Montagu Norman

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Montagu Collet Norman, 1. Baron Norman, DSO, (* 6. September 1871; † 4. Februar 1950) war ein bedeutender englischer Bankier.

Weltweit bekannt wurde er als Gouverneur der Bank of England (1920 bis 1944).

Unter seiner Leitung wurde in Großbritannien der Goldstandard 1925 wieder eingeführt und 1931 nochmals aufgegeben. Er spielte eine wesentliche Rolle bei der Gründung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) 1931.

Annäherung an den Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Er war ein enger Freund von Hjalmar Schacht, der die Industrielleneingabe für die Nazis organisierte und Mitglied der Anglo-German Fellowship, die ein Bündnis mit dem nationalsozialistischen Deutschland anstrebte. Hitler und Schacht beschrieb er als "Bollwerke der Zivilisation in Deutschland".[1] Heinrich Brüning äußerte gegenüber dem britischen Politiker Robert Vansittart im April 1935:

„Ich bin deshalb verpflichtet zu gestehen, daß mich das deutsch-englische Zahlungsabkommen sehr bestürzte. Noch mehr bestürzt mich die Politik der Bank of England. Wenn sie fortgesetzt wird, wird sie es den Nazis ermöglichen, in einem Umfang wiederaufzurüsten, der zwangsläufig zu Konflikten führen muss.“[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Liaquat Ahamed: Die Herren des Geldes, Finanzbuch-Verlag, München 2010 ISBN 978-3-89879-578-4
    • Original in englischer Sprache: Lords of Finance: The Bankers who broke the World, Penguin Group (USA) Inc., ISBN 9781594201820

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.economist.com/node/324722
  2. Claire Nix (Hrsg.): Heinrich Brüning Briefe und Gespräche 1934 – 1945. Stuttgart 1974, S. 70.