Molybdän(VI)-oxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Molybdän(VI)-oxid
__ Mo6+      __ O2-
Kristallsystem orthorhombisch[1]
Raumgruppe Pbnm[1]
Gitterkonstanten a = 3,92, b = 13,94, c = 3,66 A[1]
Allgemeines
Name Molybdän(VI)-oxid
Andere Namen
  • Molybdäntrioxid
  • Molybdänsäureanhydrid
  • Wasserbleierde
Verhältnisformel MoO3
CAS-Nummer 1313-27-5
Kurzbeschreibung weißes Pulver
Eigenschaften
Molare Masse 143,93 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,696 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

795 °C[2]

Siedepunkt

1155 °C[2]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (0,5 g/l bei 20 °C[2])

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [3]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 36/37-40
S: (2)-22-36/37
MAK

aufgehoben, da cancerogen[2]

LD50

125 mg/kg (oral Ratte)[4]

WGK 1 - schwach wassergefährdend[2] Vorlage:Infobox Chemikalie/WGK
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Molybdän(VI)-oxid ist eine pulverförmige weiße Verbindung, die beim Rösten vieler Molybdänverbindungen zurückbleibt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

1778 gelang es Carl Wilhelm Scheele aus Molybdänglanz durch Behandlung mit Salpetersäure Molybdän(VI)-oxid herzustellen. 1782 reduzierte Peter Jacob Hjelm das Oxid mit Kohle zum elementaren Molybdän.

[Bearbeiten] Vorkommen

In der Natur kommt es in Form des seltenen Minerals Molybdit vor.

[Bearbeiten] Gewinnung und Darstellung

Molybdän(VI)-oxid wird industriell durch Oxidation von Molybdän(IV)-sulfid gewonnen:

2 MoS2 + 7 O2 → 2 MoO3 + 4 SO2

Im Labor kann es auch durch Reaktion von Ammoniummolybdat und Salpetersäure[1] bzw. aus Natriummolybdat und Perchlorsäure gewonnen, wobei jeweils Molybdän(VI)-oxid-dihydrat entsteht:[5]

Na2MoO4 + H2O + 2 HClO4 → MoO3·2 H2O + 2 NaClO4

Das entstehende Dihydrat wandelt sich leicht in das Monohydrat um. Beide Hydrate haben eine hellgelbe bis gelblichgrüne Farbe. Oberhalb von 450 °C setzten sich diese zum Anhydrid um.

[Bearbeiten] Eigenschaften

Molybdän(VI)-oxid liegt als weißes Pulver vor, das sich beim Erhitzen gelb färbt und nach dem Erkalten wieder farblos wird. Es hat die Verhältnisformel MoO3, einen Schmelzpunkt von 795 °C und einen Siedepunkt von 1155 °C. Molybdän(VI)-oxid ist in Wasser schwerlöslich, geht jedoch in alkalischer Lösung in Molybdat-Ionen MoO42− über. In verdünnter Lösung kann man dieses durch Ansäuern in die Molybdänsäure H2MoO4 überführen.

Molybdän(VI)-oxid hat einen relativ hohen Dampfdruck. Es sublimiert deshalb ab ca. 700 °C merklich, wobei sich glänzende, farblose, kristalline Flitter bilden.

Molybdän(VI)-oxid besitzt eine orthorhombische Kristallstruktur. Es besteht aus Schichten von verzerrten MoO6-Oktaedern in einem orthorhombischen Kristall. Die Oktaeder sind an den Kanten verbunden und bilden Ketten, die über Sauerstoff-Atome verbunden sind und Schichten bilden.

[Bearbeiten] Verwendung

Molybdän(VI)-oxid ist der Ausgangsstoff für die Synthese der meisten anderen Molybdänverbindungen, es dient als Emaillezusatz und zur Herstellung von reinem Molybdän (z. B. durch Reduktion mit Wasserstoff).

MoO3 + 3 H2 → Mo + 3 H2O

Es ist auch ein Katalysator (Molybdäntrioxid-Pulver auf Aluminiumoxid) für Hydroformier-, Alkylierungs-, Entschwefelungs- und Krackprozesse in der Petrochemie und bei der Herstellung von Acrylnitril.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. a b c d Brauer, Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie
  2. a b c d e f Eintrag zu Molybdän(VI)-oxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 3.9.2007 (JavaScript erforderlich)
  3. Eintrag zu CAS-Nr. 1313-27-5 im European chemical Substances Information System ESIS
  4. ScienceLab: MSDS
  5. Heynes, J. B. B.; Cruywagen, J. J. "Yellow Molybdenum(VI) Oxide Dihydrate" Inorganic Syntheses, 1986, volume 24, pp. 191. ISBN 0-471-83441-6.
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