Molch (U-Boot)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kleinst-U-Boot Molch
Darstellung des Molch

Darstellung des Molch

p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp Kleinst-U-Boot
Bauwerft Flender-Werke
Stapellauf 1944
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
10,783 m (Lüa)
Breite 1,82 (größte Breite) m
Verdrängung 8,40
 
Besatzung 1
Ab 12. Juni 1944
Maschine Elektromotor SSW-E-Torpedomotor Typ GL 231/7.5
Maschinen-
leistung
13 PS (10 kW)
Geschwindigkeit max. 4,3 kn (über Wasser) / 5 kn (unter Wasser) kn (Err km/h)
Propeller 1 ⌀ 550 mm
Einsatzdaten U-Boot
Aktionsradius 93 sm
Tauchzeit max 50 h (Sauerstoffbegrenzung)
Tauchtiefe, max. 60 m

Der Molch war ein in Serie produziertes Kleinst-U-Boot für die Kleinkampfverbände der Kriegsmarine der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkrieges. Sein unbefriedigendes Seeverhalten führte dazu, dass der Molch erst sehr spät zum Fronteinsatz herangezogen wurde. Bis Januar 1945 wurden insgesamt 363 Stück produziert. Danach erfolgte die Einstellung der Fertigung zugunsten des Seehund.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Zeichnung des Molch mit Übungstorpedo

Die Entwicklung und der Antrieb des Molch erfolgte in Anlehnung an den Standardtorpedo G 7 im Frühjahr 1944. Hauptforderung des Oberkommando der Marine war hierbei die Nutzung der ausreichend zur Verfügung stehenden Elektroantriebe vom Typ SSW-Eto mit einer Drehzahl von 596/min. Der erste Prototyp des Molch wurde in der Torpedoversuchsanstalt Eckernförde entwickelt und am 12. Juni 1944 vorgestellt. Dessen Primärbewaffnung bestand aus zwei 53,3 cm durchmessenden Gefechts-Etos, die in Leitschienen beidseitig des Rumpfes angebracht waren. Die Außenhautstärke des Molch betrug 3 mm, was ihm eine theoretische Tauchtiefe von 40 m gestattete. Während der Seeerprobungen wurden jedoch herausgefunden, dass das Kleinst-U-Boot problemlos auch 60 bis 70 Meter tief tauchen konnte.

Die äußere Form des Molch glich einem zylindrischen Bootskörper mit sich verjüngendem Heckteil. Im Heckteil befanden sich die gesamte Antriebsanlage sowie die Steuerzentrale mit einem kurzen Aufsatzturm und Plexiglaskuppel. Das Sehrohr war 1,5 m lang, starr und konnte in einem Winkel von 30 Grad nach jeder Seite geschwenkt werden. An dessen Ende war ein Lichtbildkompass untergebracht, der mittels Spiegel in der Zentrale ablesbar war. Zusätzlich beherbergte die Zentrale den Ein- und Ausschalter des Antriebs, ein Rad für die Seitensteuerung, einen Flugzeugknüppel für die Tiefensteuerung sowie Flutventile für die Tauch-, Trimm- und Regelzellen. Die Auslösung der Torpedos erfolgte mittels Fußraste. Der Fahrstufenregler des Molch besaß keine Rückfahrfunktion und zwei Funktionen mit der Bezeichnung Kleine Fahrt voraus und Alle Kraft voraus.

Die Taucheinrichtungen des Molch bestanden aus einer großen Tauchzelle im Bug sowie Zellen an beiden Seiten der Zentrale. Im Bugbereich war an der Unterseite des Bootes auch der Trimmtank untergebracht. Um ein Gleichgewicht zwischen dem schwereren Heck des Schiffes und des leichten Buges zu gewährleisten, war der Bugbereich im Einsatz ständig geflutet. Hinter der Tauchzelle des Buges, die zurück bis zur Zentrale reichte, schloss sich der Raum für die Batterien und Preßluftflaschen an.

Die Seeerprobungen zeigten sehr rasch, dass der Molch während der Fahrt infolge seines empfindlichen Trimm-Ballast-Gefüges äußerst anfällig war. Der Pilot war ständig damit beschäftigt, das Boot mit Trimm oder Ballast auszugleichen, um einen sicheren Kurs fahren zu können. Das OKM stufte daher den Molch nicht als Frontwaffe, sondern als Lehrboot ein.

Einsätze[Bearbeiten]

Am 19. September 1944 traf die 1. Molch-Flottille (K-Flottille 411) mit 60 Booten in Sanremo (Italien) ein, um die alliierten Schiffe vor Nizza und Menton zu attackieren. Der Angriff wurde jedoch abgesagt. Die 2. Molch-Flottille (K-Flottille 412) wurde im Dezember 1944 nach Holland verlegt. Dort gingen bei den folgenden Gefechten der Großteil der eingesetzten Molche verloren. So gingen am 22. Februar 1945 acht Molche und am 13. März 14 von 16 Molchen verloren. Die 3. Molch-Flottille (K-Flottille 413) war ebenfalls für Holland vorgesehen, kam jedoch nicht mehr zum Einsatz. Die 4. Molch-Flottille (K-Flottille 415),[1] wurde in Norwegen und Dänemark stationiert, kam aber bis Kriegsende zu keinem Einsatz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Fock: Marine-Kleinkampfmittel. Bemannte Torpedos, Klein-U-Boote, Kleine Schnellboote, Sprengboote gestern – heute – morgen. Nikol, Hamburg 1996, ISBN 3-930656-34-5, S. 62–63.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinst-U-Boot Molch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eine K-Flottille 414 existierte nicht.