Mofa

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Dieser Artikel erläutert den Typ eines motorisierten Zweirades. Für weitere Bedeutungen, siehe Mofa (Begriffsklärung)
Jawa Babetta, ein Mofa der klassischen Form
Hercules Prima 5S, ein Mofa klassischer Bauart
Piaggio Zip Scooter 25, ein Motorroller als typisches Mofa von heute

Das Silbenwort Mofa ist abgeleitet von Motor-Fahrrad bzw. Motorisiertes Fahrrad.

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In Deutschland gilt das Mofa als Fahrrad mit Hilfsmotor bis 25 km/h und wird nach der EG-Fahrzeugklasse als Kleinkraftrad eingeordnet.[1][2] Mofas sind einsitzig und die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 km/h. Statt des Führerscheins AM ist lediglich eine Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich, die ab einem Alter von 15 Jahren erworben werden kann.

Geschichte[Bearbeiten]

1965 wurde in der BRD die Rechtsgrundlage für eine neue Fahrzeugklasse - das Mofa - geschaffen.[3] Mofas waren demnach einspurige, einsitzige Fahrräder mit Hilfsmotor mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h und einer Drehzahl von maximal 4.800 min−1. Die Bauart des Mofas war vom bisherigen Moped mit Pedalen abgeleitet. Das eigenständige, markante Design der klassischen Mofas löste in Verbindung mit der Führerscheinfreiheit einen Mofa-Trend aus, der bis in die 1980er Jahre reichte. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung wurden in Deutschland von 25 Herstellern weit über 140 verschiedene Modelle angeboten.[4] Ausführungen mit Elektromotor (Solo Electra) konnten sich nicht durchsetzen. Ende der 1980er-Jahre flaute der Mofa-Trend ab und die Anzahl der produzierten Fahrzeuge verringerten sich. Verblieben ist eine Retroszene, die das schlichte Design der klassischen Mofas schätzt. In der DDR wurde kurzzeitig ebenfalls ein klassisches Mofa-Baumuster produziert, das SL 1. Rechtlich gab es die Mofa-Kategorie in der DDR jedoch nicht, das SL1 wurde regulär als führerscheinpflichtiges Fahrrad mit Hilfsmotor eingestuft, der Verkaufserfolg blieb daher aus.

Das Mofa als Fahrzeugklasse blieb auch nach Ende des Mofa-Trends relevant - von herkömmlichen Kleinkrafträdern wurden auf 25 km/h gedrosselte, einsitzige Fahrzeuge abgeleitet. Mit dem Wegfall der Drehzahlbegrenzung und Tretkurbelpflicht setzten sich gedrosselte Ausführungen moderner Kleinroller mit Keilriemen-Getriebe, Elektrostarter und einer Fliehkraftkupplung durch und verdrängten die letzten klassischen Mofas vom Markt. Diese Mofas füllen eine Marktnische aus, da Führerscheinfreiheit besteht und das Mindestalter zum Fahren bei nur 15 Jahren liegt.

1993 wurde in Deutschland außerdem die Klasse der Leichtmofas etabliert - für fahrradähnliche Mofas mit einem Leergewicht von bis zu 30 kg und einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Die Klasse existiert zwar noch im rechtlichen Sinn, derzeit gibt es in Deutschland jedoch keine Anbieter solcher Fahrzeuge.

Gegenwärtige Bauarten[Bearbeiten]

Mofas entsprechen in Konstruktion und Erscheinungsbild weitgehend dem Motorroller, sie sind jedoch einsitzig ausgeführt und haben einen auf 25 km/h gedrosselten Motor. Nahezu alle Hersteller von Motorrollern bieten ihre Fahrzeuge auch in einer Mofa-Variante an.

Die Pedalen klassischer Mofas dienen zum Starten des Motors, zum Bremsen und als Trittfläche für die Füße. Einige wenige Hersteller produzieren noch heute solche Mofas wie Pony, Tomos[5] und das Modell Vogue von Peugeot,[6] die auf dem deutschen Markt jedoch keine Rolle mehr spielen. In der Schweiz haben Mofas mit Pedalen aus führerscheinrechtlichen Gründen nach wie vor einen relevanten Marktanteil.

Verkehrsrecht[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

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Zusatzzeichen 1022-11 nach § 39 StVO: „Mofas frei“

Ein Mofa in Deutschland ist nach § 4 FeV ein einspuriges einsitziges Fahrrad mit Hilfsmotor, auch ohne Tretkurbeln, mit dem eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h erreicht wird. Voraussetzung zum Führen eines Mofas ist ein Mindestalter von 15 Jahren und nach § 5 FeV eine Mofa-Prüfbescheinigung. Wer im Besitz einer Fahrerlaubnis (unabhängig welche Klasse) oder vor dem 1. April 1965 geboren ist, benötigt keine Prüfbescheinigung. Seit dem 1. Oktober 1985 gilt für Mofafahrer auch die Helmtragepflicht.[7]

Zum Betrieb auf den öffentlichen Straßen ist ein so genanntes Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis erforderlich. Für ein Leichtmofa mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h entfällt die Helmpflicht.

Die seit einigen Jahren verbreiteten Elektrofahrräder sind keine Mofas. Pedelecs bis 25 km/h gelten als Fahrräder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Mofa – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richtlinie 2002/24/EG (abgerufen am 15. Juli 2014)
  2. Peter Hentschel (Begr.), Peter König, Peter Dauer (Bearb.): Straßenverkehrsrecht. Kommentar. 41. Auflage. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-60991-6., S. 1292
  3. Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vom 23. April 1965, Bundesgesetzblatt Teil I, S. 344.
  4. MOTORRAD Katalog 1972/73: S. 240–243; MOTORRAD Katalog 1976: S. 238–240; Motorrad 4/1980: S. 42–50
  5. http://www.tomos.ch/pages/de/startseite.php
  6. http://www.peugeot-scooters.de/product-sheet/vogue/standard-50/
  7. ifz.de Helmtragepflicht von motorisierten Zweiradfahrern (abgerufen am 17. Juli 2014)