Montécheroux

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Montécheroux
Montécheroux (Frankreich)
Montécheroux
Region Franche-Comté
Département Doubs
Arrondissement Montbéliard
Kanton Saint-Hippolyte
Koordinaten 47° 21′ N, 6° 48′ O47.356.8061111111111659Koordinaten: 47° 21′ N, 6° 48′ O
Höhe 420–830 m
Fläche 13,13 km²
Einwohner 574 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km²
Postleitzahl 25190
INSEE-Code

Montécheroux ist eine Gemeinde im französischen Département Doubs in der Region Franche-Comté.

Geographie[Bearbeiten]

Montécheroux liegt auf 657 m, vier Kilometer nördlich von Saint-Hippolyte und etwa 18 km südlich der Stadt Montbéliard (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im Jura, auf dem Hochplateau des Lomont am Südwestfuß der Höhe des Fort du Lomont, nördlich des tief eingeschnittenen Doubstals.

Die Fläche des 13,13 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Der Hauptteil des Gebietes wird vom Hochplateau des Lomont eingenommen, das durchschnittlich auf 650 m liegt. Es ist vorwiegend mit Wiesland bestanden, zeigt aber auch einige größere Waldflächen. Das Plateau besitzt keine oberirdischen Fließgewässer, weil das Niederschlagswasser im verkarsteten Untergrund versickert. Nach Süden fällt die Hochfläche steil zum fast 300 m tiefer gelegenen Doubs ab, wobei die Gemeindegrenze meist oberhalb des von einem Felsband gekrönten Steilhanges verläuft. Auch im Westen leitet eine Geländestufe zur tiefer gelegenen Terrasse von Clémont über, der als Zeugenberg die Höhe der Motte de Clémont (650 m) aufgesetzt ist. Die Terrasse von Clémont wird durch zwei Erosionstäler untergliedert, die sich nach Westen zum Doubs öffnen.

Nach Norden erstreckt sich das Gemeindeareal über den Hang von Montécheroux (Côte des Trimoulots) bis auf den breiten Kamm der Lomontkette mit dem Mont Écheroux (820 m). Diese Kette bildet in geologisch-tektonischer Hinsicht eine Antiklinale des Faltenjuras, die sich in West-Ost-Richtung ausdehnt. Mit 830 m wird im Bereich des Fort du Lomont die höchste Erhebung von Montécheroux erreicht.

Zu Montécheroux gehören der Weiler Clémont (600 m) am Fuß der Motte de Clémont über dem Doubstal sowie verschiedene Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Montécheroux sind Pont-de-Roide und Pierrefontaine-lès-Blamont im Norden, Chamesol im Osten, Saint-Hippolyte und Liebvillers im Süden sowie Noirefontaine im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Montécheroux im Jahr 1040 unter dem Namen Monte Escherolo. Seit dem Mittelalter gehörte das Dorf zur Herrschaft Clémont (Besitz der Herren von Neuchâtel), deren Hauptort es nach der Zerstörung der Burg Clémont im Jahr 1519 wurde. Die Herrschaft stand seit 1506 unter der Oberhoheit des Fürstentums Montbéliard und gelangte im Jahr 1748 definitiv unter französische Verwaltung. Das Dorf Clémont gehört seit etwa 1800 zu Montécheroux. 1776 wurde in Montécheroux die Herstellung von Zangen eingeführt, die ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mechanisiert wurde und das wirtschaftliche Leben der Ortschaft über lange Zeit prägte. Auch die Uhrenindustrie erlangte eine gewisse Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert neu erbaut. Der Temple, der 1636 verwüstet worden war, wurde 1650 im klassischen Stil wieder aufgebaut. Zu den ältesten Häusern von Montécheroux gehört dasjenige der Familie Cuvier, das auf 1461 datiert ist und in dem auch Georges Cuvier aufwuchs. Im Ortskern sind verschiedene Bauernhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert im traditionellen Stil der Franche-Comté erhalten. Im Musée de la Pince wird das Handwerk der Zangenherstellung gezeigt. Von der ehemaligen Burg Clémont, die auf einem Hügel westlich des Lomontplateaus stand, sind nur noch wenige Mauerreste sichtbar.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 548
1968 550
1975 542
1982 571
1990 548
1999 545

Mit 574 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) gehört Montécheroux zu den kleinen Gemeinden des Département Doubs. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts markant abgenommen hatte (1886 wurden noch 1012 Personen gezählt), wurden seit Beginn der 1960er Jahre nur noch geringe Schwankungen verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Montécheroux war schon im 19. Jahrhundert neben der Landwirtschaft (Viehzucht und Milchwirtschaft, etwas Acker- und Obstbau) durch industrielle Tätigkeit geprägt wie Werkzeug- (insbesondere Zangen) und Uhrenherstellung. Daneben gibt es heute weitere Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Viele Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den umliegenden größeren Ortschaften ihrer Arbeit nachgehen.

Die Gemeinde liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an einer Departementsstraße, die von Saint-Hippolyte nach Pierrefontaine-lès-Blamont führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Chamesol, Liebvillers und Noirefontaine.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]