Gips und Marmor.

Modell als Person[Bearbeiten]

Das Atelier, 1881, von Marie Bashkirtseff, Studentin an der Académie Julian

Das Modell in der Malerei und Bildhauerei ist eine nackte (Aktmodell) oder bekleidete Person, die dem Künstler im Atelier oder den Studenten in der Kunstakademie beim Zeichnen oder Aktzeichnen Modell steht. Besonders das Aktmodell dient der Übung und dem Ziel, die Anatomie des menschlichen Körpers zu erfassen und künstlerisch umzusetzen. Ein Modell kann für ein entstehendes Kunstwerk, einen Akt oder ein Porträt, zum Vorbild werden. So standen beispielsweise wiederholt den Künstlern Paul Cézanne, Salvador Dalí, Pablo Picasso oder Heinrich Vogeler ihre Ehefrauen beziehungsweise Lebensgefährtinnen Modell. Von Marie-Hortense Fiquet, anfangs Modell, später Cézannes Ehefrau, gibt es etwa 26 Gemälde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg W. Költzsch: Maler Modell: Der Maler und sein Modell. Geschichte und Deutung eines Bildthemas. DuMont, Köln 2000, ISBN 978-3-770-14993-3
  • David K. Rubins: Anatomie für Künstler. Otto Maier Verlag, Ravensburg 1953, ISBN 3-473-61-106-9
  • Bibliographisches Institut (Hrsg.): Meyers kleines Lexikon. Kunst. Meyers Lexikonverlag, Mannheim/ Wien/ Zürich 1986, ISBN 3-411-02655-3
  • Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens, Erster Band, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig 1877

Weblinks[Bearbeiten]