Monogatari

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Dieser Artikel behandelt die literarische Gattung. Für die Gruppe von Comiczeichnern siehe Monogatari (Comic-Gruppe)

Unter Monogatari (jap. 物語) versteht man eine literarische Erzählform, die spezifisch japanisch ist. In der Heian (794–1185) und Kamakura-Zeit (1185-1333) entstanden, bezeichnete Monogatari ursprünglich mündlich überliefertes Erzählgut (物を語る, mono o kataru).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Übersicht

Japan übernahm erst zu Beginn der Heian-Zeit von eingereisten buddhistischen Mönchen die chinesischen Schriftzeichen als Schriftsprache. Die ersten schriftlichen Zeugnisse sind in Kanbun und später auch in Man'yōgana, dem Vorläufer der Kana, abgefasst. Erst mit der Entwicklung der Silbenschrift (Kana) setzt die Tradition des literarischen Monogatari ein.

Als solches ist Monogatari ein Sammelbegriff für romanhafte, fiktionale Erzählungen im Unterschied zur Tagebuch-Literatur (日記文学, Nikki-Bungaku) und zum Zuihitsu. Es umfasst Legenden, Sagen, Anekdoten und Krieger-Epen. Das Monogatari zu dieser Zeit ausschließlich vom Hofadel gepflegt. Zur Unterscheidung dienen weniger strukturelle Merkmale, als die Thematik: Denki- (伝記物語), Rekishi- (歴史物語, historische Erzählungen), Gunki-Monogatari (軍記物語, Kriegshistorien).

[Bearbeiten] Wichtige Monogatari

Konjaku Monogatari

Das Konjaku Monogatari, genauer Konjaku Monogatari-shū (今昔物語集, dt. Sammlung von Es-war-einmal-Erzählungen), ist die bekannteste – und heute noch populäre – Sammlung von Geschichten der sog. Setsuwa-Literatur[2], die ihre Stoffe aus der Erzähltradition nicht nur Japans, sondern auch Chinas und Indiens bezieht. Der Begriff konjaku bezieht sich auf die ständig wiederkehrende Eingangsfloskel dieser Geschichten (konjaku = ima wa mukashi, d.h. Es war einmal). Die Zeit der Abfassung fällt in das 12. Jahrhundert.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. japanische Textausgabe
  2. Es besteht kein Konsens darüber, ob die Setsuwa Literatur als eigenständige Gattung gesehen werden muss. Meist wird sie dem Monogatari zugeordnet. Thematisch unterscheidet sie sich vom Monogatari im vornehmlich belehrenden Erzählduktus des Buddhismus (vergleichbar dem Prodesse et delectare Grundsatz europäischer Fabeln).
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