Markgrafschaft Montferrat

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Die Flagge der Markgrafschaft Montferrat: horizontal rot-weiß gestreift mit ungleichen Proportionen der Farben
Wappen der Markgrafschaft Montferrat
Die Hügel des Montferrat
San Salvatore Monferrato.
Belforte Monferrato.

Montferrat (italienisch Monferrato) war eine Markgrafschaft im Piemont, zwischen Turin und Genua gelegen. Sie wurde 1573 zu einem Herzogtum erhoben.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Territorium der Markgrafschaft erstreckte sich von Norden nach Süden in zwei getrennten Teilen zwischen den Seealpen und dem Po, umfasste 2750 km² und hatte Monferrato zur Hauptstadt. Karl der Große setzte zur Verwaltung des Landes Grafen ein, die 967 von Otto dem Großen zu Markgrafen erhoben wurden.

Die herrschende Familie der Aleramiden nahm an vorderster Stelle an den Kreuzzügen teil, und stellte in den eroberten Ländern eine Reihe von Monarchen, darunter vor allem die zwei Söhne und ein Enkel des Markgrafen Wilhelm V.:

Durch Erbschaft gelangte die Markgrafschaft im 14. Jahrhundert an die Palaiologen, die sie 1533 wiederum an die Gonzaga vererbten. Seit 1573 zum Herzogtum erhoben, kam ein kleiner Teil des Landes nach dem Mantuanischen Erbfolgekrieg (1628–1631) an das Haus Savoyen, das alte Ansprüche (bis 1330 zurück reichend) behauptete. Der größere Teil des Herzogtums verblieb den Gonzaga-Nevers, bis diese im spanischen Erbfolgekrieg auf die französische Seite wechselten und deshalb durch Kaiser Leopold I. alle Reichslehen der Gonzaga eingezogen wurden.

Mit dem Frieden von Utrecht 1712 bzw. Baden 1714 schließlich wurde den bereits im Frieden von Münster 1648 bestätigten Ansprüchen des Hauses Savoyen auf das Territorium Montferrat Rechnung getragen und dem Herzog Victor Amadeus II. das gesamte Herzogtum als Reichs-Lehen übergeben.

Liste der Markgrafen von Montferrat [Bearbeiten]

Aleramiden[Bearbeiten]

Palaiologen[Bearbeiten]

Gonzaga[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Köbler: Montferrat. In: Historisches Lexikon der deutschen Länder. 6. Auflage. C.H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44333-8, S. 402, ISBN 3-520-48501-X.
  • Barbara Sasse Tateo: Montferrat. In: Volker Reinhardt: Die großen Familien Italiens. Kröner, Stuttgart 1992, S. 372–377
  • Aldo A. Settia: Mon(t)ferrat, Mgf.en v. In: Lexikon des Mittelalters. Bd. 6, dtv, München 2006, Sp. 799–802.