Monotonie (Mathematik)
In der Mathematik heißt eine Funktion oder Folge, die bei wachsendem Funktionsargument immer nur größer wird oder konstant ist (also niemals fällt), monoton steigend (oder monoton wachsend bzw. isoton). Entsprechend heißt eine Funktion oder Folge monoton fallend (antiton), wenn sie nur kleiner wird oder konstant bleibt. Ändern sich die Werte der Funktion oder die Glieder der Folge nirgends, heißt sie konstant.
Streng monoton steigend (resp. streng monoton fallend) sind Funktionen oder Folgen, die nur größer (kleiner) werden, aber nirgends konstant sind.
Monotonie kann über beliebigen Ordnungsrelationen definiert werden, beispielsweise kann sich monoton wachsend auch auf die Teilmengen-Beziehung beziehen.
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Beispiele [Bearbeiten]
- Die Folge
- ist streng monoton steigend.
- Die Folge
- ist monoton steigend, jedoch nicht streng monoton steigend (3 und 8 kommen doppelt vor).
- Die Folge
- ist konstant, sie ist nach Definition sowohl monoton steigend als auch monoton fallend.
- Die Funktion
- ist über dem gesamten Definitionsbereich streng monoton steigend. Bei
hat sie zwar eine Steigung von
, jedoch nur an diesem einen Punkt.
- Die Funktion
- ist im Bereich von minus unendlich bis einschließlich null
streng monoton fallend. Im Bereich von einschließlich null bis plus unendlich
ist sie streng monoton steigend.
- Die Folge von Mengen
- ist streng monoton steigend bezüglich der
-Relation.
Definitionen [Bearbeiten]
Sei
eine Funktion. Auf
und
sei jeweils eine Ordnungsrelation
definiert. Dann heißt die Funktion
monoton steigend, wenn für alle
.
Gilt sogar
, so heißt die Funktion
streng monoton steigend.
Entsprechend heißt
monoton fallend bzw. streng monoton fallend, wenn
bzw.
.
Eine Folge
heißt monoton steigend, wenn für alle
gilt:
.
Eine Folge
heißt streng monoton steigend, wenn für alle
gilt:
.
Weitere Eigenschaften [Bearbeiten]
Für eine reelle monotone Funktion
gilt:
- Sie hat in jedem Häufungspunkt ihres Definitionsbereichs einen linksseitigen und rechtsseitigen Grenzwert.
- Sie kann nur Sprungstellen als Unstetigkeitsstellen haben.
- Die Menge der Sprungstellen in ihrem Definitionsbereich ist abzählbar, muss aber nicht notwendigerweise endlich sein.
- Sie ist fast überall differenzierbar, d. h. die Menge der Stellen, an denen
nicht differenzierbar ist, bildet eine lebesguesche Nullmenge. - Eine im Intervall
definierte monotone Funktion ist dort Riemann-integrierbar.
Monotonie differenzierbarer reeller Funktionen [Bearbeiten]
- Eine auf dem Intervall
stetige und auf
differenzierbare Funktion ist genau dann monoton wachsend (bzw. monoton fallend) auf
, wenn die Ableitung
nirgendwo negativ (bzw. nirgendwo positiv), also
(resp.
), ist. - Eine auf einem Intervall
stetig differenzierbare Funktion ist genau dann streng monoton wachsend (bzw. streng monoton fallend), wenn die Ableitung:
- nirgendwo negativ (bzw. nirgendwo positiv) und
- auf keinem echten Teilintervall konstant gleich null ist (wobei ein echtes Intervall ein Intervall mit mehr als einem Element ist).
Umkehrfunktion [Bearbeiten]
Sei
ein Intervall und
sei streng monoton wachsend/fallend und stetig. Dann ist:
- die Bildmenge
ein Intervall,
bijektiv,- die Umkehrfunktion
streng monoton wachsend/fallend und stetig,
, wenn wachsend und
, wenn fallend.
Monotoniegesetze [Bearbeiten]
Für
gilt:
,
.




hat sie zwar eine Steigung von
, jedoch nur an diesem einen Punkt.
streng monoton fallend. Im Bereich von einschließlich null bis plus unendlich
ist sie streng monoton steigend.
-Relation.
definierte monotone Funktion ist dort
differenzierbare Funktion ist genau dann monoton wachsend (bzw. monoton fallend) auf
nirgendwo negativ (bzw. nirgendwo positiv), also
(resp.
), ist.
stetig differenzierbare Funktion ist genau dann streng monoton wachsend (bzw. streng monoton fallend), wenn die Ableitung:
ein Intervall,
bijektiv,
streng monoton wachsend/fallend und stetig,
, wenn wachsend und
, wenn fallend.
,
.