Monegros

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Lage der Monegros in Aragonien und Lage der einzelnen Gemeinden

Los Monegros (aragonesisch Os Monegros) ist eine Comarca (Verwaltungseinheit) der Autonomen Region Aragonien in Spanien. Sie liegt im nördlichen Zentrum der Region jeweils zum Teil in den Provinzen Saragossa (Gemeinden Bujaraloz, Farlete, La Almolda, Leciñena, Monegrillo und Perdiguera) und Huesca (die übrigen Gemeinden). Die Comarca hat auf einer Fläche von 2.764,9 km² 20.633 Einwohner. Sitz des Bezirks ist Sariñena, die größte Stadt unter den 31 zugehörigen Gemeinden (Municipios). Der Name ist aus der Zusammenziehung der alten Bezeichnung „Montes Negros“ (dt. Schwarzer Bergwald) entstanden. Diese ging auf den Bewuchs der Gegend mit Kiefern zurück, bevor diese gefällt wurden und sich das Habitat zur Steppe wandelte.

Die Comarca grenzt im Norden an die Hoya de Huesca, im Osten an Somontano de Barbastro, Cinca Medio und Bajo Cinca, im Westen an die Comarca Saragossa und im Süden an Ribera Baja del Ebro und Bajo Aragón-Caspe.

Die zugehörigen Gemeinden sind neben Sariñena Albalatillo, Albero Bajo, Alberuela de Tubo, Alcubierre, La Almolda, Almuniente, Barbués, Bujaraloz, Capdesaso, Castejón de Monegros, Castelflorite, Farlete, Grañén, Huerto, Lalueza, Lanaja, Leciñena, Monegrillo, Peñalba, Perdiguera, Poleñino, Robres, Sangarrén, Sena, Senés de Alcubierre, Tardienta, Torralba de Aragón, Torres de Barbués, Valfarta und Villanueva de Sigena.

Landschaftlich ist die Sierra de Alcubierre hervorzuheben, die die Comarca von Nordwesten nach Südosten durchzieht. Ihre höchste Erhebung ist der Monte Oscuro mit 822m. Das Klima ist semiarid mit geringen Niederschlägen und hohen Temperaturen im Sommer. In der Provinz gibt es viele Salzseen und Teiche, die den Complejo Endorréico Bujaraloz-Sástago bilden, das größte System abflussloser Seen in Europa. Die Salzseen von Sariñena und Playa verdienen besondere Erwähnung. Die karge Szenerie diente als Drehort für Bigas Lunas preisgekrönten Spielfilm Jamón, jamón (1992).

Unter dem Kulturerbe der Provinz ragen die (ehemaligen) Klöster Monasterio de Sigena im romanischen Stil und die Cartuja de las Fuentes, ein Kartäuser-Kloster aus dem 18. Jahrhundert, heraus.

2007 wurde in der kargen Landschaft von Los Monegros ein umstrittenes Großprojekt zum Bau des gigantischen Vergnügungs- und Kasino-Parks Gran Scala mit einer geplanten Investitionssumme von 17 Milliarden Euro angekündigt, das von der Regierung der Autonomen Region Aragón unterstützt wurde und ab 2009 realisiert werden sollte.[1] Als Bauplatz wurde schließlich Ontiñena östlich von Saragossa ausgewählt. Bereits 2010 entstanden jedoch deutliche Zweifel an der Seriosität des Konsortiums.[2] Das Projekt scheiterte endgültig im Februar 2012, als die Investoren die letzte Frist zum Erwerb der Projektgrundstücke verstreichen liessen.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Huesca. Guía turística del Altoaragón, Editorial Pirineo, Huesca 2003, ISBN 84-87997-68-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Monegros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In der Wüste soll ein neues Las Vegas entstehen, Die Welt vom 11. Dezember 2007; Eldorado in der spanischen Steppe, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. Januar 2008
  2. Die große Pleite, Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2010
  3. Otro Las Vegas que se esfuma, El País vom 25. Februar 2012 (spanisch)