Mofa

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Dieser Artikel erläutert den Typ eines motorisierten Zweirades. Für weitere Bedeutungen, siehe Mofa (Begriffsklärung)
Jawa Babetta – ein Mofa der ursprünglichen Form
Hercules Prima 5S – ein Mofa klassischer Bauart, produziert 1991–2005
Piaggio Zip Scooter 25 – als Stadtroller ein typisches Mofa von heute

Das Silbenwort Mofa ist abgeleitet von Motor-Fahrrad bzw. Motorisiertes Fahrrad. Der Begriff ist verkehrsrechtlich definiert und beschreibt in Deutschland seit dem 30. April 1965[1] im Wesentlichen führerscheinfreie, 1-sitzige Krafträder mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h. Fahrräder mit Hilfsmotor und Elektroräder zählen unter bestimmten Voraussetzungen zu den Leichtmofas. Das klassische Mofa ist aufgrund seiner Pedale ein Moped. Sie dienen zum Starten des Motors, zum Bremsen und als Trittfläche für die Füße. Gegenwärtige Mofas verfügen meist über Elektrostarter und sind als Motorroller ausgebildet. Pedelecs bis 25 km/h gelten nicht als Kraftfahrzeug und zählen daher auch nicht zu den Mofas.

Geschichte der Mofas[Bearbeiten]

Zu Vorkriegszeiten wurden bereits Mofas produziert, die zwar mit Pedalen ausgestattet waren, ansonsten aber eher kleinen Motorrädern glichen.[2] Anfang der 1960er Jahre wurde ein kleines handliches Moped entwickelt, für das man den Begriff Mofa wiederbelebte. Von den ersten Mopeds unterschieden sich diese konstruktiv vor allem durch deutlich kleinere Räder und eine in Deutschland auf 25 km/h beschränkte Höchstgeschwindigkeit. Die neu geschaffene Fahrzeugklasse erfreute sich als eine Art Modeerscheinung, aber auch aufgrund der Führerscheinfreiheit insbesondere unter Jugendlichen großer Beliebtheit. Die Mofa-Baumuster waren teilweise auch als Kleinkraftrad mit bis zu 50 km/h Höchstgeschwindigkeit zu haben und wurden von Jugendlichen vielfach darüber hinausgehend frisiert. In den 1980er Jahren war der Mofa-Trend abgeflaut, die produzierten Stückzahlen rückläufig. Spätestens mit dem Aufkommen preiswerter, in Deutschland auf 25 km/h beschränkter Mofa-Motorroller in den 1990er Jahren, spielten klassische Mofas auf dem deutschen Markt keine Rolle mehr. Die Liste ehemaliger Moped- und Mofahersteller ist lang.

In der DDR wurde kurzzeitig ebenfalls ein Mofa produziert, das SL 1. Weil Mofas in der DDR bis zu 40 km/h schnell fahren durften, war das SL 1 trotz seiner Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h ein Mofa. Im Ostblock war die Jawa Babetta eines der wenigen produzierten Mofas, das unter anderem erfolgreich in der Bundesrepublik Deutschland verkauft wurde.[3]

Konstruktionsmerkmale[Bearbeiten]

Ältere Mofas sind aufgrund ihrer Pedalen den Mopeds zuzuordnen. Heutige Mofas entsprechen in Konstruktion und Erscheinungsbild weitgehend den Motorrollern und verfügen lediglich über eine geänderte Sitzbank, sowie einen auf in Deutschland 25 km/h gedrosselten Motor. Obwohl bereits seit den 1970er Jahren auch Fahrzeuge mit Elektromotor im Angebot (Solo Electra) sind, konnten sich diese gegen den Verbrennungsmotor bisher nicht durchsetzen. Gegenwärtig finden Elektrofahrräder, die nur eine unterstützende Antriebskraft bieten (sogenannte Pedelecs), zunehmend Verbreitung. Siehe auch Elektrofahrräder ohne Tretunterstützung.

Hersteller und Verbreitung[Bearbeiten]

Nahezu alle Hersteller von Kleinrollern bieten ihre Fahrzeuge auch in einer Mofa-Variante an. Diese Mofas sind nicht sehr verbreitet, sondern füllen eher eine Marktnische aus. Der Führerscheinfreiheit und Berechtigung zum Fahren bereits ab 15 Jahren steht die geringe Höchstgeschwindigkeit gegenüber, die das Mofa auf öffentlichen Straßen als Verkehrshindernis in Erscheinung treten lässt. In zunehmendem Maße finden dagegen Fahrräder mit Elektromotor Verbreitung, die je nach Leistung und gesetzlicher Bestimmung des jeweiligen Staates, als Fahrrad, Leichtmofa, Mofa oder Kleinkraftrad eingestuft werden. Seit einigen Jahren gibt es eine Retro-Szene, die das schlichte Design der klassischen Mofas schätzt.

Mofa/Motorfahrrad im rechtlichen Sinn[Bearbeiten]

Den Mofas werden im öffentlichen Verkehrsraum einige Privilegien im Vergleich zu anderen Kfz eingeräumt

Deutschland[Bearbeiten]

Ein Mofa in Deutschland ist nach § 4 FeV ein einspuriges einsitziges Fahrrad mit Hilfsmotor, auch ohne Tretkurbeln, mit dem eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h erreicht wird. Voraussetzung zum Führen eines Mofas ist ein Mindestalter von 15 Jahren und nach § 5 FeV eine Mofa-Prüfbescheinigung. Wer im Besitz einer Fahrerlaubnis egal welcher Klasse oder vor dem 1. April 1965 geboren ist, benötigt keine Prüfbescheinigung.

Zum Betrieb auf den öffentlichen Straßen ist ein so genanntes Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis erforderlich. Wenn die in der Leichtmofa-Ausnahmeverordnung (StVRAusnV) definierten Merkmale bei dem Fahrzeug eingehalten sind, unter anderem zählt hierzu die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, entfällt die Helmpflicht.

Österreich[Bearbeiten]

Ein Motorfahrrad („Mofa“) nach österreichischem Recht ist „ein [nach Z. 4 zwei- oder dreirädiges] Kraftrad mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h, dessen Antriebsmotor, wenn er ein Hubkolbenmotor ist, einen Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ hat (Kleinkraftrad im Sinne der Richtlinie 2002/24/EG)“ (§ 2 Abs. 1 Z. 14 KFG).

Für das Lenken eines Motorfahrrads – und damit auch dem klassischen Typ Mofa als motorisiertes Zweirad entsprechend – ist in Österreich ein Mindestalter von 15 Jahren und ein Mopedausweis Voraussetzung. Wer im Besitz einer Lenkberechtigung, egal welcher Klasse ist, benötigt keinen Mopedausweis.

Da es sich bei dem Fahrzeug rechtlich um ein vollwertiges Kraftrad handelt, ist eine Typen- oder Einzelgenehmigung, amtliche Anmeldung mit Kennzeichen und Haftpflichtversicherung zwingend erforderlich. Nach § 106 Abs. 7 Z. 1 KFG besteht Helmpflicht.

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz ist das Motorfahrrad („Mofa“) in Art. 175Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeugen (VTS; SR 741.41) geregelt. In der Deutschschweiz wird ein Motorfahrrad auch als Töffli, Pfupfer oder Schnäpper bezeichnet.

Das Mindestalter zum Fahren eines Motorfahrrads beträgt nach Art. 6Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) 14 Jahre. Zum legalen Fahren mit einem Mofa benötigt man nach Art. 3Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche VRV einen Führerausweis für Motorfahrräder, den man nach erfolgreich abgeschlossener Theorieprüfung und einem absolvierten Sehtest erhält. Dieser Ausweis ist für jene Personen nicht erforderlich, die im Besitz eines Führerausweises sind.

Es gilt nach Art. 18Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche VTS eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges von 30 km/h. Die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit, zum Beispiel durch eine Fahrt bergab, stellt aber nach Art. 5Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche VRV keine Verletzung einer Verkehrsregel dar. Nach Art. 94Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche Verkehrszulassungsverordnung (VZV; SR 741.51) ist eine abgeschlossene Haftpflichtversicherung und ein Motorfahrrad-Kontrollschild vorgeschrieben; der Fahrzeugausweis mit der eingeklebten Versicherungsvignette ist mit dem Ausweis des benützten Motorfahrrades immer mitzuführen. Nach Art. 3bVorlage:Art./Wartung/ch-Suche VRV sind Führer von Motorfahrrädern mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 20 km/h von der Helmpflicht ausgenommen.

Da in der Schweiz 14- und 15-jährige keine Motorroller fahren dürfen, sind sie auf die klassischen Mofas (mit Pedalen) angewiesen. Motorroller bis 50 cm³ und unbeschränkte Höchstgeschwindigkeit dürfen erst ab 16 Jahren mit dem Führerausweis A1 (Schweiz) gefahren werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Mofa – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vom 23. April 1965, Bundesgesetzblatt Nr. 18 vom 30. April 1965.
  2. Kraftfahrzeugtechnik 4/1954, S. 114.
  3. http://www.jawamoped.com/html/history.html