Money for Nothing

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Dieser Artikel behandelt das Lied von Dire Straits; zur gleichnamigen Kompilation siehe Money for Nothing (Album).

Money for Nothing (engl. für: „Geld für Nichts“) ist ein Lied der britischen Rockband Dire Straits, den diese erstmals 1985 auf ihrem Album Brothers in Arms veröffentlichte.

Nach der Auskopplung als Single am 24. Juni 1985 konnte der Titel sich als internationaler Hit etablieren. Mit einem drei Wochen lang gehaltenen ersten Platz in den amerikanischen Billboard-Charts war es die erfolgreichste Single der Band. Im britischen Heimatland der Dire Straits erreichte der Song Platz 4, in Deutschland, wo er erst im Laufe der Zeit populär wurde, nur Platz 19. Bemerkenswert waren der in seiner Ausdrucksweise umstrittene Text, das innovative Musikvideo – das erste computergenerierte Musikvideo überhaupt – und ein Cameo-Auftritt des britischen Musikers Sting, der Einleitung und Begleitstimme beim Fadeout im Falsett singt: „I want my MTV“. Das Video zum Song war das erste, das der Musiksender MTV Europe bei seinem Start am 1. August 1987 ausstrahlte.[1] Das Stück wurde 1985 mit dem Grammy für die „Beste Rock-Performance eines Duos“ oder einer Gruppe mit Gesang ausgezeichnet.[2]

Text[Bearbeiten]

Money for Nothing ist eine ironische Auseinandersetzung mit dem Musik- und Mediengeschäft in Form einer so genannten Rollenlyrik. Nicht der Autor „spricht“, sondern aus der Perspektive einer Figur, die mit dem Musikgeschäft selbst nichts zu tun hat, wird dieses beschrieben. Der einfache Arbeiter geht seinem Job nach und lässt sich über Rockstars aus, die seiner Ansicht nach „Kohle für nix“ bekommen. Schon in der ersten Textzeile wird dessen Verachtung deutlich, wenn er die Popstars als „Pfeifen“ oder „Penner“ („Now look at them yo-yos“) bezeichnet. Im Video sieht man zwei Möbelpacker, die die besungenen Kühlschränke und Fernsehapparate liefern und während schweißtreibender Arbeit von den Geräten ungewollt beschallt werden („We gotta move these refrigerators, gotta move these colour TVs…“, „They play the guitar on the MTV… That ain’t working!“). Knopfler nimmt sich bewusst selbst auf den Arm, da er diesen fiktiven Charakter ausgerechnet über den Gitarristen schimpfen lässt, der er in seiner Band ja selbst war.

Eine spezielle zeitkritische Dimension erhält der Text mit seinem Blick auf das Musikfernsehen der 1980er-Jahre. Äußerlichkeiten und die schiere Oberfläche sorgen dafür, dass Musiker einen Hit haben und in der Öffentlichkeit über die Musiksender präsent sind.

Money for Nothing basiert laut Knopfler auf einer Situation, die er selbst in einem Fernsehgeschäft in New York beobachtet hat.

„Ich beobachtete […] diese zwei Arbeiter in ihrer Arbeitsmontur, Latzhosen, Sicherheitsschuhe und alles. […] Sie standen vor dem Regal und betrachteten die Bildschirme. Auf allen Fernsehern lief MTV, die Bilder der Musikvideos wurden zigfach wiedergegeben. Plötzlich begannen die beiden zu fluchen und über die Videos zu lästern. Erst hörte ich gar nicht richtig hin. Als die Flüche allerdings immer eindeutiger wurden, merkte ich auf. Einer der beiden sagte zu seinem Kumpel: ‚Nun sieh dir diese Schwuchteln an. Die tragen Ohrringe und sind geschminkt. Und für diesen Scheiß, den die da machen, kriegen die auch noch Geld.‘ Diese Sätze waren die Initialzündung für das Lied. Ich lieh mir an der Kasse Papier und Stift. Ich wollte jedes Wort der beiden noch im Laden aufschreiben.“

Mark Knopfler[3]

Beteiligung von Sting[Bearbeiten]

Sting war als Sänger am Song beteiligt

Der Musiker Sting machte zufällig gerade auf der Karibikinsel Montserrat in der Nähe des Tonstudios der Dire Straits Urlaub und wurde spontan als Gastsänger eingeladen. Mit Kopfstimme wiederholt Sting zu Beginn des Liedes mehrmals den Satz „I want my MTV“, bevor die Band, angeführt von einem aggressiven Schlagzeug, und Mark Knopfler mit dem Text einsetzt. Sting ist auch für den Gesang im Fadeout verantwortlich, das in der Album-Version fast zwei Minuten dauert. Die Melodie der Textzeile „I want my MTV“ ist mit Absicht an die des Police-Songs Don’t Stand so Close to Me angelehnt. Knopfler und Sting singen die gemeinsamen Textzeilen meist rhythmisch leicht versetzt. In einem Interview erklärte Knopfler, das sei so gewollt und eine kleine Anspielung darauf, dass sich die Popmusik Mitte der 1980er Jahre durch die immer wichtiger werdenden Videos in zwei Lager spaltete, die unterschiedliche (also sozusagen „asynchrone“ und nicht mehr harmonierende) Meinungen vertraten, ob die immer stärkere Visualisierung der Popmusik zwangsläufig ihren Untergang bedeute oder nicht.[3]

Gegen seinen ausdrücklichen Wunsch setzte Stings Management durch, dass er als Co-Autor des Songs eingetragen wurde, obwohl sein Beitrag zu Komposition und Text seiner Ansicht nach nur marginal war.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Rollenlyrik wurde zur damaligen Zeit nicht von allen Hörern erkannt, die das Lied daraufhin als sexistisch, homophob und ähnliches bezeichneten und Knopfler unterstellten, er würde ernsthaft meinen, was er da singt.[4] Auch A&M Records, die Plattenfirma von Sting, verstand keinen Spaß und verhielt sich so, wie Mark Knopfler die Musikbranche in Money for Nothing besungen hatte. Gegen Stings Willen bestand A&M darauf, dass er als Co-Autor auf dem Cover der Platte genannt und dass A&M selber am Umsatz der Platte beteiligt wurde.[5]

Walk of Life als Gegenargument zu Money for Nothing[Bearbeiten]

Auf dem Album Brothers in Arms folgt nach Money for Nothing das Lied Walk of Life. Mark Knopfler erklärte in einem Interview, er hätte in den Zeilen „And after all the violence and double talk“, „There’s just a song in all the trouble and the strife“, „You do the walk, you do the walk of life“[6] inhaltlich einen Gegenpol zu der Aussage in Money for Nothing setzen wollen. Letztlich sei doch nur die Musik (also die Kunst) das einzige, was einen im Leben retten könne und nicht der ganze Rummel, der um sie herum veranstaltet werde.[4]

Sonstiges[Bearbeiten]

Vor dem Jahr 2005 diente das Intro von Money for Nothing als Titelmusik der Dokumentationssendung 37 Grad.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC News: MTV ready to rock Russia Stand vom 4. Februar 2010
  2. Grammy-Datenbank Stand vom 4. Februar 2010
  3. a b Pop Special Magazin, 9/1985
  4. a b Rolling Stone #461, 21. November 1985
  5. Clarkson, Wensley: Sting, The Biography. London, 2000. ISBN 1-85782-319-2
  6. Published 1985 by Chariscourt Ltd. /Rondor Music (London) Ltd.