Mons-Tabor-Gymnasium

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Mons-Tabor-Gymnasium
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Schulform Gymnasium
Gründung 1871[1]
Ort Montabaur
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 26′ 24,8″ N, 7° 48′ 54,6″ O50.4402111111117.8151611111111Koordinaten: 50° 26′ 24,8″ N, 7° 48′ 54,6″ O
Schüler 1418[2] (Stand: Schuljahr 2013/14)
Lehrkräfte 112[2] (Schuljahr 2013/14)
Leitung Armin Pleiss
Website www.mtg-mt.de
Luftaufnahme des Mons-Tabor-Gymnasiums
Luftaufnahme des Mons-Tabor-Gymnasiums

Das Mons-Tabor-Gymnasium (MTG) ist ein staatliches Gymnasium in Montabaur. Zu Beginn des Schuljahres 2010/2011 wurden 1616 Schüler von 120 Lehrern in 66 Klassen und Stammkursen unterrichtet.[3] Damit ist das Mons-Tabor-Gymnasium das drittgrößte Gymnasium in Rheinland-Pfalz.

Geschichte[4][Bearbeiten]

Vorläufer des heutigen Gymnasiums[Bearbeiten]

14. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Anfangs existierte in der Stadt Montabaur eine Lateinschule, die als Typus in vielen Orten des Deutschen Reiches den Ausgangspunkt für ein späteres städtisches Gymnasium bildete; die Schüler wurde von Geistlichen unterrichtet. Unterrichtssprache war Latein und der Unterricht zog sich über den gesamten Tag hin, nur unterbrochen von einem langen Gottesdienst und Zeiten des selbstständigen Lernens und Übens. Im 16. und 18. Jahrhundert baute man diese Lateinschule aus und professionalisierte sie weitgehend nach den Vorstellungen der Zeit. So konnten Patres des Franziskanerordens als Lehrer gewonnen werden, deren Unterhalt die Stadt Montabaur sicherzustellen hatte. Finanzielle Engpässe, die es der Stadt nicht mehr erlaubten, das Salär für die Lehrer bereitzustellen, führten zu einem Weggang der Franziskaner und damit indirekt auch zum Ende der Schule in dieser Form.

1806–1817[Bearbeiten]

Das erste tatsächliche „Gymnasium“, dessen Ziel vor allem die Vorbereitung und Ausbildung für den Staatsdienst war, wurde als Schulversuch errichtet; er hatte nur elf Jahre Bestand. Man kann diesen Schulversuch durchaus als eine Vorwegnahme einer neuen Epoche, die durch Napoleons Expansionspolitik und der darauf folgenden Restauration eingeleitet wurde, sehen. Montabaur gehörte nach dem Reichsdeputationshauptschluss zum nassauischen Staatsgebiet und auch in der Installation eines solchen Gymnasiums zeigt sich der staatliche Durchgriff des neuen Territorialherrn, den die Montabaurer Bürger nur zu gern beförderten, indem sie sich anboten, die neue Schule zu finanzieren. Somit glaubten sie sich vor allem in Konkurrenz zu den nahe gelegenen Städten Limburg und Ehrenbreitstein eine bessere Position zu sichern.

1868–1871[Bearbeiten]

Aus dem nassauischen Schulversuch entwickelte sich in der Folge eine Realschule nassauischen Typs, die vor allem das Berufsbild des Kaufmannes vor Augen hatte. Aus dieser Basis erwuchs ein Progymnasium, das 1870 eingerichtet wurde, um später zum Vollgymnasium zu werden. Da man für das stolze, neue Gymnasium nach einem zugkräftigen Namen suchte und mit Bad Ems ein beliebter Kuraufenthalt Kaiser Wilhelms I. in unmittelbarer Nähe lag, verfiel man auf die Idee, den Kaiser selbst um sein Namenspatronat zu fragen, der dieser Bitte auch entsprach.

Die Gründung des heutigen Gymnasiums[Bearbeiten]

Das Mons-Tabor-Gymnasium wurde 1871 unter dem Namen „Kaiser-Wilhelms-Gymnasium“ gegründet und trug diesen Namen bis zum Dritten Reich. Im Jahre 1938 erhielt es den Namen „Kaiser-Wilhelm-Schule, Städtische Oberschule für Jungen, Montabaur“, der aber wiederum im Jahre 1945 abgeschafft wurde. 1952 bekam es einen neuen Namen: „Alt- und Neusprachliches Gymnasium Montabaur“ welcher 1967 in „Staatliches Altsprachliches-Neusprachliches und Mathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium Montabaur“ erweitert wurde. Im Jahr 1978 wurde es in „Mons-Tabor-Gymnasium Montabaur“ umbenannt. Durch die Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2004 erhielt das MTG acht neue Klassenräume sowie eine Aula. 2008 wurde der zweite Neubau fertiggestellt, der u.a. 3 neue Computerräume besitzt. Der weitreichende Umbau des Schulgebäudes wurde im Wesentlichen zum März 2011 abgeschlossen, so dass der Schule neben neuen Klassenräumen auch ein moderner Verwaltungstrakt zur Verfügung steht.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Schülerzahl ist in den letzten Jahren stark gestiegen, so dass stets Raumnot besteht. Die Jahrgangsstufe 5 des Schuljahres 2010/2011 besteht aus 193 Schülern. Trotz steigender Schülerzahlen umfasst die Belegschaft nicht den Posten eines Schulpsychologen.

Austausch[Bearbeiten]

Die Schüler des MTG können an Schüleraustauschen mit der französischen Partnerstadt Tonnerre, der texanischen Partnerstadt Fredericksburg und seit dem Schuljahr 2009/2010 mit der polnischen Stadt Krzeszowice[5] teilnehmen. Ein Austausch mit der englischen Partnerstadt Brackley findet aufgrund einer Gesetzesänderung in England nicht mehr statt.

Bilingualer Unterricht[Bearbeiten]

Das Mons-Tabor-Gymnasium bietet zusätzlich zum "normalen" Englischunterricht auf freiwilliger Basis einen bilingualen Zug an. Hierbei werden in der Unterstufe zwei zusätzliche Wochenstunden Englisch unterrichtet, in denen die Schüler spezielles Fachvokabular lernen, in der Mittelstufe wird der Unterricht in den Fächern Erdkunde und Geschichte zu zwei Dritteln in Englisch erteilt – in der Oberstufe kommt noch Sozialkunde hinzu. In der MSS ersetzt Englisch bilingual das sog. Beifach.

AGs[Bearbeiten]

Die Schule bietet eine Vielfalt von Arbeitsgemeinschaften an.

Schule ohne Rassismus[Bearbeiten]

Das MTG ist seit März 2012 im Schulnetzwerk Schule ohne Rassismus integriert.

Förderverein[Bearbeiten]

Es existiert ein Förderverein, dem als Mitglieder ehemalige Schüler, ehemalige Lehrer sowie Interessierte beitreten können. Der Förderverein unterstützt die Schule in organisatorischer sowie finanzieller Hinsicht, insbesondere bei Veranstaltungen oder Anschaffungen, die die Schule aus eigener Kraft nicht realisieren könnte. In einem Turnus von fünf Jahren findet für alle Mitglieder des Vereins das sogenannte „Studienerinnerungsfest“ statt, das vor allem der Pflege alter schulischer Kontakte dient.

Bekannte Lehrer, Schüler und Abiturienten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Programm des Progymnasiums zu Montabaur. Montabaur 1870–1871 (Digitalisat)
  • Robert Paehler: Zur Geschichte des alten Gymnasiums zu Montabaur . In: Programm des Progymnasiums zu Montabaur. Montabaur 1870, S. 3–35 (Digitalisat)
  • Robert Paehler: Die Gründung des Progymnasiums und seine bisherige Entwickelung. In: Programm des Progymnasiums zu Montabaur. Montabaur 1870, S. 36–46 (Digitalisat)
  • Zur Vorfeier des allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs. Montabaur 1872–1874 (Digitalisat) (Jahrgang 1872)
  • Zu der ... Schulprüfung ladet hiermit ergebenst ein. Montabaur 1883–1887 (Digitalisat) (Jahrgänge 1884–1887)
  • Jahresbericht. Montabaur 1888–1915 (Digitalisat) (Jahrgänge 1888–1911; 1915)
  • 100 Jahre Gymnasium Montabaur. Festschrift aus Anlass des 100jährigen Bestehens des Staatlichen Gymnasiums Montabaur und der Einweihung des Erweiterungsbaues 1968. Druck: Arfeller, Montabaur 1968.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mons-Tabor-Gymnasium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Wahler: Kaiser Wilhelms Gymnasium in Montabaur: Jahres-Bericht Ostern 1898 (abgerufen am 31. August 2008)
  2. a b Das MTG im Überblick (abgerufen am 14. September 2013)
  3. Elternrundschreiben Nr. 1, Schuljahr 2010/2011, September 2010 (abgerufen am 2. Oktober 2010)
  4. Dr. K. Franzke und H. Frischbier, „Die Geschichte unseres Gymnasiums“ in: 100 Jahre Gymnasium Montabaur. Festschrift aus Anlaß des 100-jährigen Bestehens des Staatlichen Gymnasiums Montabaur und der Einweihung des Erweiterungsbaus, Montabaur 1968, S. 17–107.
  5. Partnerschaft mit Polen (abgerufen am 24. März 2010)
  6. Dr. Andreas Nick, CDU/CSU. Deutscher Bundestag, abgerufen am 3. Dezember 2013.