Mohsen Rezai

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Mohsen Rezai

Mohsen Rezai Mirgha'id (persisch ‏محسن رضایی میرقائد‎;‎ * 1954 in Masdsched Soleyman, Provinz Chuzestan) ist ein iranischer General und Politiker. Von 1981 bis 1997 war er Führer der iranischen Revolutionsgarde und ist seit 1997 Mitglied im Schlichtungsrat. Rezai gehört zur Volksgruppe der Bachtiaren und spricht neben Farsi fließend arabisch. Rezai gilt ähnlich wie Ali Laridschani als gemäßigter Konservativer.[1]

Mohsen Rezai, Kommandeur der Pasdaran im Ersten Golfkrieg und somit auch der Bassidji wurde von der Vereinigung der Mütter der Kindersoldaten beschuldigt, für den Tod Tausender Jugendlicher verantwortlich zu sein. Eine Anklage vor Gericht wurde abgewiesen, auch weil der heutige Revolutionsführer Seyyed Ali Chamene'i damals Oberkommandierender der Streitkräfte war.

Interpol[2] hält einen internationalen Haftbefehl gegenüber Rezai aufrecht, da er beschuldigt wird, ein Auftraggeber für die Hisbollah am bislang schwersten Attentat in der argentinischen Geschichte zu sein. Am 18. Juli 1994 wurden bei dem Anschlag auf die AMIA (Asociación Mutual Israelita Argentina, etwa „Israelitisch-Argentinischer Verein auf Gegenseitigkeit“) genannte Sozialkasse der jüdischen Argentinier, 85 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.

2005 bewarb er sich für die Präsidentenwahl, zog jedoch unmittelbar vor dieser seine Kandidatur zurück. Ende April 2009 gab er seine Kandidatur für die iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 bekannt.[3] In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 10. Mai 2009, bezeichnete Rezai die Politik Ahmadinedschads als „Weg direkt in den Abgrund“ und sagte: „So wie Ahmadinedschad redet, wurde aus unserer revolutionären Außenpolitik eine abenteuerliche Veranstaltung für Hasardeure. Etwa wenn er sagt, dass der Holocaust nicht stattgefunden habe.“ Auf die Frage, ob er als Präsident auf die Grußbotschaft von US-Präsident Barack Obama geantwortet hätte, antwortete Rezai: „Ich halte den Kurswechsel der US-Außenpolitik für glaubwürdig.“[4]

Zitat[Bearbeiten]

Das amerikanische Reich schwebt zwischen dem Leben und Tod. Wenn Amerika einige der Länder verliert, die es unterjocht und geplündert hat, gibt es Chaos in Amerika. [...] Amerika scheint so groß, aber tatsächlich ist es wie ein Papiertiger.
(nach einer englischen Übersetzung von MEMRI.)[5] (Fernsehinterview vom 8. Juni 2006)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spaltung unter den Konservativen im Iran vor den Parlamentswahlen (Diplomatischer Beobachter)
  2. Interpol vom 27. August 2008
  3. New York Times vom 22. April 2009
  4. Der Weg Ahmadinedschads führt in den Abgrund. Süddeutsche Zeitung, 10. Mai 2009, archiviert vom Original am 14. Mai 2009, abgerufen am 7. Juni 2013.
  5. Iranian Expediency Council Secretary Mohsen Rezai: ‘America is Like a Paper Tiger – Even the Slightest Tremor Could Easily Make It Crumple and Disappear (MEMRI)

Weblinks[Bearbeiten]