Moldauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Die rumänischen Mundarten
Die Moldauer
Die Verbreitung einzelner Ethnien in Moldawien

Die Moldauer (auch Moldawier genannt) sind eine ethnische Subgruppe der Rumänen,[1] die im heutigen Osten Rumäniens, Moldawien und Ukraine (meistens in der Oblast Odessa und der Oblast Tscherniwzi) lebt und die Moldauische Mundart (graiul moldovenesc) der rumänischen Sprache spricht. Diese Gebiete bildeten im Mittelalter das Fürstentum Moldau.

Anzahl der Moldauer[Bearbeiten]

Die rumänischsprachige Selbstbezeichnung ist moldovean (männl.) und moldoveancă (weibl.). Die Zahl der Moldauer liegt insgesamt bei etwa 9 Millionen Menschen.

In Rumänien (2002): Die Rumänen in den Kreisen: Bacău (688.719), Botoșani (447.426), Iași (800.997), Galați (604.753), Neamț (547.122), Suceava (662.980), Vaslui (449.796), Vrancea (380.364). In andere Städte Rumäniens sind viele Moldauer (aus dem Osten Rumäniens) aus wirtschaftlichen Gründen innerhalb der letzten 40 Jahre ausgewandert (ca. 2 Mio.) in Bukarest, Constanța, Timișoara, Petroșani und Brașov. Insgesamt leben ca. 5,5 Mio. Moldauer in Rumänien.

In Moldawien (2004): 3.643.260 (davon 177.760 in Transnistrien).

In der Ukraine (2001): 409.600, hauptsächlich in den Oblasten Czernowitz (181.800), Odessa (123.800), Mykolajiw (13.100) und Kirowohrad (8.200). In anderen Oblasten der Ukraine leben weitere 82.700 rumänische Moldauer.

Außerdem wanderten viele Moldauer während der Sowjetzeit in die anderen Sowjetrepubliken aus, sie leben heute in Russland (172.330), Kasachstan (20.054), usw.

Geschichte[Bearbeiten]

Die politische Abgrenzung zwischen den Moldauern aus Rumänien und denen aus der ehemaligen Sowjetunion, geht auf das Ende des Zweiten Weltkriegs zurück, als das Gebiet des heutigen Moldawiens, sowie Teile der Ukraine, von der Sowjetunion annektiert wurden. Um das gewonnene Gebiet längerfristig an die Union zu binden, wurde ein eigenes Landes- und Gemeinschaftsgefühl geschaffen. Leonid Iljitsch Breschnew, der spätere Führer der KPdSU, war zu dieser Zeit Generalsekretärs der Moldawischen Sowjetrepublik und soll in seiner Position wesentlich zu dieser Abgrenzung beigetragen haben.

Alle Moldauer sprechen die moldauische Mundart der rumänischen Sprache. Die offizielle Amtssprache in Moldawien, Moldauisch genannt, ist keine geschriebene Form des moldauischen Dialektes, wie oft vermutet wird, sondern dieselbe Form der rumänischen Sprache, die auch im Nachbarnland Rumänien als Amtssprache dient (Muntenesc). Somit besteht der einzige Unterschied gegenüber dem westlichen Nachbarland an der offiziellen Benennung der Sprache und an der Tatsache, dass sie während der sowjetischen Zeit pflichtgemäß mit kyrillischer Schrift geschrieben wurde. Seit 1989 wird in den Schulen Moldawiens wieder der Stoff des Rumänischen in lateinischer Schrift unterrichtet und auch die Benennung des Stoffes lautet nicht mehr "Moldauische Sprache", sondern "Rumänische Sprache". In Transnistrien wird das Benutzen der lateinischen Schrift bis heute von der separatistischen Regierung nicht offiziell anerkannt (mit der Ausnahme von sechs Schulen, in denen Rumänisch mit lateinischer Schrift unterrichtet wird).

Die bis 1940 in Bessarabien lebenden Bessarabiendeutschen nannten die Moldauer in ihrer Mundart Moldowaner.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus Enzyklopädie

Literatur[Bearbeiten]

  • * Stefan Ihrig: Wer sind die Moldawier? Rumänismus versus Moldowanismus in Historiographie und Schulbüchern der Republik Moldova, 1991-2006, ibidem-Verlag, Stuttgart 2008 (= Soviet and Post-Soviet Politics and Society; 76), ISBN 978-3-89821-466-7