Moloch (Religion)

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In der Mitte, eine Bronzestatue des kanaanitischen, ammonitischen und phönizischen Gottes Moloch aus dem Film Cabiria von Giovanni Pastrone im „Museo nazionale del Cinema“ (Turin)

Moloch ist die biblische Bezeichnung für phönizische-kanaanäische Opferriten, die nach der biblischen Überlieferung die Opferung von Kindern durch Feuer vorsahen.

Vorkommen und Bedeutung[Bearbeiten]

Das Wort Moloch ist die griechische Umschreibung des hebräischen מֹלֶך (molech). Nach gewöhnlicher Annahme leitet sich der Name aus der Wurzel מלך („König sein“, „herrschen“) mit der verachtenden masoretischen Vokalisierung von boschet, „Schande“ (בֹּשֶׁת) her. Wahrscheinlich war der Name ursprünglich die technisch-kultische Bezeichnung eines bestimmten Opfers molc, der in der biblischen Überlieferung erst mit der deuteronomistischen Redaktion zum Gottesnamen umgedeutet wurde. Ähnlich lautende opferkultische Bezeichnungen (molc, molchomor) sind für die punische Sprache belegt.[1]

Im Alten Testament ist der Name Moloch in Lev 18,21 EU, 20,2–5 EU; 2 Kön 23,10 EU und in Jer 32,35 EU belegt. Das Wort kommt auch in 1 Kön 11,7 EU vor, wo aber die Lesung Milkom (... für Milkom, den Götzen der Ammoniter) angenommen wird, die sich in der entsprechenden Stelle einiger altgriechischen Übersetzungen befindet.[2] In allen Belegstellen erscheint das Wort immer in der festen Wendung „Kinderopfer dem Moloch darbringen“.

Im Neuen Testament taucht der Name Moloch in Apg 7,43 EU in Verbindung mit einer Begebenheit aus dem Alten Testament auf.

Rabbinische Tradition[Bearbeiten]

In der rabbinischen Tradition ist „Moloch“ als eine Bronzestatue dargestellt worden, die mit Feuer erhitzt wurde. Die biblisch-rabbinische Überlieferung von diesem Menschenopfer ist vielfach auch von Kommentatoren wiederaufgegriffen und in Verbindung mit den von altgriechischen und lateinischen Autoren berichteten Opferungen von Kindern für Kronos-Baal in Karthago gebracht worden.[3]

Literarische Bearbeitungen[Bearbeiten]

Eine literarische Bearbeitung dieses Opferkomplexes wurde von Gustave Flaubert in seinem Roman Salammbô unternommen und in Giovanni Pastrones Film Cabiria aufgenommen.

In John Miltons Epos Paradise Lost ist Moloch einer der Höllenfürsten. Er liebt Kindertränen und Elternblut und spricht sich für einen erneuten offenen Krieg gegen den Himmel aus.

Christian Friedrich Hebbels Theaterstück Der Moloch dramatisiert 1849-50 in eindringlicher Weise die Landung des Moloch in Deutschland.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel molech in: Köhler-Baumgartner, Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament (1967–1995), Leiden-Boston: 2004.
  2. In dem Codex Alexandrinus der Septuaginta und in dem Kommentar Lukians sind die Lesungen melcho, melchom oder melchol belegt. (krit. App. zu 1. Kön 11,5 in A. Rahlfs (Hg.), Septuaginta (1935), Stuttgart: 2004).
  3. Berichte von Menschenopfern bei den Puniern finden sich bei Kleitarchos, Diodorus Siculus, Plutarch u.a., vgl.: D.D. Hughes, Human Sacrifice in Ancient Greece, London: 1991, S. 115 ff.

Literatur[Bearbeiten]

  • George C. Heider: The Cult of Molek. A Reassessment, Department of Biblical Studies, The University of Sheffield, Sheffield: 1985, ISBN 1-85075-018-1
  • John Day: Molech. A god of human sacrifice in the Old Testament, Cambridge University Press, Cambridge: 1989, ISBN 0-521-36474-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moloch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien