Moller M200

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
M200
Moller M200X
Typ: VTOL-Fluggerät
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Moller International
Erstflug: 1989[1]

Die M200 Neuera ist ein VTOL-Fluggerät des US-amerikanischen Herstellers Moller International. Charakteristisch ist das Aussehen, das der verbreiteten Vorstellung einer fliegenden Untertasse entspricht.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits früh hatte der gebürtige Kanadier Paul Moller die Vision von fliegenden Autos. In den Folgejahren entwickelte er viele Konzepte für senkrecht startende und landende Fluggeräte und gab schließlich seine Tätigkeit als Professor auf, um sich ganz seinen Ideen zu widmen.[3] Erste Versuche mit ufoartigen Fluggeräten begannen bereits im Jahr 1965.[4]

Zahlreiche Entwürfe wurden daraufhin angefertigt und von einigen auch Prototypen angefertigt. 1989 schließlich wurde die M200 zum ersten Mal erprobt. Die ersten Flüge fanden gesichert an einer Leine statt. Danach war der Entwurf schon fast wieder in Vergessenheit geraten. Wegen Liquiditätsproblemen suchte die Firma nach Geldquellen. Um die Entwicklung des Moller Skycar zu finanzieren, wird die M200 inzwischen für Preise zwischen 40.000 bis 65.000 Euro angeboten.[5][6] Die Markteinführung wurde bereits mehrfach angekündigt und dann wieder verschoben. Technische Probleme verhinderten bislang die zivile Zulassung. Die Marktreife wird von vielen Fachleuten bezweifelt.[7][8]

Konstruktion[Bearbeiten]

Die M200 ist ein scheibenförmiges Fluggerät. Der Pilot sowie gegebenenfalls der Passagier sitzen zentral im Mittelpunkt der Scheibe und werden durch eine optionale Kuppel aus Plexiglas vor Umwelteinflüssen geschützt. Die Struktur des Rumpfes besteht aus Aluminium und GfK.[9] Zum Schutz der Insassen sollen Airbags installiert werden.[4][10]

Für den Auftrieb sorgen acht Hubrotoren, die über den Kreisumfang verteilt rund um den Piloten angeordnet sind. Sie sind ummantelt ausgeführt und in die Struktur des Rumpfes integriert. Jeder Hubrotor wird von einem separaten luftgekühlten Wankelmotor angetrieben.

Da das Flugverhalten der M200 selbst instabil ist, übernimmt ein in eine Fly-By-Wire-Steuerung eingebundener Autopilot die Stabilisierung des Fluggerätes. Drehraten- und Beschleunigungssensoren liefern die Messwerte zur Berechnung der Steuersignale. Durch kleine Steuerflächen, die am Auslass der Hubrotoren angebracht sind, sowie durch Variation des Schubes der einzelnen Hubrotoren lässt sich die M200 steuern.[4][9][11][12] Der Ausfall eines Triebwerkes kann durch die Redundanz der acht Antriebe kompensiert werden.[13]

Varianten[Bearbeiten]

Die folgenden Varianten der M200 existieren:[14]

M200X 
Das Versuchsmodell der M200, auf der die anderen Modelle basieren.
M200G 
Die M200G ist so ausgelegt, dass sie den Bodeneffekt nicht verlassen kann. Damit wird die M200G als Bodeneffektfahrzeug eingestuft und umgeht somit die deutlich schärferen Regelungen der FAA. Sie kann deshalb ohne Pilotenlizenz betrieben werden.
M200E 
Die Experimentalvariante wird auch als Bausatz angeboten.
Firefly 3 
Die Firefly-Variante ist für den Einsatz beim Militär und bei Rettungsaufgaben gedacht.
M200 Aerobot 
Der Aerobot adressiert den wachsenden Markt der unbemannten Fluggeräte.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten[15]
Besatzung 1
Passagiere 1
Durchmesser 2,83 m
Höhe 1,37 m
Nutzlast 163 kg
max. Startmasse 599 kg
Reisegeschwindigkeit 150 kmh
Höchstgeschwindigkeit 222 kmh
Dienstgipfelhöhe 8000 ft (2.438,4 m)
Reichweite 140 Meilen (225,3 km)
Triebwerke 8 Wankelmotoren mit je 55 PS
Kraftstoffverbrauch Reiseflug 28,4 l100 km

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FlightGlobal: Moller's two-man "flying saucer" to go on sale. Abgerufen am 1. März 2013.
  2.  Frederick Thomas Jane: Jane's All the World's Aircraft. 2002, ISBN 978-0710624239, S. 810.
  3. Sacramento.com: Paul Moller. Abgerufen am 1. März 2013.
  4. a b c Moller: The M200G Neuera Volantor - Brochure. Abgerufen am 1. März 2013 (PDF; 950 kB).
  5. Spiegel Online: Fliegendes Auto Skycar: Ein Tüftler jagt Millionen in die Luft. Abgerufen am 1. März 2013.
  6. inkoherence.com: Moller M200 Volantor otro coche volador. Abgerufen am 1. März 2013.
  7. Aero News: Wanna Buy A Moller Skycar? Really? Well… Now You Can… Abgerufen am 1. März 2013.
  8. BBC News: Flying saucer 'nears US take-off'. Abgerufen am 1. März 2013.
  9. a b UFO Casebook: Flying Saucers Come Home. Abgerufen am 1. März 2013.
  10. Auto Motor Sport: UFO in Serie. Abgerufen am 1. März 2013.
  11. MotorAuthority.com: 2009 sales launch claimed for Moller M200G flying car. Abgerufen am 1. März 2013.
  12. Moller: Neuera. Abgerufen am 1. März 2013.
  13. Moller: NEUERA Q&A. Abgerufen am 1. März 2013.
  14. Moller: NEUERA TECHNOLOGY. Abgerufen am 1. März 2013.
  15. Moller: Neuera Specifications. Abgerufen am 1. März 2013 (PDF; 207 kB).