Montanwachs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Montanwachs ist ein aus einigen Braunkohlesorten extrahierbares natürliches Wachs.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Montanwachs besteht aus einem Gemisch langkettiger Carbonsäureester, z. B. Estern der Montansäure, und enthält noch andere Bestandteile, wie Montanalkohol (Ceryl-, Myricylalkohole usw.), Harze, unverseifbare Bestandteile und Spuren von Mineralstoffen.[1] Das gereinigte Produkt ist fast farblos und in Fettlösemitteln und zum Teil in Alkohol, jedoch nicht in Wasser löslich.

Verwendung[Bearbeiten]

Er dient als Grundstoff für Schuhcreme, Bohnerwachs und andere Produkte. Die Ester der Montansäure werden als Lebensmittelzusatzstoff E912 zur Oberflächenbehandlung von Zitrusfrüchten verwendet.[2] Als billiges Gleitmittel findet es Verwendung in der Kunststoffherstellung.[3]

Unter der technischen Bezeichnung IG-Wachs wurden während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland Wachse zum Phlegmatisieren der Sprengstoffe Nitropenta und Hexogen hergestellt.[4]

Gewinnung[Bearbeiten]

Zur Gewinnung geeignete Braunkohlenlagerstätten finden sich:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Montanwachs. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 15. Juni 2014.
  2. Robert Ebermann und Ibrahim Elmadfa; Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung; ISBN 978-3-211-48649-8.
  3. Fink, Johannes Karl: A Concise Introduction to Additives for Thermoplastic Polymers, ISBN 0-470-60955-9.
  4. Fedoroff, B.T.: Dictionary of explosives, ammunition and weapons (German section) Picatinny arsenal technical report No. 2510 Dover, New Jersey 1958.