Monocoque

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Ein Monocoque (frz.) ist eine in einschaliger Bauweise gefertigte tragende Struktur eines Fahrzeugs. Dabei nimmt die weitgehend geschlossene Außenhaut die meisten angreifenden Kräfte auf. Monocoques sind leicht und verwindungssteif, jedoch aufwendig zu fertigen.

McLaren MP4 in Monocoque-Bauweise, 1981

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Flugzeuge

Im Flugzeugbau wird die Monocoque-Bauweise dadurch definiert, dass sämtliche Versteifungselemente (Spanten, Längsträger) direkt mit der Außenhaut verbunden sind. Diese Bauweise wird im Flugzeugbau nicht mehr durchgängig verwendet, da es mittlerweile leichtere und reparaturfreundlichere Bauweisen gibt.

Eines der ersten Monocoques wurde 1931 aus Sperrholz für die Gribowski G-8 gebaut.

[Bearbeiten] Automobile

In den Anfängen des Formel-Rennsports fertigte man diese Fahrerzellen der Monoposti aus Leichtmetall, also in der Regel Aluminium, oder mit Beginn der eigentlichen Monocoque-Bauweise in den frühen 1980er Jahren aus Kevlar, Kohlefaser und ähnlichen Verbundstoffen.

Monocoque aus Blechen mit angeflanschtem selbsttragenden Motor(Lotus 49)

Unter einem Monocoque für Monoposti im Formel-Autorennsport verstand man bis in die 1980er-Jahre ein Chassis, das als einzelnes Bauteil die Vorderachse mit dem vor der Hinterachse angeordneten Motor verbindet. Der Fahrer sitzt im Monocoque. Der Motor und Getriebe sind dabei tragende Element des Wagens und tragen die Hinterachsaufhängung und Heckflügel. Das Monocoque bildet teilweise oder vollständig die Außenhaut des Fahrzeugs.

1962 stellte Lotus beim Lotus-Climax 25 das erste Monocoque-Chassis aus miteinander vernieteten oder verklebten Aluminiumblechen vor. Teilweise wurden Orte, an denen hohe Kräfte eingeleitet werden mussten, durch Rechteckrohre oder Gußteile verstärkt. Die Hohlräume im Monocoque wurden zunächst versiegelt und als Tank genutzt. Die Gefährdung durch diese einfache Bauweise wurde später durch eingesetzte gepanzerte Tanks verringert. Beginnend mit dem Lotus 72 1970 wurde der größte Teil des Tankvolumens hinter dem Fahrer konzentriert, wo er bei Unfällen geschützter war. Diese Bauweise setzte sich schnell durch und löste die Rohrrahmen-Chassis ab.

Die drei Konstrukteure, die um 1981 diese Bauweise am schnellsten entwickelten, waren die Engländer John Barnard bei McLaren und Colin Chapman bei Lotus sowie der Österreicher Gustav Brunner für ATS, der als erster ein unverkleidetes Kohlefaser-Monocoque entwickelte. Bis Mitte der 1980er-Jahre hielten nur noch wenige Teams aus Kostengründen an der einst verbreiteten Bauweise aus miteinander vernieteten oder verklebten Aluminiumblechen fest (die wiederum im Verlauf der 60er/70er Jahre die Rohrrahmen-Chassis abgelöst hatten), obwohl die neue Bauweise eine erhebliche Gewichtsersparnis versprach und dem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis nach den tödlichen Unfällen eines Gilles Villeneuve, Elio de Angelis oder des weniger bekannten Ricardo Paletti Rechnung trug.

Triathlonrad mit Karbon-Monocoque-Rahmen

Der McLaren MP4/1 von 1981 verwendete erstmals Verbundmaterialien für das Monocoque. Dazu werden Formteile aus Prepreg (Kevlar, Kohlefaser und andere) zum Monocoque zusammengesetzt. Bei hoher Temperatur und Überdruck in einem Ofen wird Harz ausgehärtet. Durch den Überdruck wird überflüssiges Harz abgeführt, um den Faservolumenanteil und damit die Festigkeit zu erhöhen.

Monocoques in Verbundtechnik waren bei geringerem Gewicht ihren Vorgängern aus Aluminium in allen Steifigkeitswerten weit überlegen. Allerdings stellten Konstruktion und Herstellung völlig neue und teure Anforderungen an die Rennställe. So wurden die ersten Chassis noch von der Luftfahrtindustrie hergestellt und erst nach einigen Jahren wussten alle Rennteams die Monocoques selbst zu fertigen.

Diese Bauweise setzte sich aus Sicherheitsgründen auch in den untergeordneten Formel-Serien wie der Formel 3, der Formel 3000 sowie der in den USA vergleichbaren IndyCar- bzw. ChampCar-Serie durch. Ebenso hat diese Bauweise im Sportwagenbereich und in einigen Tourenwagenrennserien wie beispielsweise der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) Einzug gehalten.

[Bearbeiten] Motorräder

Bei Motorrädern spricht man von Monocoquebauweise, wenn Tank und Airbox in den Rahmen integriert sind. Vorteilen bei Gewicht, Abmessungen und Steifigkeit stehen Nachteile bei Wartungsfreundlichkeit und Vibrationsdämpfung entgegen. Die Kawasaki ZX-12R und Kawasaki ZZR 1400 sind die einzigen Serien-Motorräder dieser Art (Stand: September 2007).[1]

[Bearbeiten] Fahrräder

Fahrradrahmen werden als Monocoque bezeichnet, wenn sie nicht aus einzelnen Rohren, sondern aus Blech oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff bestehen.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Werner Koch, Benny Wilbers: Neue Fahrwerkstechnik im Detail. Wilbers Products GmbH, ISBN 3-929534-17-7
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