Monacensia

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Monacensia
Hildebrandhaus München von Suedwest.JPG

Hildebrandhaus

Gründung 1921
Bestand 350.000
Bibliothekstyp Spezialbibliothek
Koordinaten 48° 8′ 37″ N, 11° 35′ 56″ O48.14361111111111.598888888889Koordinaten: 48° 8′ 37″ N, 11° 35′ 56″ O
Ort München
ISIL DE-M36a
Betreiber Landeshauptstadt München
Leitung Dr. Elisabeth Tworek
Website www.muenchner-stadtbibliothek.de/literaturarchiv/monacensia/

Die Monacensia ist eine Fachbibliothek im Münchner Hildebrandhaus. In einem Literaturarchiv finden sich Originalmanuskripte und Autographen von Münchner Autoren, Fotografien aus diesem Personenkreis kommen hinzu; in einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek wird alles Gedruckte zum Thema München und Münchner Region gesammelt. Die Bibliothek ist als Abteilung der Münchner Stadtbibliothek angegliedert.

Lage[Bearbeiten]

Die Monacensia befindet sich im Hildebrandhaus, der ehemaligen Villa des Bildhauers Adolf von Hildebrand im Stadtteil Bogenhausen. Gabriel von Seidl erbaute die Villa 1898 auf der Grundlage von Plänen Hildebrands; im Jahr 1911 wurde sie durch Carl Sattler um einen Ateliertrakt erweitert. Das Hildebrandhaus wurde ein Treffpunkt der Münchner Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert.

Bestände und Benutzung[Bearbeiten]

Das Archiv umfasst etwa zweihundert literarische Nachlässe und Schenkungen mit um die 350.000 Dokumenten. Dazu gehören die Nachlässe von Thomas Mann, seiner Frau und seiner Kinder, von Annette Kolb, Liesl Karlstadt, Frank Wedekind, Fanny Gräfin zu Reventlow, Gustav Meyrink, Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer, Jörg Hube und Werner Finck. Dazu kommen etwa 30.000 Fotografien aus dem Bereich der Münchner Künstlerschaft.

Die Bibliothek besitzt mittlerweile 130.000 Bände; die Benutzung steht der Allgemeinheit offen und ist kostenlos. Eine Ausleihe nach Hause ist nicht möglich, das ehemalige Atelier von Hildebrands steht als Lesesaal zu Verfügung.

Geschichte[Bearbeiten]

Hans Ludwig Held veranlasste 1921 die städtischen Stellen, ihre Bestände an München-Büchern auszulagern. So kamen fünftausend Bände aus unterschiedlichen Einrichtungen, wie etwa Baureferat oder Stadtmuseum zusammen und wurden zunächst in einem Zimmer im Rathaus der Stadt untergebracht. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Bibliothek fast unbeschadet. Nach einigen Umzügen befindet sich die Monacensia seit 1977 am jetzigen Standort.

Seit 2012 ist die Monacensia für eine Generalsanierung geschlossen. Sie wird voraussichtlich im November 2015 wieder eröffnet.[1] Während des Umbaus ist das Literaturarchiv ausgelagert und nur eingeschränkt zugänglich. Ein Teil der München-Literatur ist in der Hauptstelle der Stadtbibliothek als Präsenzbestand verfügbar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth Tworek (Hrsg.) unter Mitarbeit von Ursula Hummel: Literatur im Archiv. Bestände der Monacensia. Monacensia, München 2002. - Mit Auswahl der Manuskripte und der Publikationen der Monacensia sowie einem Verzeichnis der Nachlässe.
  •  Christiane Kuller, Maximilian Schreiber: Das Hildebrandhaus. Eine Münchner Künstlervilla und ihre Bewohner in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, des Kulturreferats der Landeshauptstadt München und der Monacensia (= edition monacensia). Allitera, München 2006, ISBN 978-3-86520-130-0 (Leseprobe).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. muenchen.de: Monacensia