Monreal

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Dieser Artikel beschreibt die Ortschaft Monreal in der Eifel, für weitere Bedeutungen siehe Monreal (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Monreal
Monreal
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Monreal hervorgehoben
50.37.1594444444444300Koordinaten: 50° 18′ N, 7° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Vordereifel
Höhe: 300 m ü. NN
Fläche: 14,64 km²
Einwohner:

838 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56729
Vorwahl: 02651
Kfz-Kennzeichen: MYK, MYVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 074
Adresse der Verbandsverwaltung: Kelberger Straße 26
56727 Mayen
Webpräsenz: www.monreal-eifel.de
Ortsbürgermeister: Karl Schmitz
Lage der Ortsgemeinde Monreal im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Monreal ist eine Ortsgemeinde im Tal der Elz im Landkreis Mayen-Koblenz im Land Rheinland-Pfalz, die der Verbandsgemeinde Vordereifel angehört und ihren Verwaltungssitz in Mayen hat. Monreal ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Oberhalb des Ortes liegen die Ruinen der Löwen- und Philippsburg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Zu Monreal gehören auch die Wohnplätze Burghof, Cond, Lauxhof, Müsch, Obere Augstmühle, Polcherholz, Schäfereihof, Schnürenhof, Suhrhof, Untere Augstmühle.[3]

Geschichte [Bearbeiten]

Pfarrkirche in Monreal, entlang des Elzbachs

Die ältesten erhaltenen Siedlungsspuren in Monreal stammen aus vorchristlicher Zeit. Urkundlich erstmals erwähnt wird es 1193 als „Cunisberch“ (Königsberg). Anfang des 13. Jahrhunderts weiteten die Grafen von Virneburg ihren Einflussbereich auf die kleine Siedlung aus. Der Mode der Zeit entsprechend verwendeten sie von nun an den französischen Namen „Monroial“ (= Königsberg). Später wurde daraus der heutige Name „Monreal“.

Hermann III. von Virneburg begann um 1220 mit dem Bau der großen Burg, obwohl er weder die nötigen Genehmigungen noch die Rechte über den Grund und Boden besaß. Dieser gehörte zur Grundherrschaft Mertloch des Trierer Erzbischofs, dessen hiesiger Verwalter in weltlichen Dingen Hermanns Bruder Philipp von Virneburg war. Hermann sah sich zu diesem drastischen Schritt gezwungen, um seine Grafendynastie machtpolitisch voranzubringen. Sein Stammsitz, die Virneburg, lag zu weit abseits der wirtschaftlichen Zentren. Der Flecken Monreal jedoch grenzte direkt an das Mittelrheinische Becken. Dort lagen die landwirtschaftlichen Gunstgebiete und vor allem die vulkanischen Gesteinsvorkommen. Die Virneburger wollten davon ihr Stück abhaben. Tatsächlich ging Hermanns Kalkül auf: Er durfte seine Burg behalten und wurde noch im ersten Drittel des 13. Jahrhundert vom Pfalzgrafen bei Rhein mit dem gesamten Hochgerichtsbezirk der kleinen Pellenz belehnt. Ihrem Ort Monreal waren die Virneburger auch weiterhin wohlgesinnt. Bereits 1306 erwirkten sie die Verleihung der Stadtrechte und Marktrechte. Jeden Montag durfte in Monreal ein Wochenmarkt abgehalten werden.

Monreal gehörte zum Gebiet des Erzstifts Trier, die Virneburger Grafen aber unterhielten beste Beziehungen zum Erzstift Köln. Dies führte zu häufigen Konflikten zwischen den Monrealern und Trier. 1545 starb das Grafengeschlecht von Virneburg aus. Trier zog daraufhin das Lehen Monreal an sich und setzte eigene Amtmänner auf die Burg.

Monreal – Burgruine

Der Ort mit seinen beiden Burgen – der Löwen- und Philippsburg – wurde 1632 von schwedischen und 1689 im Pfälzer Erbfolgekrieg von französischen Truppen zerstört.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand im Ort eine bedeutende Tuchindustrie, gestützt auf die Wolle der großen Schafherden der Eifel. Viele Fachwerk- und Bruchsteinhäuser zeugen noch vom einstigen Wohlstand der Monrealer Tuchmacher.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Tuchherstellung wegen der starken internationalen Konkurrenz ihren Niedergang. Für den Ort war dies fatal, Monreal verarmte.

Erst in den 1930er Jahren erholte sich Monreal. Damals begann man, den Reiz der romantischen Eifel zu schätzen. Die imposanten Bauten der Tuchmacher bilden einen idyllischen Ortskern. Ein Zeugnis spätgotischer Steinmetzkunst findet sich auf der mittleren Elzbrücke in Monreal: das Löwendenkmal. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts stand es zunächst vor den Toren der großen Burg. Wegen der vier Löwen, die die Zufahrt zur Burg „bewachten“, nannte man die große Burg später auch „Löwenburg“.

Rund um die historischen Zeugnisse wird in Monreal versucht, die Geschichte des Ortes auch den zahlreichen Besuchern näherzubringen. Im Jahr 2003/2004 wurden daher an vielen historischen Gebäude Hinweistafeln mit Informationen zur Geschichte und Nutzung der Gebäude angebracht.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Monreal, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 551
1835 759
1871 653
1905 696
1939 687
Jahr Einwohner
1950 842
1961 795
1970 821
1987 886
2005 879

Politik [Bearbeiten]

Gemeinderat [Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Monreal besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[4]

  SPD WG 1 WG 2 Gesamt
2009 7 5 12 Sitze
2004 6 4 2 12 Sitze

Wappen [Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens von Monreal lautet: „Schild Gold mit 7 roten Rauten.“[5]

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Monreal

Schauplatz Monreal [Bearbeiten]

1988 wurde Monreal Ziel einer Aktion des Satiremagazins Titanic, deren Redakteure sich als Team einer Produktionsfirma ausgaben. Sie gaben vor, auf der Suche nach dem Drehort für eine große Serie des ZDF zu sein. Ohne irgendeinen Beleg oder besondere Anstrengung gelang es den Satirikern, den Bürgermeister und mehrere Amtsträger zu einer völligen Neugestaltung des Ortes zu überreden – einschließlich des Abrisses einer Telefonzelle, der Rodung eines ganzen Hügels sowie der Verstellung der Löwenburg durch eine Fabrikfassade.[6]

Im Jahre 2009 war Monreal Drehort für den deutschen Fernsehkrimi „Der Bulle und das Landei“ mit Uwe Ochsenknecht und Diana Amft in den Hauptrollen. Inzwischen dreht der SWR hier die dritte Folge der Serie.[7]

Ende des Sommers 2012 war Monreal Drehort für die Actionserie "Alarm für Cobra 11".[8]

Verkehr [Bearbeiten]

Monreal liegt an der L 98, welche Anschluss an die B 258 und an die A 48 gibt.

Eisenbahnanbindungen gibt es über die KBS 478 (Pellenz-Eifel-Bahn, Eifelquerbahn) nach MayenAndernach zur KBS 470 (KölnKoblenz) und nach Kaisersesch. Vom 1. Mai bis 31. Oktober mit Anschluss an die Vulkan-Eifel-Bahn nach Gerolstein.

Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ [Bearbeiten]

Die Gemeinde Monreal nahm mehrmals am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil:

  • Kreissieger in der Sonderklasse: 1979, 1990, 1998, 1999, 2003;
  • Landessieger in der Sonderklasse: 1990 und 2003
  • Bundessieger im 21. Bundeswettbewerb: 2004

Literatur [Bearbeiten]

  • Georg Ulrich Großmann (Hrsg.): Monreal in der Eifel. (Berichte zur Haus- und Bauforschung, Bd. 7), Marburg 2001, ISBN 3-89445-273-0.
  • Friedrich Hermes/Karl Müller: Heimatchronik von Monreal in der Eifel. Monreal 2002.
  • Achim H. Schmidt: Bauliche Reste vom Machtstreben der Grafen von Virneburg in Monreal/Eifel. In: Olaf Wagener (Hrsg.): "vmbringt mit starcken turnen, murn", (Beihefte zur Mediaevistik, Bd. 15), Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-60664-3, S. 291-310.
  • Wolfgang Schuler: Monreal in der Eifel. (Rheinische Kunststätten, Bd. 259), Neuss 1982, ISBN 3-88094-381-8.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Monreal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 17 (PDF; 2,3 MB)
  4. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  5. Wappenbeschreibung auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Vordereifel
  6. PDF-Datei des Titanic-Magazins vom Juni 1988 (PDF; 18,3 MB)
  7. „Der Bulle und das Landei“ swr, 10. Mai 2012.
  8. http://www.wochenspiegellive.de/eifel/staedte-gemeinden/kreis-mayen-koblenz/mayen/monreal/nachrichtendetails/obj/2012/09/19/alarm-fuer-cobra-11-team-drehte-in-montreal/