Molybdän(VI)-fluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Molybdän(VI)-fluorid
Allgemeines
Name Molybdän(VI)-fluorid
Andere Namen

Molybdänhexafluorid

Summenformel MoF6
CAS-Nummer 7783-77-9
PubChem 82219
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse 209,93 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte
  • 3,50 g·cm−3 (−140 °C)[2]
  • 2,54 g·cm−3 (19 °C)[3]
Schmelzpunkt

17,5 °C[1]

Siedepunkt

34,0 °C[1]

Löslichkeit

reagiert mit Wasser[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​314
EUH: 032
P: 260​‐​305+351+338​‐​309​‐​310​‐​402+404 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Giftig Ätzend
Giftig Ätzend
(T) (C)
R- und S-Sätze R: 23​‐​32​‐​34
S: 50​‐​25​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Molybdän(VI)-fluorid (MoF6), häufig auch Molybdänhexafluorid, ist eine chemische Verbindung der Elemente Molybdän und Fluor und gehört zur Stoffgruppe der Hexafluoride. Es ist das höchste Fluorid des Molybdäns. Da Molybdän ein Spaltprodukt des Urans ist, tritt Molybdänhexafluorid als Verunreinigung von Uranhexafluorid auf. Ferner ist es aufgrund der chemischen Ähnlichkeit von Molybdän und Wolfram auch als Verunreinigung in Wolframhexafluorid enthalten. Es kann aus diesem durch Reduktion eines WF6-MoF6-Gemisches mit einem beliebigen Element, einschließlich Molybdän, bei mäßig erhöhter Temperatur entfernt werden.[5] [6]

Darstellung[Bearbeiten]

Molybdänhexafluorid wird durch direkte Umsetzung des Metalls in einem Überschuss von elementarem Fluor (F2) dargestellt.[3]

\mathrm{Mo + 3\ F_2 \longrightarrow MoF_6}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Molybdänhexafluorid ist bei Raumtemperatur eine Flüssigkeit, die bei 17,5 °C zu einem weißen kristallinen Feststoff erstarrt bzw. bei 34,0 °C siedet.[7] Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem (gemessen bei −140 °C) in der Raumgruppe Pnma mit den Gitterparametern a = 939,4 pm, b = 854,3 pm und c = 495,9 pm und vier Formeleinheiten pro Elementarzelle mit einer berechneten Dichte von 3,50 g·cm−3.[2] Die Fluoratome nehmen dabei die Hexagonal dichteste Kugelpackung ein.[8] Das MoF6-Molekül ist oktaedrisch (Oh); die Mo–F-Bindungslänge beträgt 181,7 pm.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu Molybdänhexafluorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 28. August 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c T. Drews, J. Supeł, A. Hagenbach, K. Seppelt: "Solid State Molecular Structures of Transition Metal Hexafluorides", in: Inorganic Chemistry, 2006, 45 (9), S. 3782–3788 (doi:10.1021/ic052029f; PMID 16634614).
  3. a b c  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 267.
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Patent US5234679: Method of Refining Tungsten Hexafluoride Containing Molybdenum Hexafluoride as an Impurity. Veröffentlicht am 10. August 1993, Erfinder: TAKASHI SUENAGA, MITSUYA OHASHI, TAKASHI YONEDA, YOSHIYUKI KOBAYASHI.
  6. Patent US6896866: Method for Purification of Tungsten Hexafluoride. Veröffentlicht am 15. Mai 2003, Erfinder: HIROHISA KIKUYAMA, MASAHIDE WAKI, KAZUYUKI FUJIMOTO, YOSHINORI NAKAGAWA.
  7. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-77.
  8. J. H. Levy, J. C Taylor, A. B. Waugh: "Neutron Powder Structural Studies of UF6, MoF6 and WF6 at 77 K", in: Journal of Fluorine Chemistry, 1983, 23 (1), S. 29–36 (doi:10.1016/S0022-1139(00)81276-2).

Literatur[Bearbeiten]