Monte Oliveto Maggiore

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Monte Oliveto Maggiore
Basisdaten
Staat Italien
Kirchenprovinz Immediat
Abt Diego Gualtiero Rosa OSBOliv
Emeritierter Abt Michelangelo Riccardo Tiribilli OSBOliv
Fläche 49 km²
Pfarreien 4 (2011 / AP 2013)
Einwohner 485 (2011 / AP 2013)
Katholiken 485 (2011 / AP 2013)
Anteil 100 %
Diözesanpriester 1 (2011 / AP 2013)
Ordenspriester 15 (2011 / AP 2013)
Katholiken je Priester 30
Ordensbrüder 25 (2011 / AP 2013)
Ordensschwestern 7 (2011 / AP 2013)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Italienisch
Website www.webdiocesi.chiesacattolica.it
Abtei Monte Oliveto Maggiore

Monte Oliveto Maggiore (lat.: Territorialis Abbatia Sanctae Mariae Montis Oliveti Maioris) ist eine Abtei in der Toskana. Als Territorialabtei ist ihr ein kirchliches Territorium zugeordnet.

Lage[Bearbeiten]

Die Abtei liegt in Chiusure (Ortsteil von Asciano) auf einem Hügelrücken in der Landschaft Crete Senesi südlich von Siena bei Buonconvento. Sie wurde inmitten von Wiesen und Feldern am oberen Rand eines steilen Tals erbaut. Das eigentliche Kloster ist aus rotem Backstein gebaut und liegt in einem weitläufigen Park, durch den eine Zypressenallee führt. Oberhalb des Klosters liegt die riesige Zisterne.

Geschichte und Gegenwart[Bearbeiten]

Die Abtei Monte Oliveto ist das Stammkloster und der Sitz des Generalabtes der Olivetaner, eines benediktinischen Zweigordens. Die Olivetaner bilden heute eine von 20 Kongregationen des Benediktinerordens, lateinisch Congregatio Santi Benedicti Montis Oliveti. Das Amt des Genralabtes ist in Personalunion verbunden mit dem des Abtes von Monte Oliveto Maggiore.

Die Gründungsurkunde des Klosters stammt aus dem Jahr 1319. Als Begründer gilt der Rechtsgelehrte Giovanni Tolomei, Angehöriger einer bedeutenden Familie aus Siena. Er beschloss im Alter von 40 Jahren, gemeinsam mit seinen zwei adligen Freunden Patrizio Patrizi und Ambrogio Piccolomini dem weltlichen Leben zu entsagen. Die drei zogen sich auf Tolomeis Güter auf einem Hügelrücken südlich von Siena zurück, führten ein asketisches Leben nach den Regeln des heiligen Benedikt und nahmen weitere Anhänger auf. Zu Ehren des Bernhard von Clairvaux nahm Giovanni den Mönchsnamen Bernardo an.

Am 26. März 1319 erhielten die Mönche die Bestätigung des Bischofs von Arezzo. 1344 wurde der neue Orden vom Papst bestätigt. Tolomei und 80 Mitbrüder starben 1348 an der Pest. Um Verwechslungen mit Klöstern gleichen Namens zu vermeiden, wurde die Abtei später 'Monte Oliveto Maggiore' genannt [1].

Das Kloster kam unter seinen ersten Klostervorstehern zu großer Blüte, sodass die mächtige Klosteranlage zwischen 1387 und 1514 errichtet werden konnte. Den Zypressenwald legten die Mönchen im 14. Jahrhundert an. 1765 wurde Monte Oliveto eine exempte Abbatia nullius mit einem eigenen bistumsähnlichen Territorium. 1810 war das Kloster für kurze Zeit aufgehoben und von 1866-1929 waren die Olivetanermönche nur als Betreuer des Nationaleigentums geduldet. Der Generalabt residierte während dieser Zeit in Settignano. Die Abtei wird immer noch von Olivetanern in ihrer weißen Ordenstracht bewohnt. Die Produkte des dazugehörigen landwirtschaftlichen Betriebs [2] werden im klostereigenen Laden verkauft.

Äbte[Bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten]

Berühmt ist die Abtei vor allem wegen des Kreuzgangs und der dreistöckigen Loggia. Der Kreuzgang ist geschmückt mit einem Zyklus von 36 Fresken von Luca Signorelli und Giovanni Antonio Bazzi, genannt Sodoma. Die wandhohen Gemälde aus der Renaissance schildern das Leben des heiligen Benedikt und gelten als einer der schönsten Freskenzyklen der Renaissance. Um die Bilder zu schützen, wurden die Arkadenöffnungen zum Innenhof mit Gitterfenstern verschlossen.

Die Fresken Luca Signorellis[Bearbeiten]

Begonnen wurde der Zyklus 1497 von Luca Signorelli, der aber nur bis 1498 malte. Das Thema des gesamten Werkes ist das Leben des heiligen Benedikt, wie es Gregor der Große erzählte. Signorelli hielt sich bei der Auswahl der Themen seiner Fresken jedoch nicht an den chronologischen Ablauf der Lebensbeschreibung.

Die Fresken Sodomas[Bearbeiten]

Den weitaus größeren Teil der Fresken malte ab 1505 Sodoma. In seinen 25 Fresken wandte er sich hauptsächlich der Jugendzeit des Benedikt zu.

Literatur[Bearbeiten]

  • Korbinian Birnbacher: Art. Monte Oliveto, in: LThK, 3. Auflage, Bd. 7, Sonderausgabe, Herder, Freiburg 2006, Sp. 437f
  • o. V.: Monte Oliveto Maggiore. L’Ulivo, Siena 2002. Keine ISBN.
  • Kurt J. Sundstrom: The Chiostro Grande of Monte Oliveto Maggiore and the Olivetan reform movement. Bell & Howell, Ann Arbor (Michigan) 2000. Keine ISBN
  • Giovanni Brizzi: Il coro intarsiato dell’Abbazia di Monte Oliveto Maggiore. Silvana, Milano 1989. ISBN 88-366-0238-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abbazia di Monte Oliveto Maggiore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wissen-de
  2. agricolamonteoliveto

43.17527777777811.544166666667Koordinaten: 43° 10′ 31″ N, 11° 32′ 39″ O