Mohrenbrauerei August Huber

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Mohrenbrauerei August Huber
Logo
Rechtsform KG
Gründung 1834
Sitz Dornbirn
Leitung Heinz Huber Geschäftsführer
Mitarbeiter 101
Umsatz 20 Mio. EUR (2010)[1]
Branche Getränkeherstellung
Website www.mohrenbrauerei.at
Blick auf das historische Firmengebäude (dahinter die aktuelle Brauerei)
Der Stand der Mohrenbrauerei auf der Dornbirner Messe

Die Mohrenbrauerei August Huber KG in Dornbirn ist die älteste Vorarlberger Bierbrauerei. Neben zahlreichen Biersorten sowie Weinen und Limonaden in Eigenproduktion füllt die Brauerei auch im Rahmen der Lohnabfüllung Markenprodukte der Firma Coca-Cola ab. Als erste österreichische Brauerei verkauft die Mohrenbrauerei seit dem Jahr 2000 auch PET-Flaschen für Veranstaltungen und Konzerte.

Mit einem Gesamtmarktanteil in den Sparten Gastronomie und Handel von 47,4 Prozent war die Mohrenbrauerei im Jahr 2010 Marktführer unter den vier Vorarlberger Brauereien.[1]

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In jüngerer Vergangenheit wurde der Name Mohr gemeinsam mit dem Logo mit rassistischer Stereotypisierung in Verbindung gebracht. Kritisiert wird die Verbindung des Namens mit dem Firmenlogo, das die karikaturenhafte Silhouette eines Mannes mit wulstigen Lippen, krausem Haar und einer markanten Nase darstellt. Offiziellen Aussagen des Unternehmens zufolge handelt es beim Logo um das im Jahr 1834 vom ursprünglichen Brauereigründer Josef Mohr übernommene Familienwappen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Heute lässt sich nicht mehr genau feststellen, in welchem Jahr mit dem Brauen des ersten Mohrenbieres begonnen wurde. Es handelt sich aber um eine sehr alte Braustätte, welche laut Steuerkataster vom Jahr 1808 als reale „Bierbrau Gerechtigkeit“ bezeichnet und solche Gewerbe mindestens seit dem Jahre 1742 betrieben wurden.

Der Ursprung der heutigen Mohrenbrauerei liegt im Gasthaus „Zum Mohren“, benannt nach dem Inhaber der Gast- und Braustätte Josef Mohr. Dieser wird 1784 erstmals urkundlich als „Mohrenwirt“ erwähnt. 50 Jahre später wechselt das Gast- und Brauereianwesen in den Besitz der Familie Huber über.

Die 1. Generation[Bearbeiten]

Franz Anton Huber, Schlosser und Handelsmann in Dornbirn-Markt, kauft laut Vertrag vom 1. Mai 1834 von Anton Spieler, Brauer in Hohenems, das Gasthaus samt Anwesen und dazugehörender Brauerei. Seit diesem Tag ist die Mohrenbrauerei Dornbirn in Familienbesitz.

1846 verkauft und übergibt Franz Anton Huber das Gast- und Brauhaus zum Mohren an seinen Sohn Johann Ulrich, behält aber für sich und einen seiner weiteren Söhne das Recht der gemeinsamen Benützung. 1849 stirbt Franz Anton Huber im Alter von 64 Jahren. Laut Testament erhielt der jüngste Sohn Karl Ferdinand den halben Brauereianteil des Vaters.

Die 2. Generation[Bearbeiten]

Karl Ferdinand Huber führt die Brauerei umsichtig und sowohl das Gasthaus als auch das Brauunternehmen entwickeln sich günstig. In Platten an der Gütlestraße wird zur Lagerung eines weiteren Quantums Sommerbiers ein neuer Felsenkeller mit eigenem Gastzimmer und Bierausschank erbaut. Am 24. April stirbt Karl Ferdinand Huber erst 40-jährig überraschend an einem Herzschlag. Er hinterlässt seiner Frau Anna drei minderjährige Söhne und die Verantwortung eines nun schon sehr großen Unternehmens. Anna Huber meistert die Herausforderung mit Bravour. Sie bestellt den Braumeister Anton Christadler aus dem Allgäu und das Geschäft floriert weiter. 1869 veranlasst Anna Huber den Neubau des Gasthofes. Der neue Mohren wird die größte Gaststätte Dornbirns.

Aufgrund der Eröffnung der Bahnlinie Lindau-Bludenz erlebt das Land Vorarlberg 1872 einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung, von dem auch die Mohrenbrauerei profitiert. Anna nimmt ihren 20-jährigen, aber bestens ausgebildeten Sohn August Huber in die Geschäftsleitung.

Die 3. Generation[Bearbeiten]

Unter der Führung von Anna und August Huber und der aufstrebenden Industrialisierung kann die Mohrenbrauerei ihren Aufschwung und ihr Wachstum fortsetzen. Viele Entwicklungen fallen in diese 3. Führungsgeneration der Mohrenbrauerei. 1883 heiratet August Huber die Lauteracherin Bertha Haltmeyer.

1884 wird die Arlbergbahn eröffnet, Reiseverkehr und Bierkonsum wachsen Hand in Hand. Mittlerweile waren es 7.000 hl Bier, die jährlich produziert wurden. Bis ins Jahr 1890 sollte er auf nahezu 20.000 hl steigen.

Am 9. April 1888 stirbt Anna Huber im Alter von 61 Jahren. Unter der alleinigen Führung von August wächst das Unternehmen weiter, 1894 kauft er den „Goldenen Hirschen“ in Bregenz, eine weitere Niederlassung wird in Egg im „Gasthof Traube“ errichtet. Auch Feldkirch und Bludenz werden nun mit Mohrenbier beliefert. Am 20. Februar 1895 stirbt August Huber unerwartet im 43. Lebensjahr. Er hinterlässt seine Frau Berta mit fünf unmündigen Kindern und einem der größten Geschäfte des Landes.

Nach dem Testament erfolgt die Gründung der Firma Mohrenbrauerei August Huber unter welchem Namen die Mohrenbrauerei noch heute firmiert. Berta vergrößert weiter, investiert in technische Anlagen und kauft den Montafoner Hof in Tschagguns.

1898 wird unter ihrer Leitung das ganze Unternehmen elektrifiziert. Im selben Jahr werden Kegelbahn und Gartenhalle gebaut und Berta heiratet Karl Wehinger, der auch mit Kollektiv-Prokura ins Geschäft eintrat. Das Absatzgebiet wurde erweitert und nunmehr auch das Fürstentum Liechtenstein beliefert. Zur Jahrhundertwende hat die Bierproduktion unter dem ostschlesischen Braumeister Anton Decker einen Ausstoß von 30.000 hl erreicht. Es folgt weiteres Wachstum: Gasthöfe werden gekauft, eine Fasswäscherei erworben und die ersten Lastenautomobile angeschafft.

Die 4. Generation[Bearbeiten]

Geführt von Oswald Huber ist die Ära der 4. Huber-Generation geprägt von den Ausnahmezuständen der beiden Weltkriege. Der Erste und Zweite Weltkrieg haben auch in der Geschichte der Mohrenbrauerei Dornbirn ihre Spuren hinterlassen. Die Produktion sinkt während des Krieges stetig und muss schließlich sogar eingestellt werden. Die Brauerei wird vorübergehend zur Kaserne umfunktioniert und Soldaten aus Marokko einquartiert. Erst 1951 geht es für die Mohrenbrauerei wieder aufwärts.

Die 5. Generation[Bearbeiten]

Die Arbeit der 5. Generation stand unter dem Zeichen der Öffnung in der Geschäftsführung sowie des Wiederaufbaus und der Konsolidierung. Karl und Guntram Huber halten die Familienanteile, mit den Geschäftsführern Ganahl und Menz wurden erstmals Gesellschaftsverträge außerhalb der Familie Huber abgeschlossen. Ende der 80er Jahre wird der bislang letzte Generationswechsel vorbereitet.

Die 6. Generation[Bearbeiten]

Auch in der 6. Generation präsentiert sich die Mohrenbrauerei aus Tradition innovativ. Neben vielen Neuerungen, die sogar international für Aufsehen sorgen, wird auch der Mohren-Geschichte ein neuer Rahmen gewidmet. Im von den Möhrlern eigenhändig restaurierten und neu eröffneten Mohren-Braukeller.

Die Mohrenbrauererei erhielt für 2008 einen Auftrag aus Schweden über zwei Millionen Flaschen „Mohren Pfiff“ – das entspricht etwa einem Viertel der Jahresproduktion.[3]

Produkte[Bearbeiten]

Produkt Stammwürze [°] Alkoholgehalt [Vol. %] Zusammensetzung Bierart Größen
Mohren Spezial 12,7 5,6 Spezialbier 0.5l MW
Mohren Export 11,7 5,0 Märzenbier 0,5l MW, 0.33l Dose, 0.5l Dose
Mohren Leicht 8,2 3,3 Leichtbier 0,5l MW
Mohren Pfiff 11,6 4,9 Spezialbier bzw. Pilsbier 0,33l MW, 0,33l PET
Mohren Pilsener 11,3 4,8 Pilsbier 0,33l MW
Mohren Gambrinus 11,8 4,6 Schwarzbier, Malzbier 0.33l MW
Mohren Bock 16,5 7,0 Bockbier 0,33l MW-Bügelflasche (nur Ostern und Weihnachten)
Mohren Radler süß 6,6 2,8 50 % Mohrenbier und 50 % Zitronenlimonade Biermischgetränk 0,33l MW, 0,5l MW, 0,33l PET
Mohren Radler sauer 6,6 2,9 60 % Mohrenbier und 40 % Mineralwasser Biermischgetränk 0,33l MW, 0,5l MW, 0,33l PET
Mohren Grapefruit Radler 7,0 2,7 50 % Mohrenbier und 50 % Limonade mit Blutorange-Grapefruit-Saft Biermischgetränk 0,33l MW, 0,33l PET
Mohren Kellerbier 13,6 5,7 Kellerbier, Spezialität, Zwickl 0,33l MW-Bügelflasche

(MW – Mehrweg)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mohrenbrauerei August Huber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ORF Vorarlberg: Mohrenbrauerei hält 20-Millionen-Umsatz. Artikel vom 16. März 2011.
  2. Mit oder ohne "Mohr": Rassismusstreit ums Vorarlberger Bier in: derstandard.at, abgerufen am: 19. November 2012
  3. Mohrenbrauerei erhielt Großauftrag aus Schweden

47.4123444444449.7441222222222Koordinaten: 47° 24′ 44″ N, 9° 44′ 39″ O