Monster

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Monster (Begriffsklärung) aufgeführt.
Monstrum ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Roman von Stephen King siehe Das Monstrum, zur Verfilmung siehe Tommyknockers – Das Monstrum.
Ungeheuer ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Ungeheuer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Der Heilige Georg bekämpft einen Drachen; Gemälde von Gustave Moreau
Herkules und die Lernäische Hydra (Moreau, 1876)
Die Tarasque – ein Drache aus der französischen Mythologie

Monster oder Monstrum ist der Ausdruck für ein widernatürliches, meist hässliches und angsterregendes Gebilde oder eine Missbildung.[1] Daneben wird die Bezeichnung Monster im Sinne von Ungetüm oder Ungeheuer als Ausdruck für Geschöpfe, in der Regel Fantasietiere, verwendet, die sich durch Größe, Stärke oder auch Hässlichkeit hervorheben. Umgangssprachlich bedeutet Monster seither auch Scheusal, Unmensch oder widerlicher Mensch.

Definition[Bearbeiten]

Der Begriff Monster leitet sich von lateinisch monstrum („Mahnzeichen“) sowie monstrare („zeigen“) und monere („mahnen, warnen“) ab. Im engeren Sinn bezeichnet er ein meist im Verhältnis zu einem eher idealtypisch gesehenen Menschen ungestaltes Wesen. Dessen Missgestalt findet seinen einzigen Zweck zunächst im Verweis auf das Maß – ein Ideal in körperlicher wie ideeller Hinsicht. Vor allem im Umkreis des theologischen Denkens der Kirchenväter und des Mittelalters ist das Monstrum ein Mahnzeichen, das die Gläubigen auf die Gefahren und Folgen eines Abweichens vom rechten Glauben hinweisen soll, das also bewusst von Gott gesetzt ist. Monster in diesem Bildbereich konnten Tiere, mythologische Mischwesen, aber durchaus auch „menschliche Wesen“ sein (Augustinus: monstra sunt in genere humano – Monster sind Teil des Menschengeschlechts), welche als Wundervölker beschrieben wurden. Der Begriff Monster findet Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch über die Literatur. Er wird zum ersten Mal 1818 von Mary Shelley in Frankenstein oder der moderne Prometheus verwendet.[2]

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Ausdruck wird heute meist auf eine phantastische Kreatur mit stark erschreckenden Anteilen, jedoch auch umgangssprachlich auf alltägliche Dinge angewendet, die die oben genannten Kriterien erfüllen.

Monster als fiktive Kreaturen haben ihren Ursprung meist in der Phantasie der Menschen oder in Albträumen und symbolisieren Ängste, die in Mythen bzw. Märchen personifiziert leichter verarbeitet werden können. In der Mythologie werden missgebildete Menschen (z. B. Zyklopen) und Mischwesen als Monster bezeichnet mit Tierkörpern und Tierköpfen (z. B. Greif oder Drachen), meist aber Tierkörper mit menschlichem Köpfen wie die Sphinx (Frauenkopf und Löwinnenkörper) oder Kentauren (Menschenoberkörper und Pferdeleib). Den Gegensatz bildet der Begriff Dämon, der ein theriokephales, also tierköpfiges Mischwesen mit mindestens menschengestaltigen Beinen bezeichnet, so zum Beispiel der Ziegendämon.

Auch aus der Kryptozoologie werden regelmäßig Sichtungen von „real“ existierenden Ungeheuern gemeldet. Prominentes Beispiel ist das Ungeheuer von Loch Ness. Neben derart fantastischen und extrem unwahrscheinlichen Wesen gibt und gab es aber immer wieder Sichtungen von Ungeheuern, die sich als real entpuppten (etwa der Komodowaran, der Berggorilla, die Riesenkalmare oder der Riesenmaulhai), oder zumindest mit relativ großer Wahrscheinlichkeit existieren könnten.

Sie haben die Funktion von Schreckgespenstern oder Ungeheuern und führen Kindern das Grauen sowie auch mögliche Antworten darauf vor Augen.

In Anlehnung daran bezeichnete man früher auch brutale, unsittliche Menschen als Ungeheuer; als Monstren wurden auch Missgeburten oder Menschen mit Missbildungen bezeichnet. Heutzutage findet man diese Bezeichnungen nur noch selten im täglichen Sprachgebrauch.[3]

Die Sesamstraße führte einen neuen, liebenswerten Monstertyp ein, dessen bekanntester Vertreter wohl das Krümelmonster ist. Ähnlich humorvoll gestaltet sind Elliot, das Schmunzelmonster oder die Hauptdarsteller im Animations-Film Die Monster AG.

Einen anderen liebenswerten Monstertyp hat Dietlind Neven-du-Mont in ihrem Buch Das Getüm (1970) geschaffen.

Berühmte Monster[Bearbeiten]

Allgemein bekannte Monster[Bearbeiten]

Fiktionale Werke[Bearbeiten]

Mathematik[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Röttgers und Monika Schmitz-Emans: Monster, Rh. Philosophisch-literarische Reflexionen, Bd. 12, Verlag Die blaue Eule, Essen 2010, ISBN 978-3-89924-301-7.
  • Schwerdt, Wolfgang: Andre Zeiten, andre Drachen · Eine Kulturgeschichte des Drachen, Vergangenheitsverlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-940621-25-2. – Über Drachen und Monster in der vorderasiatisch- westlichen Kulturgeschichte von der Antike bis heute.
  • Michael Hagner (Hg.): Der falsche Körper. Beiträge zu einer Geschichte der Monstrositäten, o.V., Göttingen 1995.
  • Lorraine Daston, Katherine Park: Wonders and the Order of Nature 1150–1750, o.V., New York 1998.
  • Hans Richard Brittnacher: Ästhetik des Horrors. Gespenster, Vampire, Monster, Teufel und künstliche Menschen in der phantastischen Literatur, o.V., Frankfurt a.M. 1994.
  • Laura Buller: Megawissen Mythen und Monster. Von Drachen, Hexen und Vampiren, Dorling Kindersley. o.O. 2003, ISBN 3-8310-0505-2.
  • Ulrich Müller, Werner Wunderlich: Mittelalter-Mythen (7 Bde.), Bd. 2: Dämonen, Monster, Fabelwesen, Uvk, o.O. 2003, ISBN 3-908701-04-X.
  • Chris MacNab: Mystische Monster. Die unheimlichsten Kreaturen aus Legenden, Büchern und Filmen, Tosa, o.O. 2007, ISBN 3-85003-070-9.
  • Michael Derrich: Monster und Ungeheuer. Mythos und Wirklichkeit legendärer Kreaturen, Mediengruppe König, o.O. 2007, ISBN 3-939856-07-X.
  • Marco Heiles: Monster und Humanisten. Zum Bedeutungswandel der Monstra im ausgehenden Mittelalter, o.V., o.O., o.J. – [1].
  • Ulisse Aldrovandi, Monstrorum historia cum Paralipomenis historiae omnium animalium, Bononiae, Nicolò Tebaldini, 1642 - Digital version

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Monster – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Monster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Ungeheuer – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Markus Dederich: Körper, Kultur und Behinderung. Eine Einführung in die Disability Studies. Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3899426410, S. 89.
  2. Gabriele Thome: Vorstellungen vom Bösen in der lateinischen Literatur: Begriffe, Motive, Gestalten. Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-06312-9, zugleich Habilitationsschrift, Universität München 1990, S. 100; Rasmus Overthun: Das Monströse und das Normale. Konstellationen einer Ästhetik des Monströsen. In: Achim Geisenhanslüke, Georg Mein (Hrsg.): Monströse Ordnungen. Zur Typologie und Ästhetik des Anormalen. Transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1257-8, S. 43–79, hier S. 46.
  3. Urs Zürcher: Monster oder Laune der Natur. Medizin und die Lehre von den Missbildungen 1780-1914. Campus, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-593-37631-8, S. 11.