Modul University Vienna

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MODUL University Vienna
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Gründung 30. Juli 2007
Trägerschaft Wirtschaftskammer Wien und andere
Ort Wien, Österreich
Präsident Karl Wöber
Studenten 350
Mitarbeiter 50
Website www.modul.ac.at

Die Modul University Vienna (Eigenschreibweise MODUL University Vienna, kurz MU Vienna) ist eine 2007 von der Wirtschaftskammer Wien mit Unterstützung des WienTourismus bzw. der Wiener Stadtverwaltung und anderer eröffnete Privatuniversität in Wien mit englischer Arbeitssprache. Ihr Sitz befindet sich auf dem Kahlenberg im 19. Wiener Gemeindebezirk, Döbling. Die MU Vienna ist (Stand Ende Dezember 2012) eine von vier Privatuniversitäten in Wien.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründer[Bearbeiten]

Die Universität wurde von der Wirtschaftskammer Wien (90 %) und der Stiftung des saudisch-österreichischen Geschäftsmannes Mohamed Bin Issa Al Jaber (10 %) initiiert und mit Unterstützung der Stadt Wien bzw. des WienTourismus errichtet.[1][2] Ziel der Gründer war, Studenten international ausgerichtete, praxisbezogene (Post-Graduate-)Studien in den Bereichen Tourismuswissenschaft, Informationstechnologie und öffentliche Verwaltung („Public Governance“) anzubieten und dabei die aktive Rolle Wiens im europäischen Städtetourismus zu nutzen. Zum Gründungspräsidenten wurde Karl Wöber bestellt, der zuvor an der Wirtschaftsuniversität Wien im Bereich Tourismuswissenschaft gelehrt und geforscht und sich insbesondere mit dem Städtetourismus befasst hatte.

Um das Jahr 2010 ergab sich, dass Mitgründer Al Jaber Zusagen, die er zur Finanzierung der Privatuniversität gemacht hatte, zum Teil nicht mehr erfüllen konnte. Der Ausfall wurde von der Wirtschaftskammer Wien kompensiert; Al Jaber ist aus der Betreibergesellschaft ausgeschieden.

Name[Bearbeiten]

Der Name „Modul“ wird von der Wirtschaftskammer Wien seit 1975 für ihre Tourismusschulen[3] verwendet, die sich ebenfalls im 19. Bezirk befinden und mit dem gleichnamigen Hotel[4] baulich kombiniert sind. Der Name Modul geht auf das Wabenprinzip zurück, nach dem die innere Raumstruktur des Oktogon-artigen Gebäudes für Hotel und Schule 1973–1975 gestaltet wurde.[5]

Die einstige Fachschule für das Hotel-, Gastwirts- und Kaffeesiedergewerbe, später als Hotelfachschule bezeichnet, heute Höhere Lehranstalt für Tourismus, die mit einer Fachmatura abgeschlossen wird, wurde 1908 gegründet und bezeichnet sich als zweitälteste Tourismusschule der Welt.[6] Das Führungsteam der Tourismusschulen Modul wurde seitens der Wirtschaftskammer Wien im Jahr 2004 beauftragt, die Modul University Vienna zu konzipieren.

Standort[Bearbeiten]

Die jahrelange Vernachlässigung des Kahlenbergs, eines in früheren Jahrzehnten touristisch stark genutzten, zuletzt aber in seiner Infrastruktur kaum mehr attraktiven Aussichtspunktes, führte zu Kritik an der Stadtverwaltung.[7] Für sie war daher auch wichtig, dass mit der Standortwahl der Modul University Vienna dieser exponierte Platz wieder sinnvoll genutzt werden konnte. Auf dem Gebäude der MU befindet sich eine auch über die Website der Stadtverwaltung erreichbare Webkamera[8], die den Ausblick auf Wien zeigt.

Zulassung[Bearbeiten]

Die MU Vienna wurde vom österreichischen Akkreditierungsrat, der im Auftrag des Wissenschaftsministerium die staatliche Anerkennung privater Hochschulen vornahm, am 30. Juli 2007 als Privatuniversität, vorerst auf fünf Jahre befristet, zugelassen[9] und startete ihren Betrieb im Wintersemester 2007 / 2008.

Seit 2011 wird die staatliche Anerkennung privater Hochschulen von der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) geregelt, die auf der Basis des Hochschul-Qualitätssicherungsgesetzes (HS-QSG) im Zuge einer grundlegenden Neugestaltung des Systems der externen Qualitätssicherung in Österreich mit 1. März 2011 gegründet wurde.[10][11] Gemäß dem gesetzlichen Auftrag ist AQ Austria für den gesamten Hochschulbereich (mit Ausnahme der Pädagogischen Hochschulen) in Österreich zuständig.

Außerdem sind die von der MU angebotenen Studienprogramme für Tourismus sind seit 2012 von der Zertifizierungsagentur Ted.Qual der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) akkreditiert.

Nachhaltigkeit[Bearbeiten]

Die MU Vienna hat ihren eigenen Angaben zufolge die Nachhaltigkeit zu einem ihrer Grundprinzipien erhoben. Diese soll Bestandteil des Lehrplanes und der Forschung sein und den Zielsetzungen entsprechend im täglichen Arbeitsablauf sichtbar gemacht werden. Derzeit nennt die Universität Solarpanele auf dem Dach, die Heizung der Räume mit biologischen Brennstoffen und Abfall-Recycling als Beispiele. Ein „Sustainability Committee“ soll die Einhaltung der selbst gesetzten Regeln kontrollieren.

Gremien[Bearbeiten]

Die MU Vienna wird von einem dreiköpfigen Vorstand („Board“) geleitet: dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und dem Geschäftsführer. Der Universitätsrat („University Council“), der die Entwicklung der MU Vienna unterstützt, besteht aus sieben Vertretern der Eigentümer; als außerordentliche Mitglieder nehmen Präsident und Geschäftsführer an den Sitzungen teil. Die Universitätsversammlung („University Assembly“) besteht aus allen Fakultätsmitgliedern, derzeit zwei Vertretern externer Vortragender und vier Studierenden und berät unter Vorsitz des Präsidenten. Sie wählt die Mitglieder diverser Ausschüsse und schlägt Kandidaten für die Ämter des Präsidenten und des Vizepräsidenten vor.

Studienangebot[Bearbeiten]

An der MU Vienna kommen 2012 sieben Studierende auf eine Mitarbeiterin bzw. einen Mitarbeiter. Die Studierenden stammen aus rund 70 Ländern. Die derzeitige Zahl der Studierenden, rund 350[12], soll sukzessive auf 500 erhöht werden.

Das Angebot ist in vier Abteilungen gegliedert:

  • Neue Medientechnologie (Leitung: Arno Scharl)[13]
  • Öffentliche Verwaltung und Management (Leitung: Harvey A. Goldstein, Vizepräsident der MU Vienna seit 1. August 2012)[14][15]
  • Tourismus- und Hotelmanagement (Leitung: Dagmar Lund-Durlacher)
  • Angewandte Statistik- und Angewandte Wirtschaftswissenschaft (Leitung: Ivo Ponocny)

Auf die Gestaltung des Angebots nimmt das eingerichtete unternehmerische Beratungsgremium, genannt „Industry Advisory Board“, Einfluss. Derzeit können folgende akademische Grade angestrebt werden:

  • Bachelor of Science (BSc) in International Management
  • Bachelor of Business Administration (BBA) in Tourism and Hospitality Management
  • Bachelor of Business Administration (BBA) in Tourism, Hotel Management and Operations
  • Master of Science (MSc) in Sustainable Development, Management and Policy
  • Master of Science (MSc) in International Tourism Management
  • Doctor of Philosophy (PhD) in Business and Socioeconomic Sciences
  • Master of Business Administration (MBA)
  • Master of Business Administration (MBA) in Sustainable Development and Management

Arbeiten[Bearbeiten]

  • Arno Scharl et al.: Trendanalyse in Wahlkämpfen („US Election 2008 Web Monitor“), Wien 2007.[16]
  • MU Vienna und European Cities Marketing[17]: European Cities' Visitors Report 2009
  • Josef Mazanec, Karl Wöber (Hrsg.): Analyzing International City Tourism, Springer, Wien / New York ²2009, ISBN 978-3211094150, 249 Seiten (mit Beiträgen von sechs MU-Vienna-Mitarbeitern)
  • Dagmar Lund-Durlacher, Ulrike Bauernfeind und Anja Hergesell: Der touristische Arbeitsmarkt als Chance für Frauen - Status quo und Zukunftsperspektiven, Modul Research GmbH, Wien 2010 [18]
  • European Cities Marketing (Hrsg.): European Cities Marketing Benchmarking Report, 6th edition, Dijon 2010, entwickelt von der MU Vienna[19]

Seit 2008 ist die Modul University Vienna affiliiertes Mitglied der UNWTO, der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen. Die UNWTO verlieh der MU Vienna und der Österreich Werbung 2009 für das von diesen beiden Institutionen betriebene Statistikprojekt TourMIS (Touristisches Marketinginformationssystem) in Madrid den Ulysses-Preis.[20] für Innovationen in der Tourismuswirtschaft.

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Die Presse“, 16. März 2007
  2. „Die Presse“, 11. Juli 2007
  3. Website der Tourismusschulen der Wirtschaftskammer Wien Modul
  4. Website des Hotels Modul
  5. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 3, Kremayr & Scheriau, Wien 1994, ISBN 3-218-00545-0, S. 273
  6. Website der Tourismusschulen Modul
  7. „Die Presse“, 20. März 2009
  8. Webkamera auf der MUV-Website
  9. Webseite des Österreichischen Akkreditierungsrates: Zahlen und Fakten auf einen Blick_2007, S. 3, zuletzt abgerufen am 21. September 2010
  10. BGBl. I Nr.74 / 2011 mit Novellen 2013 im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes
  11. Webseite der AQ Austria: [1], zuletzt abgerufen am 20. März 2013
  12. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120522_OTS0047/modul-university-vienna-erhaelt-hoechste-auszeichnung-der-welttourismusorganisation-bild
  13. „Die Presse“, 30. Oktober 2008
  14. Goldstein-Vorstellung auf der Website der MU Vienna, 1. August 2008
  15. Nennung Goldsteins in einem Text von Richard Florida, 2006 (PDF; 137 kB)
  16. Online-„Standard“, 8. Jänner 2008
  17. ECM-Website für die Tourismuswirtschaft
  18. Online-„Standard“, 4. Juni 2010
  19. Ankündigung des Reports, 22. Juni 2010
  20. Meldung über die Preisverleihung auf der MU-Website, 28. Mai 2009

Weblinks[Bearbeiten]

48.27436111111116.336638888889Koordinaten: 48° 16′ 28″ N, 16° 20′ 12″ O