Moderata samlingspartiet

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Moderata samlingspartiet
Moderate Sammlungspartei
Logo der Moderaten Sammlungspartei
Parteivorsitzender Fredrik Reinfeldt
Partei­vorsitzender Fredrik Reinfeldt
General­sekretär Kent Persson
Stell­vertretende Vorsitzende Gunilla Carlsson,
Beatrice Ask
Gründung 17. Oktober 1904
Haupt­sitz Stockholm
Jugend­organisation Moderata ungdomsförbundet (MUF)
Aus­richtung Konservatismus,
Wirtschaftsliberalismus
Farbe(n) Blau
Parlamentsmandate
84/349
Mitglieder­zahl 60.000
Internationale Verbindungen Internationale Demokratische Union (IDU)
Europapartei Europäische Volkspartei (EVP)
EP-Fraktion Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten)
Website www.moderat.se

Moderata samlingspartiet (dt. Moderate Sammlungspartei), kurz Moderaterna (M, dt. Die Moderaten), ist eine der im schwedischen Reichstag vertretenen politischen Parteien. Sie ist eine bürgerlich-konservative Partei mit einem liberalen Wirtschaftsprogramm.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Moderate Sammlungspartei wurde 1904 unter dem Namen Allmänna Valmansförbundet (Allgemeiner Wählerbund) als Reaktion auf die Wahlerfolge der beiden anderen politischen Gruppierungen dieser Zeit (Sozialdemokraten und Liberale), die sich in den Jahren zuvor organisiert hatten, gebildet. Der Aufbau der Partei wurde durch den späteren Parteivorsitzenden Arvid Lindman (Parteivorsitzender 1912–1935) geprägt. Zunächst trat die Partei national-konservativ auf. Die größten Wahlerfolge hatte die Partei in den 20er Jahren, wo sie mit Abstand die größte bürgerliche Partei war (Wahl 1928: 29,4 % der Stimmen), doch verlor sie ab den 1930er Jahren an Stimmen, da sie gegen die gesellschaftlichen Modernisierungsschübe ankämpfte. 1938 wechselte sie den Namen in Högerns Riksorganisation (Reichsorganisation der Rechten) und 1952 in Högerpartiet (Rechtspartei).

Nach dem Tiefstand bei der Wahl 1948 mit 12,3 % folgte ein Aufwärtstrend in den 1950er Jahren bis 19,5 % bei der Wahl 1958. In den 1960er Jahren sank der Wähleranteil, bis die Partei bei der Wahl 1970 mit nur 11,5 % der Stimmen zur kleinsten der vier bürgerlichen Parteien geschrumpft war. Im Jahr davor war die Partei in Moderata Samlingspartiet umbenannt worden, was eine Annäherung an die politische Mitte signalisieren sollte. Nach der Wahlniederlage von 1970 übernahm Gösta Bohman den Parteivorsitz und setzte die Neuausrichtung der Partei fort. Bei der Wahl 1979 eroberte sie die Führung im bürgerlichen Lager zurück. Die Partei war an den Koalitionsregierungen zwischen 1976 und 1982 beteiligt.

Nach der Wahl 1991 wurde der Parteivorsitzende Carl Bildt Ministerpräsident und führte eine bürgerliche Koalitionsregierung bis zur Wahl 1994, als die Sozialdemokraten an die Macht zurückkehrten.

Unter dem neuen Vorsitzenden Fredrik Reinfeldt präsentierte sich die Partei als Nya Moderaterna (dt. Neue Moderate).[1] Bereits 2004 hatte das bürgerliche Lager im Bündnis Allians för Sverige zusammengefunden. Nach dem gemeinsamen Wahlsieg 2006 bildete Fredrik Reinfeldt eine bürgerliche Mehrheitsregierung. Die Moderaten erreichten bei der Reichstagswahl 2010 30,1 % der Stimmen und 107 von 349 Mandaten und konnten damit ihr Ergebnis gegenüber der vorangegangenen Reichstagswahl deutlich verbessern. Die Mitte-rechts-Koalition verlor trotzdem ihre Mehrheit und musste als Minderheitsregierung fortgesetzt werden. Bei der Wahl 2014 fiel die Partei auf 23,3 % der Stimmen. Damit war die Partei zwar nach wie vor die größte im bürgerlichen Block, aber das bürgerliche Lager als gesamtes rutschte hinter die rot-gründe Opposition, weswegen die Regierung Reinfeldt zurücktrat. Fredrik Reinfeldt kündigte an, sich auch von allen Parteiämtern zurückzuziehen. Da die rot-grüne Regierung wegen des guten Wahlergebnisses der Schwedendemokraten auch über keine eigene Mehrheit verfügt, kam es schon im Herbst 2014 zu einer Regierungskrise, die in der Ankündigung einer vorgezogenen Neuwahl resultierte. Die Moderaten wollen, voraussichtlich unter Führung von Anna Kinberg Batra, wieder mit den anderen bürgerlichen Parteien zusammen den Wahlkampf bestreiten.

Reichstagswahlen[Bearbeiten]

Bis 1968 Wahlen zur Zweiten Kammer. Angaben von Statistiska Centralbyrån.[2]

Parteivorsitzende[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reinfeldt präsentiert die Neuen Moderaten Svenska Dagbladet, 25. August 2005, abgerufen am 24. Juni 2012
  2. Historische Wahlstatistiken Statistiska Centralbyrån, abgerufen am 24. Juni 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moderata samlingspartiet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien