Mohr (Heraldik)

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Der Mohr als Wappenbild wurde schon früh in die Heraldik eingeführt und wird als eine gemeine Figur bezeichnet. Der Mohr ist in vielen Wappenschilden und im Oberwappen vertreten. Beispiele sind das Wappen von Papst Benedikt XVI., des Hochstifts Freising oder das Wappen der Pappenheimer.[1]

Dargestellt werden eine menschliche Figur oder Teile davon, besonders der Kopf. Gewählt wird die schwarze Farbgebung zur Kennzeichnung eines dunkelhäutigen Menschen. Männliche und weibliche Personen werden ins Wappen genommen, und diese erhalten oft blonde, also goldene, aber auch kurze schwarze stark gelockte Haare. Sie können gekrönt sein und beispielsweise im Oberwappen als Gecken oder im Rumpf erscheinen.

Inhaltsverzeichnis

Die gekrönte Mohrin im Wappen der Kirchberger[Bearbeiten]

Bereits ein alter Wappenschild der Grafen von Kirchberg zeigt eine gekrönte Frauengestalt (Jungfrau) mit vermutlich dreiblütiger Blume (Rose, Lilie oder Distel) in der Hand,[2] die zu dieser Zeit als Symbol der Trinität steht, weshalb ein Bezug zu Maria möglich erscheint. Auf einem Siegel des Grafen Konrads von Kirchberg auf einer Urkunde des Klosters Wiblingen aus dem Jahr 1313 hält die gekrönte Jungfrau (Mohrin) eine Kugel in der rechten Hand.

Bei den Kirchbergern erhält die Mohrin spätestens ab dem 15. Jahrhundert statt eines „schwarzen Huts“ eine Bischofsmütze, zunächst anstelle der Krone auf dem Kopf, dann in die Hand. Dies hat allem Anschein nach Eberhard von Kirchberg veranlasst, nachdem er 1407 Bischof von Augsburg geworden war.

1488 wird Illertissen durch Kaiser Friedrich III. ein Wappen in Anlehnung an das der damaligen Ortsherren, der Grafen von Kirchberg, verliehen. Dieses zeigte eine schwarz gekleidete Mohrin mit einer schwarzen Bischofsmütze auf dem Kopf, in der Rechten einen grünen Zweig mit drei Blättern, hier wohl allerdings mit drei Disteln. Die Grafen von Kirchberg starben 1520 aus, bald darauf erhielt Illertissen das Wappen der neuen Grundherrn.

Eine Frau mit Mitra zeigt aber noch das Wappen von: Oberkirchberg seit mindestens 1555[3] (aber noch nicht als Mohrin), Unterkirchberg, die aus diesen beiden Ortsteilen gebildete Gemeinde Illerkirchberg und des Landkreises Neu-Ulm.

Auch das Wappen der Grafen Fugger von Kirchberg und Weißenhorn zeigt die Kirchberger Mohrin mit Mitra.[4][5][6]

Weitere Wappen Friedrichs III.[Bearbeiten]

Vor dem Wappen von Illertissen (1488) hatte Kaiser Friedrich III. noch weitere Wappen mit einer Mohrin zuerkannt.

Innsbruck und Schwäbisch Hall[Bearbeiten]

Bereits am 17. Dezember 1442 hatte Friedrich dem Innsbrucker Sigmund Rukenhauser ein Wappenschild verliehen, auf dem „ain swarcze Morin bisz an die prust mit ainem gelben geflochten zopphen“[7] abgebildet war. Am 28. Februar 1472 gab er ein Wappenschild an Claus Newffer aus Schwäbisch Hall, auf der „ain barhawbte morin, becleidt in weyss habende in ir yeder hand auch ein aufrecht gelb salczschewfl und umb ir hawbt ein gepundn fliegen pinden, blab und weysz“[7] zu sehen war. Am 10. März desselben Jahres erhielten Sebald Schreyer und sein Vater Hanns Schreyer ein Wappenschild mit einer „morin on fusz und on arm, in swarcz becleidet vorn mit dreyen gelben gesperren gelben gurtl gollir harpannt einem swarczn geflochten zopfen und gelben ringlein in den oren.“[7]

Der Mohr bzw. Möhrin von Tuttlingen-Möhringen[Bearbeiten]

Wappen von Tuttlingen-Möhringen
Früheres Wappen von Seitingen

Noch heute relevant ist das von Kaiser Friedrich III. 1470 an die frühere Stadt Möhringen an der Donau verliehene Wappen. Seit 1973 ist Möhringen ein Stadtteil von Tuttlingen. Angeblich machten die Möhringer im 19. Jahrhundert daraus eine weibliche Figur, die Mohrin, die im Volksmund in Anlehnung an den Ortsnamen als „Möhrin“ bezeichnet wird. Aber im Blick auf Friedrich III. ist es möglich, dass es sich auch ursprünglich um eine Mohrin handelte. In Erz gegossen ziert sie in Lebensgröße auch den Hechtbrunnen in der Ortsmitte.

Damit verwandt ist wohl auch das frühere Wappen des benachbarten Ortes Seitingen.

Der Mohr im Wappen von Wolffskeel und Grumbach[Bearbeiten]

Wolffskeel´scher Mohr: Das Wappen der Adelsfamilie Wolffskeel zeigt einen nach rechts schreitenden Mohr mit drei roten Rosen. Es erscheint erstmals beim Würzburger Fürstbischof Wolfram von Grumbach (1322–1333). Der Tradition nach handelt es sich um den hl. Mauritius. Er soll durch Ritter Eberhard von Wolfskeel, den Stammvater der Wolfskeels, in das Wappen gekommen sein.

Die Grabsteine Bischofs Wolframs und seines Neffen Otto II. von Wolfskeel († 1345)[8], der ihm 1333 als Bischof von Würzburg nachfolgte, sind im Würzburger Dom zu sehen. Sein Wappen trägt zwei Mohren, einen, der nach rechts, einen, der nach links schreitet.

Zwei weitere Grabsteine befinden sich heute im Mainfränkischen Museum:

  • Eberhard von Wolfskeel († 1379)[9]
  • Friedrich von Wolfskeel († 1408)[10]

Grumbach´scher Mohr: Die Grumbachs sind gleichen Ursprungs mit den Wolfskeels und führten anfangs auch das gleiche Wappen.

So findet sich auch der Mohr im Wappen und somit auf dem Zeremonienschwert und auf Münzen des Würzburger Fürstbischofs Johann III. von Grumbach (Bischof von 1455 bis 1466).[11][12] Als die Wolfskeels eine Wappenänderung forderten, um sich von den ihnen bald unbeliebten Grumbachs unterscheiden zu können, legte der römisch-deutsche König Maximilian I. 1492 fest, dass der Mohr der Grumbacher nach links, der Mohr der Wolfskeels nach rechts schreiten soll.

Das Mohrenwappen findet sich auch auf den zumeist von Riemenschneider gefertigten Grabmälern folgender Grumbacher Adeligen:

Auch einige andere Ortswappen ehemaliger Besitzungen der Wolffskeels und Grumbachs zeigen daher einen derartigen Mohren.

Davon abhängig ist zum Beispiel der Mohr von Uettingen und der Mohr von Unterpleichfeld.

Bis 1974 befand sich der Wolffskeel´sche Mohr auch im Wappen des Landkreises Würzburg

Der gekrönte Mohr von Freising[Bearbeiten]

Freisinger Mohr: Auch das Bistum Freising und der Landkreis Freising tragen einen „Mohren“ im Wappen. Der gekrönte Afrikaner („caput aethiopis“) erschien zum ersten Mal 1284 im Wappen des Bischofs Emicho Wildgraf von Wittelsbach (1283–1311). Der Titel „Wildgraf von Wittelsbach“ verdeckt, dass er väterlicherseits von den Kyrburgern und über seine Großmutter von den Kirchbergern abstammt. Bereits sein Onkel Konrad war Bischof von Freising († 1278), so dass ein Bezug zum Kirchberger Wappen naheliegt.

Der Legende nach wurde aber bereits vorherigen Bischöfen, insbesondere Bischof Otto von Freising (1112–1158) im Zuge seiner Teilnahme am Zweiten Kreuzzug, der Mohr im Wappen verliehen. Otto war Sohn des heiligen Babenbergers Leopold III., Markgraf von Österreich, und der Tochter Kaiser Heinrichs IV., Agnes von Waiblingen, und somit Enkel Kaiser Heinrichs IV. und Onkel Kaiser Friedrich Barbarossas. Seine erste Ausbildung erhielt er im Chorherrenstift Klosterneuburg, das sein Vater 1114 gegründet hatte. Im Jahr 1126 wurde er von diesem zum Propst des Stiftes ernannt, weshalb ein Bezug zum Verduner Altar mit der Königin von Saba möglich erscheint. Ende des 15. Jahrhunderts ordnete man ihm auf einer Klosterneuburger Wandmalerei selbstverständlich einen Mohren zu. 1586 weist der Maler Stephan Andreas Mayr ihm dann ein Wappen mit zwei Mohren zu.[17] Auch dieses Bild befindet sich in Klosterneuburg.

Nach einer verbreiteten Interpretation entstand der Mohr aber aus der Fehldeutung einer Darstellung, auf der eigentlich einfach ein gekröntes Haupt dargestellt war, mit dem Bischof Emicho die Reichsunmittelbarkeit seines Gebiets anzeigen wollte. Denkbar ist, dass es sich eigentlich um ein Porträt des Rudolf von Habsburg oder von Emicho selbst handelte. Eine weitere mögliche Herleitung ist der Bezug auf eine Stelle in der Apostelgeschichte, wo ein äthiopischer Kämmerer von dem Apostel Philippus getauft wird (Apg. 8,26).

In kolorierter Fassung wurde er dann im Jahr 1316 – eindeutig als „Mohr“ – auf dem Deckblatt des Haus- und Notizbuches von Bischof Konrad III. (1314–1322) abgebildet. 1340 findet er sich in der Zürcher Wappenrolle bereits unter den Bistumswappen. Bis zur Auflösung des Hochstifts Freising im Jahr 1803 stand er dauerhaft im Wappen der Bischöfe von Freising. Ab 1846 durfte das neue Erzbistum München-Freising den Mohren wieder im Wappen tragen.

Auch Sebastian Münsters Cosmographie Universalis mit einem Freisinger Stadtbild von 1550 trägt ein Wappen, das in zwei Wappenvierteln Mohren zeigt, allerdings mit zwei unterschiedlichen Gesichtern.[18]

Von Freising abhängige Gemeinde- und Landkreiswappen[Bearbeiten]

Zahlreiche Städte und Orte, die früher dem Hochstift Freising angehörten, haben Wappen mit dem „Freisinger Mohr“.

Das Mittenwalder Wappen ist insofern von besonderem Interesse, weil es in der Frühform (ab 1408) ein Frontalporträt eines Mohrenkopfes bietet.[19]

Zusätzlich in Niederösterreich:

Steiermark:

Slowenien:

Von Freising abhängige bischöfliche Wappen[Bearbeiten]

Viele Freisinger Bischöfe haben den Mohren in ihr Wappen übernommen, zum Beispiel:

Der Mohrenlöwe von Abfaltersbach[Bearbeiten]

Mohrenlöwe im Wappen von Abfaltersbach (Tirol)

Beim Mohrenlöwen handelt es sich um eine zweiteilige fiktive Wappenfigur, bei der der Oberkörper eines Mohren mit dem Hinterleib eines Löwen zusammengesetzt ist. Der Mohr ist dabei vom Freisinger Wappen abhängig.

Der gekrönte Mohr von Lauingen[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Lauingen

Lauinger Mohr: In Lauingen (Schwaben) findet sich bereits ein altes Siegel von 1270 im Stadtarchiv, das einen Männerkopf mit langem Haupthaar, Bart und Bügelkrone zeigt, wobei es sich einer Tradition nach um Friedrich Barbarossa handeln soll. 1451 wendet sich der seither mehrmals veränderte Kopf nach rechts ins Profil. Dabei ist erstmals deutlich ein Mohrenkopf mit Halskette, Ohrring und Mauerkrone zu erkennen. Lauingen ist neben Eisenberg auch die Stadt, die gerne als Mohrenstadt bezeichnet wird.

Eine im Hofturm der Stadt Lauingen abgemalte Sage berichtet dagegen für das 10. Jahrhundert: Zur Zeit, als die Heiden oder Hunnen bis nach Schwaben vorgedrungen waren, rückte ihnen der Kaiser mit seinem Heere entgegen und lagerte sich unweit der Donau zwischen Lauingen und dem Schloß Faimingen. Nach mehreren vergeblichen Anfällen von beiden Seiten kamen endlich Christen und Heiden überein, den Streit durch einen Zweikampf entscheiden zu lassen. Der Kaiser wählte den Marschall von Calatin (Pappenheim) zu seinem Kämpfer, der den Auftrag freudig übernahm und nachsann, wie er den Sieg gewiß erringen möchte. Indem trat ein unbekannter Mann zu ihm und sprach: „Was sinnst du? Ich sage dir, daß du nicht für den Kaiser fechten sollst, sondern ein Schuster aus Henfwil (später Lauingen) ist dazu ausersehen.” Der Calatin versetzte: „Wer bist du? Wie dürfte ich die Ehre dieses Kampfes von mir ablehnen?” – „Ich bin Georg, Christi Held”, sprach der Unbekannte, „und zum Wahrzeichen nimm meinen Däumling.” Mit diesen Worten zog er den Däumling von der Hand und gab ihn dem Marschall, welcher ungesäumt damit zum Kaiser ging und den ganzen Vorfall erzählte. Hierauf wurde beschlossen, daß der Schuster gegen den Heiden streiten sollte. Der Schuster übernahm es und besiegte glücklich den Feind. Da gab ihm der Kaiser die Wahl von drei Gnaden sich auszubitten. Der Schuster bat erstens um eine Wiese in der Nähe von Lauingen, daß diese der Stadt als Gemeingut gegeben würde. Zweitens, daß die Stadt mit rotem Wachs siegeln dürfte (welches sonst keinem mittelbaren Ort verstattet war). Drittens, daß die Herrn von Calatin eine Mohrin als Helmkleinod führen dürften. Alles wurde ihm bewilligt und der Daumen St. Georgs sorgfältig von den Pappenheimern aufbewahrt, die eine Hälfte in Gold gefaßt zu Kaisheim, die andre zu Pappenheim.[42]

Diese Sage legt nahe, dass es sich beim Lauinger Mohren ebenfalls um eine Mohrin handelt und das Wappen in direkter Verbindung zum Pappenheimer Wappen steht. Bereits in der Schwäbischen Chronik von Martin Crusius aus den Jahren 1595/96 wird berichtet, dass Kaiser Otto I. damals den schwarzen Mohrenkopf der Calatinen ins Wappen von Lauingen gesetzt habe und den Calatinen nur eine Mohrin zu führen erlaubt haben soll.

Der Mohr und die gekrönte Mohrin von Pappenheim[Bearbeiten]

Pappenheimer Mohr und Pappenheimer Mohrin[Bearbeiten]

Das Stadtwappen von Pappenheim zeigt einen Mohrenkopf mit gekräuseltem Haar und einer Stirnbinde. Die Pappenheimer Marschälle haben diese Figur in ihre Helmzier aufgenommen. Auf den ältesten Siegeln der Marschälle findet sich ein edler Kaiserkopf (1251), der wohl eher das Haupt des Hiero von Syrakus darstellt. Dieser Männerkopf trägt auf einem Stadtsiegel 1335 eine Stirnbinde. Aufgrund einer vergröbernden Darstellung sei aus dem ursprünglichen Kaiserkopf ein Mohrenkopf geworden, so auf einem Siegel 1378, wobei auf dem recht fratzenhaften Gesicht eine hohe dreizackige Krone sitzt.

Interessant ist, dass diesem Kopf im 15. Jahrhundert - in Übereinstimmung mit der von den Brüdern Grimm übermittelten Sage - ein weiblicher (!) Oberkörper beigefügt wird, der im 16. Jahrhundert einen Zopf oder zwei abstehende Zöpfe hat und später eine Mohrin wird.[43][44]

Die Mohrin von Gräfenthal[Bearbeiten]

Die Mohrin im Wappen von Gräfenthal geht auf die Reichserbmarschälle von Pappenheim zurück. Von 1438 bis 1621 stand ihnen die Grundherrschaft zu.[45]

Mohrin im Wappen der Freiherrn von Eberstein[Bearbeiten]

Der Wappenschild der Ebersteiner wird seit etwa dem 15. Jahrhundert geziert von einem offenen Turnierhelm, der wiederum eine weiß bekleidete, goldgekrönte und mit einer weißen Kopfbinde (Zindelbinde) nach orientalischer Art versehene Mohrin ohne Arme als Helmaufsatz trägt. Mitunter wurde die Auffassung vertreten, dieses Element rühre von einer im Zuge der Kreuzzüge gefangen genommenen Mohrenprinzessin her. Da die Ebersteiner seit 1303 als Marschalle des Hochstifts Würzburger Vasallen waren, reichten auch sie einem Aufruf folgend das Wappen 1540 an ihren Lehenhof ein. Dennoch findet sich wie schon vor 1540 auch später – vor allem in der Gehofener Linie – noch statt der weißen Kopfbinde ein Zopf oder sogar wehende Haare und statt des weißen Kleides ein blaues.[46]

Mohr und Mohrin im Wappen der Grafen von Strasoldo[Bearbeiten]

Wappen des Eichstätter Fürstbischofs Raymund Anton von Strasoldo in Schloss Hirschberg, 1764

Der Eichstätter Fürstbischof Raymund Anton Graf von Strasoldo (1757–1781) hatte nach allgemeiner Deutung in zwei Vierteln seines Wappens das Brustbild einer Mohrin mit silberner Stirnbinde mit abflatternden Bändern sowie roten Ohrringen. Das Stammwappen derer von Strasoldo zeigt noch einen wachsenden Äthiopier mit kurzen und eine wachsende Äthiopierin mit langen Haaren. 1641/1673 kommt beim Äthiopier eine silberne Kopfbinde hinzu, dann auch bei der Äthiopierin.[47]

Schlesische Adelsgeschlechter[Bearbeiten]

Der Mohrin derer von Loeben[Bearbeiten]

Das Adelsgeschlecht Loeben ist ein altes schlesisches Adelsgeschlecht. Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht im Jahre 1253.

Der Mohrin derer von Prittwitz[Bearbeiten]

Prittwitz ist der Name eines alten, sehr weit verzweigten schlesischen Adelsgeschlechts. Es wird im Jahr 1283 urkundlich erstmals erwähnt.

Die Mohren derer von Seydewitz[Bearbeiten]

Seydewitz (Adelsgeschlecht)

Das Adelsgeschlecht Seydewitz gehört zum meißnischen Uradel und wird 1299 urkundlich erwähnt. Als Hintergrund wird der hl. Mauritius vermutet.[48]

Der Mohr von Schauenstein[Bearbeiten]

Wappen von Schauenstein

Schauensteiner Mohr: In der ersten erhaltenen farbigen Zeichnung des Wappens von Schauenstein (Oberfranken) aus dem Jahr 1581 ist der vorher schon traditionelle Mann schwarz und hält einen kleinen roten Stein empor. Es ist eindeutig ein Bergmann mit einem Erzbrocken in der Hand, um den Ortsnamen zu verbildlichen: ein zur Schau gestellter Stein. Seit 1692 wird der Bergmann nun als Mohr fehlgedeutet. Ab 1812 ist der Mann nackt dargestellt mit einem Stück Fleisch in der Hand, es gibt auch Abbildungen, auf denen der Mohr einen Spiegel hält.

Mauritius-Wappen[Bearbeiten]

Der Mohr von Coburg[Bearbeiten]

Wappen von Coburg

Einen „Mohren“ zeigt auch das Stadtwappen von Coburg. Es handelt sich dabei mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Darstellung des Stadtpatrons, des Heiligen Mauritius, denn die älteste Kirche Coburgs ist zwischen 1150 und Anfang des 14. Jahrhunderts von einer Stephanskirche zur Morizkirche geworden.[49] Ab 1380 hatte dann auch ein Coburger Münzmeister als Meisterzeichen einen Mohrenkopf. 1430 wird der heilige Mauritius – wohl im Zuge der Hussiteneinfälle – Schutzpatron der Stadt und ziert seither das Stadtwappen. 1493 taucht in alten Akten das erste Mal das Wort „Mohrenkopf” auf, als ein Zinnmeister von der Stadt verpflichtet wurde, neben seinem Meisterzeichen seine Ware auch mit dem Mohrenkopf zu versehen. Aus dem Jahr 1521 stammt schließlich der älteste Abdruck des Stadtsiegels mit dem Mohrenkopf. 1575 wird er gemeinsam mit dem Löwen auf ein steinernes Schild des Coburger Rathauses gemeißelt.[50]

Nachdem der Mohr am 30. April 1934[51] aus dem Stadtwappen verschwinden musste,[52] wurde er ab dem 6. August 1945 wieder als Stadtwappen verwendet[53] und 1953 in seiner Form verändert.[54]

Heute gibt es die Ende des 19. Jahrhunderts angelegte Mohrenstraße, von 1937 bis 1945 als Straße der SA bezeichnet, mit der Mohrenbrücke.

„Coburger Mohr“ ist u. a. der Name einer Tanzsportgarde des Coburger Faschings, außerdem sind ein Coburger Stadtmagazin und eine Apotheke nach dem Mohren benannt.

Der Mohr von Zwickau[Bearbeiten]

Wappen von Zwickau

Zwickauer Mohr: Auch von Zwickau ist der Stadtpatron der hl. Mauritius, nachdem er bereits 1212 als Patron der Stadtpfarrkirche erwähnt wird. Daher stellt der im aktuellen Großen Stadtwappen am Schildrand hinzugefügte Mohr auch ihn dar.

Der Mohr von Bad Sulza[Bearbeiten]

Wappen von Bad Sulza

Sulzener Mohr: Im Stadtwappen von Bad Sulza findet sich ein Mohr in Ritterrüstung. Er findet sich bereits im ältesten bekannten Siegel aus dem Jahre 1567 mit einer gefähnelten Lanze in der Hand. Dieser Mohr verweist auf den heiligen Mauritius als Patron der Soldaten und Salzsieder.

Der Mohr von Förderstedt[Bearbeiten]

Wappen der ehemaligen Gemeinde Förderstedt

Förderstedt, heute Ortsteil der Stadt Staßfurt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt, hatte im Gemeindewappen den heiligen Mauritius begleitet von einem gekreuzten silbernen Schlägel und Eisen.

Mohr aus Krautheim[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Krautheim

Das Stadtwappen von Krautheim zeigt unter dem silbernen Schildhaupt mit drei grünen Lindenblättern im gespaltenen Schild vorn in Blau ein silbernes Mühlrad und hinten den schwarzen Mohrenkopf in Gold, der den Stadtpatron Mauritius darstellt.

Der Mohr von Sandau[Bearbeiten]

Um 1361 wurde die Stadt Sandau von Kaiser Karl IV. verpflichtet, dem Erzstift Magdeburg den Huldigungseid zu leisten und dessen Wappen und Schutzpatron in das Siegel aufzunehmen, siehe Wappen der Stadt Sandau (Elbe).

Der Mohr von Mehring[Bearbeiten]

Wappen von Mehring (Bayern)

Mehringer Mohr: Das Adelsgeschlecht der Moringer scheint seit dem 8. Jahrhundert im Besitze von Mehring gewesen zu sein. Sie starben allerdings Mitte des 14. Jahrhunderts aus. Im Wappen trugen sie einen Mohren mit roter Kopfbedeckung. Dieser fand als beredtes Zeichen für den Ortsnamen auch Eingang in das heutige Gemeindewappen.

Der Mohr von Stuttgart-Möhringen[Bearbeiten]

Wappen von Stuttgart-Möhringen bis 1942

Möhringer Mohr: Zeigte das Stadtteilwappen von Möhringen bis 1942 einen ungekrönten Mohren, so findet sich ab 1957 darauf ein gekrönter Mohr.

Der Mohr von Eisenberg[Bearbeiten]

Wappen von Eisenberg (Thüringen)

Eisenberger Mohr: Der Eisenberger Mohr geht auf eine Sage über einen Mohren als Diener des Grafen von Eisenberg zurück, die sich sowohl in einer Standfigur am Marktplatz als auch im Wappen niederschlug, interessanterweise als „korsischer Mohr“ mit verbundenen Augen.[55] Mitunter wird Eisenberg ebenso wie die Stadt Lauingen daher auch Mohrenstadt genannt.

Der Mohr von Mörlau[Bearbeiten]

Mörlauer Mohren: Die historisch exakte Herkunft der Mohren im Wappen von Ober-Mörlen ist nicht geklärt. Jedoch entstand das aktuelle Gemeindewappen auf Basis der Heraldischen Zeichen (Eppsteiner Sparren, Kurmainzer Rad und dem Mohren) eines Gerichtssiegels aus dem Jahr 1716. Im Codex Laureshamensis, einem Kopialbuch des 12. Jahrhunderts, findet sich für das Jahr 790 die Bezeichnung „Moruller Marca“, was meist als „Mark des Mohren“ gedeutet wird. An das Wappen angelehnt tritt der Mohr von Mörlau seit 1948 als Figur der Ober-Mörler Fassenacht auf; in früheren Zeiten im Dienerlivree (ähnlich „Sarottimohr“), in den Jahren 2003 bis 2009 begleitete er in seinem „orientalischen“ Fantasie-Kostüm (siehe rechts) das jeweilige Ober-Mörler Prinzenpaar bei seinen offiziellen Auftritten.

Nürnberger Patrizierwappen[Bearbeiten]

Der Mohr der Tucher und von Simmelsdorf[Bearbeiten]

Die Nürnberger Patrizierfamilie Tucher von Simmelsdorf hatte sehr bald einen Mohren im Familienwappen, der auch zum Markenzeichen der mit ihr verbundenen Brauerei wurde.[56] Wohl erstmals findet sich das Wappen im unteren Teil einer auf 1345 datierten, gestifteten Bartholomäus-Apostelfigur in der Nürnberger Sebaldus-Kirche. Im Nürnberger Tucherschlösschen befindet sich eine Wappenscheibe von 1480 mit einem Mohr, der eine mit Rosetten besetzte rote Stirnbinde über einer merkwürdigen, unter dem Kinn gebundenen weißen Haube trägt.[57]

Die Tucher waren von kurz nach 1420 im Besitz des Schlosses von Haimendorf, zu dem Rockenbrunn und die Kapelle St. Mauritius auf dem Moritzberg in der Frankenalb gehörte. Die Kapelle hatte der Nürnberger Patrizier Herdegen Valzner 1419 errichten lassen. Der Besitz ging 1476 durch Heirat von Anna Tucher mit Sigmund Fürer an die Fürer von Haimendorf.[58] Am Jagdschloss in Rockenbrunn ist noch im Jahr 1653 ein Tucher-Wappen angebracht worden.

Die Nürnberger Landgemeinde Simmelsdorf, in dem die Tucher seit 1598 einen Stammsitz hatten, hat aufgrund der historischen Verbundenheit mit dieser Familie einen Mohren ins Wappen aufgenommen.

Der Mohr der Holzschuher von Harrlach[Bearbeiten]

Die Holzschuher von Harrlach gehören auch zu den ältesten nachweisbaren Patrizierfamilien der Freien Reichsstadt Nürnberg und wurden 1228 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Mohrin der Haller von Hallerstein[Bearbeiten]

Die Patrizierfamilie Haller von Hallerstein gehörte zu den ältesten der Freien Reichsstadt Nürnberg. Urkundlich 1293 erwähnt.

Die Mohrin der Pömer von Diepoltsdorf[Bearbeiten]

Die Pömer von Diepoltsdorf waren eine Patrizierfamilie, die erstmals um 1286 urkundlich erwähnt wurde.

Mohr oder Mohrin der Schürstäber[Bearbeiten]

Das Patriziergeschlecht der Schürstäber zeigt eine Mohrin oder einen Mohren als Bischof.

Die drei Mohren von Strullendorf[Bearbeiten]

Drei Mohren zeigt das Wappen von Strullendorf. Sie stammen aus dem Wappen der Nürnberger Patrizierfamilie Tockler, die wohl aus Bamberg stammten und dort noch den sogenannten Tocklerhof besaßen.

Die Herren Mohr vom Wald[Bearbeiten]

Die Herren „Mohr vom Wald“ bei Daun nahmen um 1482 ein horizontal zweigeteiltes Wappen an, der obere Teil gold und schwarz geschacht, der untere gold. Das Zimier war eine Mohrenbüste ohne Arme, gekleidet in den Farben des Schilds. Das Rittergeschlecht derer von Mohr von Wald geht auf das 12. Jahrhundert zurück, die sich ab 1241 nach ihren Besitzungen im Peterswald „de Walda“ nannten.

Die Mohren in der Schweiz[Bearbeiten]

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass in der zwischen 1335 und 1345 entstandenen Zürcher Wappenrolle auf dem Schild selbst oder im Wappenzier insgesamt neun Mohren vorkommen. In heutigen Wappen findet sich der Mohr in folgenden Gemeinden:

Mohrener Mohr: Das Wappen von Mohren in der Schweiz trägt ein besonders aufschlussreiches Kopfbild eines Mohren.

Mandacher Mohr: Das Wappen von Mandach geht auf einen Helmschild der Herren von Mandach (13. Jahrhundert) zurück, der volkstümlicher Deutung nach den hl. Mauritius darstellt, der auch der Schutzpatron der Kirche von Mandach ist.

Flumenthaler Mohr: Das heutige Gemeindewappen von Flumenthal in der Schweiz zeigt ein Mohrenhaupt mit weißem Stirnband und Kragen sowie roten Lippen. Dieser ist so ähnlich schon im Vogteiwappen zu finden, bei dem man einen Zusammenhang mit dem heiligen Mauritius vermutet, der allem Anschein nach früher der Patron der Kirche war. Zudem ist der Weihetag der Kirche der Mauritzentag (22. September) 1514.

Oberweninger Mohr: Das heutige Gemeindewappen von Oberweningen zeigt ebenfalls einen Mohr. Vermutet wird die Übernahme des Wappens der Ritter von Mandach, die in Oberweningen Grundbesitz hatten, oder aber eine Schöpfung als „sprechendes” Wappen der lokal ansässigen Familie Moor.

Möriken-Wildegger Mohr: Und auch das Gemeindewappen von Möriken-Wildegg trägt einen Mohrenkopf. Die Deutung des Ortsnamens als Mohrenkopf erscheint erstmals 1592 auf einem Grenzstein.

Mohr von Avenches/Waadtland: Das Wappen des Städtchens Avenches zeigt in rot einen schwarzen Mohrenkopf mit weißem Stirnband.

Mohren von Cornol/Jura: Das Wappen von Cornol zeigt drei schwarze Mohrenköpfe mit rotem Stirnband und Ohrring.

Die Mohren von Aragon, Sardinien und Korsika[Bearbeiten]

Aragonische Mohren: Bereits alte spanische Chroniken berichten davon, dass Peter I. in der Schlacht von Alcoraz vier schwarze Könige enthaupten ließ. Entweder er selbst oder sein Nachfolger hätten diese Köpfe in ihren Wappenschild aufgenommen als Symbol für die Rückeroberung vier ehemals maurischer Gebiete. Spätestens 1281 führte Peter III., König von Aragon (Spanien), endgültig dieses Hoheitszeichen ein, das dann lange Zeit als Siegel verwendet wurde. Es handelt sich jeweils um einen weißen Schild mit dem roten St. Georgs-Kreuz und den Köpfen von vier Mohren mit weißem Stirnband.

  • Sardische Mohren: Das Landeswappen der italienischen Insel Sardinien zeigt wie das aragonische Wappen vier maurische Köpfe. Erst im 17. Jahrhundert wurde das ursprünglich aragonische Wappen durch Philipp IV. von Spanien offiziell für Sardinien eingeführt, indem er es auf Münzen prägen ließ.
  • Korsischer Mohr: Das Landeswappen der französischen Insel Korsika zeigt ebenfalls einen Kopf eines „Mohren“ oder Mauren (Testa Maura). Er wird in Verbindung gebracht mit dem Kampf gegen die sarazenischen Mauren im 9. und 10. Jahrhundert. Eine sagenhafte Gestalt des damaligen korsischen Widerstandes war Ugo Colonna. Dieser soll auch den Mohrenkönig Nugalon bezwungen und danach alle heidnischen Korsen haben taufen lassen (Zwangstaufe). Diese maurische Herrschaft spiegelt sich in korsischen Ortsnamen wie Campomoro, Morosaglia, Morsiglia usw. wider. Schon bald darauf tauchte der Mohrenkopf in diversen Siegeln und Wappen auf. Doch erst 1762 wurde der Mohrenkopf mit Stirnband von Pascal Paoli und der von ihm geleiteten Consulta zum offiziellen Wappen und Symbol für den Freiheitskampf der Korsen bestimmt. Der Legende nach geht dieses Symbol auf einen Kampf zwischen einem arabischen Herrscher, einem Mauren, und einem Korsen um dessen Verlobte zurück, die der Maure entführt hatte. Im Kampf blieb der Korse siegreich, und er schlug dem Mauren den Kopf ab, spießte ihn auf eine Lanze und reckte ihn hoch in den Himmel. Das Stirnband geht dagegen auf eine andere Legende zurück. Nach dem Sieg der Pisaner und Genueser über die Mauren sollte ein maurischer Gefangener hingerichtet werden, dem dazu die Augen mit einem weißen Tuch verbunden wurden. Der Maure wollte aber sehenden Auges sterben und schob daher das Tuch hoch zur Stirn. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich bei der Fahne um eine Einführung durch den König von Aragon handelt.

Vincentellu d’Istria, der für Aragon und gegen die pisanischen und genuesischen Besatzer kämpfte, brachte es bis zum Vize-König. Er wurde dann aber von den Besatzern geschlagen und in Genua hingerichtet; dennoch wird dieser Kampf heute als Beginn der korsischen Monarchiebewegung angesehen.

Als dann der deutsche Baron Theodor von Neuhoff sich am 12. März 1736 selbst zum ersten und einzigen König Korsikas machte, führte er bei seinem Triumphzug durch Korsika ein Porträt von sich mit, auf dem unten ein Wappen abgebildet war, das auf dem Schild den nach rechts gerichteten Kopf eines Mohren mit verbundenen Augen und einer Kette um den Hals zeigte.

Erst Paoli hat dann das Tuch als Zeichen der Freiheit zum Stirnband umfunktioniert und etwas später auch die Halskette weggenommen.[59]

Mohren in portugiesischen Wappen[Bearbeiten]

Mohren und Mauren in Wappen in Portugal, insbesondere in der Algarve[Bearbeiten]

Auch das portugiesische Königreich Algarve führte zunächst zwei Mohren im Wappen, die den aragonesisch-sardinisch-korsischen Mohren ähnelten. Später wurden die Schwarzen in den Wappenfeldern jedoch durch mehr arabisch aussehende Mauren ersetzt. Auch in den einzelnen Wappen bzw. Flaggen mehrerer Orte der Algarve und im Wappen von Évora haben sich diese arabisch-berberischen Mauren-Köpfe bis heute erhalten, so in Albufeira, Alcoutim, Aljezur, Benafim, Carvoeiro, Castro Marim, Estômbar, Lagoa, Loulé, Monchique, Olhão, Portimão, São Brás de Alportel, São Marcos da Serra, Silves, Tavira, Vila do Bispo, Vila Nova de Cacela und Vila Real de Santo António.

Mohren in den Wappen Portugiesisch-Guineas[Bearbeiten]

Unter allen Wappen der Kolonien Portugals wurde besonders das Wappen für Portugiesisch-Guinea (das heutige Guinea-Bissau) von dessen afrikanischen Bewohnern als eine Provokation angesehen, da es einen goldenen Stab enthielt, den Portugals König Alfons V. einst anläßlich der Inbesitznahme Guineas hatte anfertigen lassen. Als eigentliche Provokation wurde dabei empfunden, daß an der Spitze des Stabes ein (abgeschlagener) Mohrenkopf prangte.[60] Auch die Wappen von Bissau, der Hauptstadt der Kolonie, und Farim enthielten Darstellungen von Mohrenköpfen.

Der Mohr der Schwarzhäuptergilde[Bearbeiten]

In Riga gab es die sogenannte „Compagnie der Schwarzen Häupter“ (kurz auch Schwarzhäuptergilde), eine frühe Abspaltung der Ledigen von der „Großen Gilde“ (14. Jahrhundert). Der Patron der Schwarzhäuptergilde ist der hl. Mauritius. Daher hat man auch einen Mohren im Wappen. Der Name leitet sich aber mehr vom Kopfschutz der gewappneten Kriegsknechte her: der schwarzen Sturmhaube. Das Schwarzhäupterhaus (Gildenhaus) ist durch die Rekonstruktion in den 90er Jahren bekannt geworden, nachdem das ursprünglich 1341 erbaute Gebäude 600 Jahre später 1941 bei einem deutschen Angriff zerstört wurde. An der Pforte des Hauses rechts steht im Blick auf Patron und Wappen ein Mohr.[61] Im Zuge des Hitler-Stalin-Paktes von 1939 mussten die deutschstämmigen Schwarzhäupter Riga verlassen. Sie haben ihren neuen Sitz in die Stadt Bremen verlegt.

Mohren als Wasserzeichen[Bearbeiten]

Die Wasserzeichenkartei Piccard, die der Datierung von mittelalterlichen Codices dient, kennt mehrere Mohrenköpfe

  • Mohrenkopf mit Stirnband ohne Krone, Ende 14. Jahrhundert, Codex 22 im Stadtarchiv von Tulln.[62]
  • Mohrenkopf, Süddeutschland, letztes Viertel 14. Jahrhundert.[63]
  • Mohrenkopf mit Krone, erstes Viertel 15. Jahrhundert.[64]

Literatur[Bearbeiten]

Heraldik
  • Michael F. Schlamp: Der Mohrenkopf im Wappen der Bischöfe von Freising. In: Frigisinga. Bd. 7, 1930, ZDB-ID 540761-8, S. 115–187 (Auch: Sonderabdruck. Freisinger Tagblatt, Freising 1930).
  • Adolf Wilhelm Ziegler: Der Freisinger Mohr. Eine heimatgeschichtliche Untersuchung zum Freisinger Bischofswappen. Seitz & Höfling in Kommission, München 1975 (2. Auflage. ebenda 1976).
  • Sylvia Hahn (Red.): Der Mohr kann gehen. „Der Mohr von Freising”. (Der Mohr im Wappen des Bischofs von Freising und die Säkulkarisation 1803.) (= Diözesanmuseum für Christliche Kunst des Erzbistums München und Freising. Kataloge und Schriften. Bd. 30). Kunstverlag Fink, Lindenberg im Allgäu 2002, ISBN 3-89870-090-9 (Ausstellungskatalog, Freising, Diözesanmuseum, 23. November 2002 – 2. März 2003).
  • Mira Alexandra Schnoor: Der Mohr im Wappen. Afrikaner als Schildfiguren bayerischer Gemeinden. Bayerischer Rundfunk, München 2003.
  • Das Wappen Coburgs. Der Coburger Mohr. Tourismus & Congress-Service Coburg, Coburg 2004.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig, S. 274.
  2. Alter Wappenschild der Grafen von Kirchberg
  3. Oberkirchberger Wappen, 1555
  4. Wappen der Grafen Fugger von Kirchberg und Weißenhorn
  5. Wappen der Grafen Fugger von Kirchberg und Weißenhorn
  6. Wappen der Grafen Fugger von Kirchberg und Weißenhorn
  7. a b c http://regesten.regesta-imperii.de/index.php
  8. Bild der Wappenrolle
  9. Grabstein von Eberhard von Wolfskeel
  10. Grabstein von Friedrich von Wolfskeel
  11. Wappen von Johann III. von Grumbach
  12. Münze von Johann III. von Grumbach mit Mohrenwappen
  13. Grabmal von Eberhard von Grumbach
  14. Grabmal von Konrad von Grumbach
  15. Grabmal von Hans von Grumbach-Estenfeld
  16. Grabmal von Wilhelm von Grumbach
  17. Wappen Otto von Freisings nach Stephan Andreas Mayr, 1586
  18. Wappen im Freisinger Stadtbild von Sebastian Münster, 1550
  19. Frühform des Mittenwalder Wappens, ab 1408
  20. Wappen von Hollenburg
  21. Wappen von Ulmerfeld
  22. Wappen von Oberwölz
  23. Wappen von Dovje
  24. Wappen von Klevenz
  25. Wappen von Severna Istra
  26. Wappen von Škofja Loka
  27. Wappen von Bischof von Tulbeck
  28. Wappen eines unbekannten Fürstbischofs in Sulzemoos
  29. Wappen von Bischof Albrecht Sigismund von Bayern, 1651
  30. Wappen von Bischof Albrecht Sigismund von Bayern, 1669
  31. Wappen von Bischof Johann Franz Eckher
  32. Wappen von Bischof Johann Franz Eckher
  33. Wappen von Bischof Johann Franz Eckher, 1695
  34. Wappen von Bischof Johann Theodor von Bayern
  35. Wappen von Bischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen
  36. Wappen von Bischof Prokop von Toerring-Jettenbach, 1788
  37. Wappen von Bischof Joseph Konrad von Schroffenberg
  38. Wappen von Bischof Joseph Konrad von Schroffenberg, 1790
  39. Wappen von Erzbischof Michael Kardinal von Faulhaber
  40. Wappen von Erzbischof Joseph Kardinal Wendel
  41. Wappen von Erzbischof Julius Kardinal Döpfner
  42. Der Schuster zu Lauingen. In: Brüder Grimm (Hrsg.): Deutsche Sagen. Band 2. S. 473.
  43. Wappenrolle Pappenheimer
  44. Wappenrolle Pappenheimer
  45. Heinz Göschel (Hrsg.): Lexikon Städte und Wappen der Deutschen Demokratischen Republik. VEB Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1979.
  46. Louis Ferdinand Freiherr von Eberstein: Geschichte der Freiherren von Eberstein und ihrer Besitzungen. Eupel, Sondershausen 1865, S. 25 ff., 31 und 85.
  47. Kronländer: Grafen von Strasoldo, siehe auch [1]
  48. Seidewitz-Genealogie
  49. Friedrich Schilling: Coburg mitten im Reich. Festgabe zum 900. Gedenkjahr der ersten Erwähnung der Ur-Coburg und ihres Umlandes. Lassleben, Kallmünz 1956, S. 170 und 259 ff.
  50. Rudolf Brückner: Das Coburger Mohrenkopf-Wappen – eine lange Geschichte. In: Die Parole. Nr. 12, Dezember 1961; außerdem: Blätter für deutsche Landesgeschichte. 1964, S. 414.
  51. Harald Sandner: Coburg im 20. Jahrhundert. Die Chronik über die Stadt Coburg und das Haus Sachsen-Coburg und Gotha vom 1. Januar 1900 bis zum 31. Dezember 1999 – von der „guten alten Zeit“ bis zur Schwelle des 21. Jahrhunderts. Gegen das Vergessen. Verlagsanstalt Neue Presse, Coburg 2002, ISBN 3-00-006732-9, S. 126.
  52. Peter Martin, Christine Alonzo (Hrsg.): Zwischen Charleston und Stechschritt. Schwarze im Nationalsozialismus. Dölling und Galitz, Hamburg u. a. 2004, ISBN 3-935549-84-9, S. 394–402, siehe online „Besondere Kennzeichen: Neger“. Schwarze im NS-Staat. Ein Ausstellungsprojekt des NS-Dokumentationszentrums Köln.
  53. Harald Sandner: Coburg im 20. Jahrhundert. Die Chronik über die Stadt Coburg und das Haus Sachsen-Coburg und Gotha vom 1. Januar 1900 bis zum 31. Dezember 1999 – von der „guten alten Zeit“ bis zur Schwelle des 21. Jahrhunderts. Gegen das Vergessen. Verlagsanstalt Neue Presse, Coburg 2002, ISBN 3-00-006732-9, S. 191.
  54. Wappen von Coburg, 1953.
  55. Die Mohrensage.
  56. Bild des Tucher Mohren
  57. Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. 1975, ISSN 1430-5496, S. 26.
  58. Olaf Klose (Hrsg.): Schleswig-Holstein und Hamburg (= Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bd 1 = Kröners Taschenausgabe. Bd. 271). Kröner, Stuttgart 1958, S. 246.
  59. Wappen von Korsika, Paoli
  60. Arnold Rabbow: dtv-Lexikon politischer Symbole. A – Z (= dtv 3084). Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1970, S. 194.
  61. Bild von Wappen der Schwarzhäuptergilde an der Pforte des Dresdener Gildenhauses
  62. Wasserzeichen, Ende 14. Jahrhundert
  63. Wasserzeichen, letztes Viertel 14. Jahrhundert
  64. Wasserzeichen, erstes Viertel 15. Jahrhundert

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mohr in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien