Moller Skycar

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Moller Skycar M400
v.l.n.r. M200M, 200X und M400

Das Moller Skycar ist ein „fliegendes Auto“ des Entwicklers Paul Moller, das nach dem Wunsch seines Entwicklers eines Tages den Pkw als Mittel des Individualverkehrs ablösen soll.

Paul Moller arbeitet seit den 1960er Jahren an VTOL-Flugzeugen (Vertical take-off and landing.) und baute mehrere Funktionsprototypen.[1] Die ersten Schwebeflüge mit dem zweisitzigen M200 Neuera, fanden 2003 statt. Bisher (Stand 2013) hat keiner der Prototypen den Bodeneffekt verlassen.

Varianten[Bearbeiten]

Neuera[Bearbeiten]

Das Moller Neuera

Das Moller Neuera (auch M200X Neuera genannt)[2] ist ein fliegendes Auto in Form einer Flugscheibe. Der Durchmesser der Scheibe beträgt 10 ft (3,05 m).[2] Auf- und Vortrieb werden durch acht Mantelpropeller sichergestellt. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 161 km/h angegeben.[2]

Die Technologie des Neuera bildet die Grundlage für das Skycar.

Hauptartikel: Moller M200

Skycar 100 LS[Bearbeiten]

Das Skycar 100 LS ist eine einsitzige Version des Skycar.[3] Es wird von zwei Mantelpropellern bewegt, die von je einem Rotapower Wankelmotor und einem Elektromotor angetrieben werden.[3] Die Gesamtleistung der Motoren wird mit 170 PS (125 kW) angegeben.[3] Es soll eine Höchstgeschwindigkeit von 451 km/h erreichen.[3]

Skycar 200 LS[Bearbeiten]

Das Moller Skycar M200M

Das Skycar 200 LS ist eine zweisitzige Version des Skycar.[4] Es wird von zwei Mantelpropellern, die von je einem Rotapower Wankelmotor und einem Elektromotor angetrieben werden und einer weiteren Auftriebsdüse, angetrieben von zwei Elektromotoren, bewegt.[4] Die Gesamtleistung der Motoren wird mit 170 PS (125 kW) angegeben.[4] Es soll eine Höchstgeschwindigkeit von 389 km/h erreichen.[4]

Skycar 400[Bearbeiten]

Das Moller Skycar M400

Das viersitzige Modell M400 befindet sich 2013 noch in der Entwicklungsphase. Eine von der FAA abgenommene Version wird in den kommenden vier Jahren, also bis 2017 angestrebt.[5]

Ziel ist ein Transportmittel, das ohne Zutun der Insassen senkrecht startet und landet und vollautomatisch zu jedem gewünschten in den Bordcomputer einprogrammierten Ort fliegt, so dass keine Privatpilotenlizenz und kein Führerschein notwendig wäre.[6] Das Problem einer Zulassung als selbstfliegendes Fluggerät ist noch ungelöst, so dass noch ein Pilotenschein benötigt wird.[6]

Die M400 soll in eine Garage passen, über ein Gesamtrettungssystem verfügen und zum vertiport genannten Startplatz rollen können. Acht Wankelmotoren sollen bei einer Reiseflughöhe von knapp 11.000 m eine Reisegeschwindigkeit von 496 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 533 km/h ermöglichen.[7] Unter 3000 m darf nach geltenden Luftfahrtbestimmungen allerdings nicht schneller als 450 km/h geflogen werden. Als Benzinverbrauch wird mit etwa 10 bis 14 l/100 km, ein Wert im Bereich normaler Autos angestrebt. Der Verkaufspreis soll zur Markteinführung bei etwa 500.000 US-Dollar (464.001 Euro; 467.443 Schweizer Franken) liegen, mittelfristig mit höheren Stückzahlen aber auf einen Preis vergleichbar mit normalen Autos, 60.000 bis 80.000 US-Dollar (46.400 bis 61.867 Euro; 56.093 bis 74.791 Schweizer Franken) sinken.[8]

Autovolantor[Bearbeiten]

Neben dem M400 arbeitet Moller unter dem Titel Autovolantor an einem Fluggerät, welches auf Basis eines Ferrari 599 GTB im Prinzip ein Pkw mit Flügeln ist.[9] Neben den Flügeln sorgen auch beim Autovolantor acht Mantelpropeller für Auf- und Vortrieb.[9]

Motorisierung[Bearbeiten]

Moller stellt mit der Firma Freedom Motors unter dem Namen Rotapower selbstentwickelte preisgünstige Wankelmotoren her.[10][11] Sie erfüllen allerdings momentan noch nicht alle Anforderungen des Projekts M400. Die Hauptprobleme liegen im Benzinverbrauch und in der Geräuschentwicklung.

Kritik[Bearbeiten]

In den USA wurden zuletzt zunehmend Stimmen laut, welche die Seriosität des Unternehmens in Frage stellen, das u.a. eine Verurteilung wegen Anlagebetrugs nur durch einen Vergleich über 50.000 US-Dollar (38.666,8 Euro; 46.744,3 Schweizer Franken) vermeiden konnte.[12]

Seit ca. 40 Jahren wird an den Flugobjekten gebaut, ohne dass jemals eines davon frei flog. Zudem sind die versprochenen und für den anvisierten Zweck wesentlichen Geräusch- und Verbrauchswerte nach Ansicht der meisten Beobachter schon theoretisch nicht erreichbar, da sie die Schwerkraft nur unzureichend berücksichtigen. Einige Kommentatoren glauben daher, dass das Skycar eine Investitionsruine ist und immer bleiben wird.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Entwicklungshistorie des Skycar auf der Internetpräsenz des Herstellers Moller International (englisch); abgerufen am 24. April 2013.
  2. a b c Zum Moller Neuera auf der Internetseite des Herstellers Moller International (englisch); abgerufen am 25. April 2012.
  3. a b c d Zum Moller Skycar 100 LS auf der Internetseite des Herstellers Moller International (englisch); abgerufen am 25. April 2012.
  4. a b c d Zum Moller Skycar 200 LS auf der Internetseite des Herstellers Moller International (englisch); abgerufen am 25. April 2012.
  5. Zum Verkaufsstart bei Moller International FAQ (englisch); abgerufen am 23. April 2013.
  6. a b Zur Frage ds Pilotenscheins bei Moller International FAQ (englisch); abgerufen am 23. April 2013.
  7. Datenblatt der M400 bei Moller International (englisch); abgerufen am 23. April 2013.
  8. Zum Verkaufspreis bei Moller International FAQ (englisch); abgerufen am 23. April 2013.
  9. a b Über den Autovolator auf der Internetpräsenz des Herstellers Moller International (englisch); abgerufen am 24. April 2013.
  10. Über den Rotapower auf der Internetpräsenz von Moller International (englisch); abgerufen am 23. April 2013.
  11. Über den Rotapower in den oft gestellten Fragen (FAQ) auf der Internetpräsenz von Moller International (englisch); abgerufen am 24. April 2013.
  12. Die US-Amerikanische Börsenaufsicht zur Ermittlung gegen Moller International (englisch); abgerufen am 23. April 2013.