Molière (1978)

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Filmdaten
Deutscher Titel Molière
Originaltitel Molière
Produktionsland Italien, Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 260 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Ariane Mnouchkine
Drehbuch Ariane Mnouchkine
Produktion Claude Lelouch,
Les Films 13
Musik René Clemencic
Kamera Bernard Zitzermann,
Jean-Paul Meurisse
Schnitt Françoise Javet,
Georges Klotz
Besetzung

Molière ist ein französisch-italienischer Historienfilm der Theatermacherin Ariane Mnouchkine, der am 30. August 1978 in die französischen und am 8. Dezember 1978 in die deutschen Kinos kam. Ariane Mnouchkine hatte seit 1976 an dem Projekt gearbeitet, an dem auch viele ihrer Schauspieler vom Théâtre du Soleil teilnahmen.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film erzählt das Leben des französischen Komödiendichters und Schauspielers Molière (1622–1673), beginnend mit seiner Kindheit. Sein Wunsch, Schauspieler zu werden gegen den Widerstand des Vaters (ein gutbürgerlicher Tapetenmacher), der frühe Tod der Mutter, seine erste Begegnung mit dem Theater als Jurastudent, nachdem er mit einem Kameraden gerade der blutigen Niederschlagung einer sich zu einem Aufstand entwickelnden Karnevalsprozession durch die Soldaten des Bischofs in Orléans entkommen war. Dort erlebt er die Schauspielerin Madeleine Bejart, deren Truppe er sich anschließt. Er wird in die Familie der Schauspieler aufgenommen und Geliebter der Bejart. Zunächst muss ihn noch sein Vater aus dem Schuldturm auslösen, aber nach Vereinigung mit der Truppe Dufresnes geht es langsam aufwärts.

Das Leben als Wanderschauspieler am Rande der Gesellschaft wird gezeigt. Molière lernt, dass mit Hanswurst-Komödien im Stil der Commedia dell’arte mehr Zuschauer als mit Tragödienstoffen (Racine) zu erreichen sind. Er steigt zum Hauptstückeschreiber und Prinzipal der Truppe auf. Neben Landgasthöfen traten sie auch am Hof des Herzogs von Orléans 1658 und als Krönung ihrer Karriere bei dessen Bruder Ludwig XIV. von Frankreich auf, der Gefallen an ihnen findet und ihn Feste und Theaterabende organisieren lässt – in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Hofmusik-Dirigenten Jean-Baptiste Lully.

Als sie nach vielen Jahren der Wanderschaft wieder in Paris auftreten und die Theatertruppe gut etabliert ist, trifft er bei einem gemeinsamen Fest mit der Theatertruppe die Entscheidung, die Tochter von Madeleine Bejart, Armande, zu heiraten. Später, kurz vor ihrem Tod, versöhnt sich Molière mit Madeleine. In einer langen Schlusssequenz stirbt Molière an einem Blutsturz (Tuberkulose), untermalt von der Musik Henry Purcells.

Hintergrund[Bearbeiten]

Jean Carmet und Jacques Villeret spielen ebenfalls mit, fielen aber in der endgültigen Fassung der Schere zum Opfer.

Clemencic verwendet neben eigenen Kompositionen Musik von Henry Purcell (King Arthur), Claudio Monteverdi (L´Orfeo), Jean-Baptiste Lully (Te deum, Ballettmusik „Bal Réglé“, „Ballet Royale de l´Impatience“), Jean Japart („L´Homme Oiseau“). Interpretiert wird sie vom Clemencic Consort. Die CD mit der Musik ist bei Harmonia Mundi herausgekommen.

Neben einer fünfstündigen TV-Version gibt es einen weiteren Spielfilm über das Leben Molières von Laurent Tirard aus dem Jahr 2007 mit Romain Duris in der Hauptrolle.

Kritik[Bearbeiten]

„Die Biografie des französischen Schriftstellers Molière (1622–1673) in einer überzeugenden, theaternahen Inszenierung. Ein opulenter, in Regie und Darstellung außergewöhnlicher Bilderschmaus, der aber auch gesellschaftliche Strukturen und den Menschen Molière erkennen läßt.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt 1979 je einen César für die Beste Kamera (Bernard Zitzermann) und das Beste Szenenbild (Guy-Claude Francois), war aber auch als bester Film sowie für Ton (Alix Comte) und Regie nominiert. Er nahm 1978 am Wettbewerb um die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes teil.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Molière im Lexikon des Internationalen Films