Monestiés

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Monestiés
Wappen von Monestiés
Monestiés (Frankreich)
Monestiés
Region Midi-Pyrénées
Département Tarn
Arrondissement Albi
Kanton Monestiés
Gemeindeverband Communauté de communes Ségala-Carmausin.
Koordinaten 44° 4′ N, 2° 6′ O44.0719444444442.0977777777778200Koordinaten: 44° 4′ N, 2° 6′ O
Höhe 190–437 m
Fläche 26,83 km²
Einwohner 1.421 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 53 Einw./km²
Postleitzahl 81640
INSEE-Code
Website www.monesties.com

Brücke Candèze in Monestiés

Monestiés ist eine französische Gemeinde des Départements Tarn in der Region Midi-Pyrénées. Administrativ ist sie dem Arrondissement Albi zugeteilt und sie ist Hauptort (chef-lieu) jenes Kantons dem sie den Namen gab.

Das Dorf, das an einer Nebenroute des Jakobsweges liegt, ist seit 2001 als eines der Plus beaux villages de France (Schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert[1].

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort mit 1421 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) liegt am rechten Ufer des Cérou rund 20 Kilometer nördlich von Albi. Er galt früher als Hauptort des Cérou-Tals und im Mittelalter als die am stärksten befestigte Stadt auf der rechten Uferseite des Tarn.

Tatsächlich war die mittelalterliche Stadt ursprünglich von einer Mauer und einem Stadtgraben umgeben. Die Gräben wurden später zugeschüttet und an deren Stelle entstand ein Zwinger, der heute als Spazierweg dient. Die alten Häuser stehen kreisförmig um die Kirche Saint-Pierre in einer Flussbiegung.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts belehnte der westfränkische König Ludwig IV. Déodat, Abt des Kollegiatstifts Saint-Salvy von Albi, mit dem Anwesen Monasterio (auch Monesterio), das dazumal aus einer Heiligenstätte und einigen Nebengebäuden bestand. Der Ortsname leitet sich vom lateinischen Monasterium (‚Kloster‘) ab.[3]

Die Besiedlung der Gegend geht allerdings viel weiter zurück. 600 Meter vom Dorfkern entfernt, bei der Mündung der Ceret in den Cérou, wurden Spuren eines keltischen Oppidum aus der späten Eisenzeit gefunden. Einige Jahrhunderte später, verließen die Bewohner die Hügel, um entlang der Römerstraße, welche Rodez mit Toulouse verband, zu siedeln.

Am Ende des Albigenserkreuzzuges, ging Monestiés 1229 als Lehen an die Bischöfe von Albi. Ein Co-Seigneur war für den militärischen Schutz verantwortlich. Dieses Abkommen wurde 1282 vom französischen König Philipp dem Schönen bestätigt.[4] Im Gegensatz zu den in der Region verbreitenden Bastiden, entwickelte sich der Ort konzentrisch um seine Kirche. Um die Jakobspilger aufzunehmen, wurde im 13. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauern eine Herberge errichtet.

Der regionale wirtschaftliche Aufschwung des 18. Jahrhunderts brachte das Dorf voran. Schriften nennen für diese Zeit bis zu 23 ansässige Händler und 13 Märkte pro Jahr. Die Bevölkerung lebte vor allem von der Verarbeitung von Hanffasern zu Gewebe und vom Handel mit Eseln. Damit sich das Dorf weiter ausbreiten konnte, wurden zu jener Zeit die Gräben zugeschüttet und die Stadtmauern niedergerissen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdrängte die aus den Kolonien eingeführte Baumwolle die Hanfweberei und Monestiés geriet in den Schatten von Carmaux, wo große Kohlevorkommen entdeckt wurden.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein silberner, schwarzgemauerter Turm von zwei Sternen derselben Farbe flankiert; darüber zwei schräg überkreuzte, silberne Schlüssel bewinkelt von einer Sonne (heraldisch rechts) und einer Mondsichel (heraldisch links) derselben Farbe.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die höchste Bevölkerungszahl wurde um 1865 mit rund 1.600 Einwohner und Einwohnerinnen erreicht.[5]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 1146 1234 1222 1304 1361 1362 1342

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Peterskirche Église Saint-Pierre wurde 1550 in einem mediterranen gotischen Stil auf den Fundamenten einer romanischen Kirche, die im Vorfeld der Hugenottenkriege zerstört wurde, neu aufgebaut. Sie ist fünfteilig und verfügt über drei Joche sowie fünf Seitenkapellen zwischen den Strebepfeilern. Der gedungene Glockenturm ist von einem runden Wehrturm flankiert und mit einer im Jahre 1559 gegossenen Glocke ausstaffiert. Das Bauwerk ist seit 1979 ein französisches Kulturdenkmal[6].
  • Das Museum Musée Bajén-Vega im Ortszentrum ist in einem ehemaligen Herrenhaus untergebracht, welches auch als Fremdenverkehrsamt dient. Die Ausstellung zeigt Bilder einiger spanischer Maler und Malerinnen (u.a. Francisco Bajén sowie dessen Gattin Martine Vega), die 1939 vom Franco-Regime geflohen waren.[7]
  • Die Pilgerkapelle Chapelle Saint-Jacques (auch Chapelle de l’Hôpital genannt) beherbergt eine mehrteilige Steinskulptur der Grablegung Christi, die im 15. Jahrhundert für die Bischöfe von Albi geschaffen wurde und vor 1774 (wie auch das Chorgestühl) die Schlosskapelle Château de Combefa zierte. Dieses bischöfliche Schloss lag südlich von Monestiés und ist heute zerstört.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Monestiés auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)
  2. Luftaufnahme von Monestiés auf virtualtourist.com
  3. Ernest Nègre: Les noms de lieux du Tarn, S. 93. D’Artrey, Paris, 1972.
  4. Clément Compayré: Études historiques et documents inédits sur l’Albigeois, le Castrais, et l’ancien diocèse de Lavaur, S. 320ff. Imprimerie de Maurice Papailhiau, Albi, 1841.
  5. Victor-Adolphe Malte-Brun: La France illustrée. Géographie, histoire, administration et statistique, S. 78. Gustave Barba, Paris, 1865.
  6. Eintrag Nr. PA00099759 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  7. a b Laurence Michel: Midi Toulousain: Des Pyrénées à l’Aubrac, S. 206. Michelin, 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Monestiés – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien