Moly

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Hermes schützt Odysseus (Zeichnung von Annibale Carracci, um 1595)

Moly (griechisch μῶλυ) bezeichnet in der antiken Mythologie eine zauberwirksame Pflanze.

Erstmals erwähnt wird das Gewächs im zehnten Gesang der Odyssee. Odysseus berichtet dort, wie Hermes es ihm als Schutz gegen die Hexenkünste der Kirke mitgegeben habe:

Also sprach Hermeias, und gab mir die heilsame Pflanze,
Die er dem Boden entriss, und zeigte mir ihre Natur an:
Ihre Wurzel war schwarz, und milchweiß blühte die Blume;
Moly wird sie genannt von den Göttern. Sterblichen Menschen
Ist sie schwer zu graben; doch alles vermögen die Götter.[1]
Gold-Lauch (Allium moly)

Die italienischen Botaniker der Renaissance erkannten, höchst wahrscheinlich richtig, darin eine Allium-Art, da diese in Griechenland wie in ganz Europa als Hauptabwendungsmittel von Bezauberung gelten (molyein ‚entfernen, abwenden‘; sc. Zauber), und hielten Allium magicum L. (Hexen-Lauch)[2] oder Allium Moly L. (Gold-Lauch) dafür. Da diese Arten jedoch gelbe oder rötliche Blüten tragen, Homer die Blüten aber milchweiß nennt, so stimmt nach Sprengel[3] Allium nigrum L. (Schwarz-Lauch) besser sowohl mit der Beschreibung des Homer als mit jener des Theophrast überein.

Schwarz-Lauch (Allium nigrum)

Andere Versuche, die vielumdeutete Pflanze in der weißen Seerose oder schwarzen Nieswurz etc. zu erkennen, sind völlig haltlos.

Literatur[Bearbeiten]

Chronologisch absteigend geordnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homer: Odyssee 10, 302–307; Übersetzung von Johann Heinrich Voß
  2. Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 1. Abt., 2. Teil, Leipzig 1795, S. 416: Hexenlauch
  3. Kurt Sprengel: Geschichte der Botanik. Erster Theil. Brockhaus 1817. Seite 37 books.google, S. 427 books.google und S. VI.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.