Mohrenkaiman

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Mohrenkaiman
Mohrenkaiman (Melanosuchus niger)

Mohrenkaiman (Melanosuchus niger)

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Krokodile (Crocodylia)
Familie: Alligatoren (Alligatoridae)
Unterfamilie: Kaimane (Caimaninae)
Gattung: Mohrenkaimane
Art: Mohrenkaiman
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Melanosuchus
Gray, 1862
Wissenschaftlicher Name der Art
Melanosuchus niger
(Spix, 1825)

Der Mohrenkaiman (Melanosuchus niger, auch Schwarzer Kaiman genannt) ist ein Vertreter der Kaimane (Caimaninae) innerhalb der Familie der Alligatoren. Dabei handelt es sich um den einzigen Vertreter der Gattung Melanosuchus.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Mohrenkaiman erreicht eine maximale Körperlänge von bis zu sechs Metern und ein Gewicht von bis zu 300 kg. Er stellt damit den größten Vertreter der Krokodile in Südamerika dar. Er ist damit auch größer als jedes andere Raubtier des Kontinents. Große und damit alte Exemplare sind jedoch selten geworden. In seiner Gestalt ähnelt der Mohrenkaiman dem Mississippi-Alligator, obwohl er mit diesem weniger eng verwandt ist als mit den anderen Kaimanen. Dies äußert sich vor allem in der breiten Schnauze. Die Tiere sind dunkel gefärbt und haben einen helleren Kopf. Dieser ist bei den Jungtieren grau und verändert im Laufe des Lebens seine Farbe in einen Braunton. Der Körper weist während des gesamten Lebens eine Zeichnung aus hellen Punktlinien auf, die im Alter zwar verblassen, jedoch nicht wie bei anderen Krokodilen gänzlich verschwinden.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitung

Mohrenkaimane leben vor allem im Bereich von großen Flüssen und Seen im Amazonasbecken. Sie sind in den Staaten Bolivien (z. B. Estacion Biologico del Beni), Brasilien (z. B. im Nationalpark Cabo Orange im Bundesstaat Amapá und im Nationalpark Anavilhanas im Bundesstaat Amazonas), Ekuador (z. B. in der Reserva de producción faunística Cuyabeno), Kolumbien (z. B. im Zancudo Cocha See) und Peru (z. B. im Nationalpark Manú) sowie in Französisch-Guayana (z. B. in den Feuchtgebieten der Ebene des Flusses Kaw) und in Guyana (z. B. am Oberlauf des Essequibo) beheimatet. In Suriname scheint er nicht vorzukommen.

Im tropischen Südamerika werden fließende oder stehende Gewässer wie Flüsse, Seen, Altarme und saisonal überflutete Savannen- und Waldgebiete von den Mohrenkaimanen besiedelt. In der Zeit der Überschwemmungen, zwischen Mai und Juli, sind sie über ausgedehnte Gebiete verteilt. In der Trockenzeit, von September bis Dezember, ziehen sich die Mohrenkaimane aufgrund der sinkenden Wasserstände in permanente Flüsse und Seen zurück.

Besonders in offenen Bereichen ist dieser Kaiman heute sehr selten anzutreffen, da er sehr umfangreich bejagt wurde. Die Jagd war jedoch nur auf die großen Männchen rentabel, die wegen ihrer besonders schönen Häute, welche im Gegensatz zu anderen Krokodilen keine kleinen Knochen enthalten, erlegt wurden. Die wesentlich kleineren Weibchen ziehen sich allerdings zur Eiablage in abgelegene Seengebiete zurück. Dort wurde ihnen kaum nachgestellt. Dadurch konnten sich die Bestände immer wieder erholen. Die Jungtiere trifft man daher auch auf den Überschwemmungsflächen an, die eine Verbindung von den Seen zum Fluss bilden.

Lebensweise[Bearbeiten]

Mohrenkaimane bauen Hügelnester aus Erde und Pflanzenmaterial, die denen der Krokodilkaimane (Caiman crocodylus) ähneln, allerdings deutlich größer sind. Über das Fortpflanzungsalter bzw. die Größe fortpflanzungsfähiger Tiere ist nichts bekannt.

Auch über die Ernährung der Tiere ist nur wenig bekannt. Die Jungtiere ernähren sich wahrscheinlich vor allem von Insekten und Schnecken, jagen allerdings ab einer relativ geringen Größe auch Fische, Vögel und Echsen. Ausgewachsene Kaimane ernähren sich zusätzlich von Säugetieren und auch von anderen Kaimanarten. Wie die meisten anderen Krokodile ist auch der Mohrenkaiman vor allem nachtaktiv, trotzdem ist er bei der Jagd meist optisch orientiert. Das liegt wohl daran, dass er oft Capybaras jagt, die im Wasser an der Wasseroberfläche schwimmen. Bei ihnen muss er nicht abtauchen. Das wird auch manchen Anakondas zum Verhängnis, die große Beute gefressen haben und somit leicht an der Wasseroberfläche zu erkennen sind. Obwohl aufgrund seiner Größe durchaus möglich, sind Angriffe auf Menschen oder größere Haustiere nur selten dokumentiert.

Systematik[Bearbeiten]

Ausgewachsener Mohrenkaiman

Der Mohrenkaiman stellt die Schwesterart zu den Vertretern der Echten Kaimane der Gattung Caiman dar. Als Schwestergruppe dieser beiden Taxa werden die Glattstirnkaimane der Gattung Paleosuchus angesehen. Über die Stammesgeschichte ist wie bei allen Kaimanen nur sehr wenig bzw. gar nichts Konkretes bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles A. Ross (Hrsg.): Krokodile und Alligatoren - Entwicklung, Biologie und Verbreitung, Orbis Verlag Niedernhausen 2002
  • Joachim Brock: Krokodile - Ein Leben mit Panzerechsen, Natur und Tier Verlag Münster 1998

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mohrenkaiman – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien