Monte San Giorgio

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Monte San Giorgio*
UNESCO-Welterbe Welterbe.svg

Lake Lugano.jpg
Monte San Giorgio (links) südlich des Luganersees, Bild von Norden
Staatsgebiet SchweizSchweiz Schweiz
ItalienItalien Italien
Typ Naturerbe
Kriterien viii
Referenz-Nr. 1090
Regionª Europa
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung 2003  (Sitzung 27)
Erweiterung 2010  (Sitzung 34)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Fossil von Pachypleurosaurus vom Monte San Giorgio
Aussicht vom Monte San Giorgio nach Norden

Der Monte San Giorgio ist ein Berg im Tessin in der Schweiz. Er ist 1097 m hoch und liegt zwischen den beiden südlichen Armen des Luganersees. Der Monte San Giorgio ist die weltweit bedeutendste Fundstelle für marine Fossilien aus dem Mitteltrias (245 bis 230 Mio. Jahren). Im Sommer 2003 wurde das Gebiet rund um den Monte San Giorgio von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. 2010 wurde die Welterbestätte um den südlichen, zu Italien zählenden Teil erweitert.

Der Berg ist stark bewaldet. Die Naturlandschaft bietet vielen seltenen Pflanzen eine Heimat. Ausserdem liegen im Berg diverse Höhlen verborgen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geologie

Eine Besonderheit ist die enorme Menge von gut konservierten Fossilien, darunter mehrere hundert Exemplare des Ichthyosauriers Mixosaurus. Vor 200 Millionen Jahren bildeten die Gesteine des Monte San Giorgio ein rund 100 Meter tiefes Meeresbecken in einer subtropischen Region. So können heute auf dem Berg Versteinerungen von Fischen, wirbellosen Tieren wie Insekten und Reptilien (darunter einige mit einer Länge von bis zu sechs Metern) gefunden werden. Der Hauptteil der Funde befindet sich im Paläontologischen Museum in Zürich. Eine kleine Auswahl bedeutender Funde ist im Fossilienmuseum von Meride ausgestellt.

[Bearbeiten] Geschichte

Im 15. Jahrhundert lebte der Einsiedler Manfred von Riva auf dem Monte San Giorgio.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Bitumenschichten (Ölschiefer) industriell abgebaut und zu Öl oder Salbe ("Saurolo"), mit pharmazeutischer Anwendung, verarbeitet. Marmor war ein weiterer bedeutender Rohstoff, welcher abgebaut wurde. Heute existiert nur noch ein Marmorsteinbruch in der Gemeinde Arzo.

Ab 1924 führte die Universität Zürich unter der Leitung des Paläontologen Bernhard Peyer und ab 1956 durch Emil Kuhn-Schnyder eine Reihe von wissenschaftlichen Ausgrabungen durch. Diese förderten über 10'000 Funde zutage und viele neue Gattungen wurden entdeckt. Einige davon tragen Namen mit lokalem Bezug; wie z.B. Helveticosaurus (benannt nach den Helvetiern), Ticinosuchus (benannt nach dem Tessin) oder Ceresiosaurus (benannt nach dem Ceresio, der italienischen Bezeichnung des Luganersees).

[Bearbeiten] Tourismus

Der Monte San Giorgio ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Velofahrer und Wanderer. Ein Naturlehrpfad führt Besucher in die Besonderheiten des Welterbes ein.

[Bearbeiten] Lage

Westlich des Welterbes liegt die italienische Grenze. Von Süden über Mendrisio kann das Gebiet des Monte San Giorgio auf der Strasse erreicht werden. Eine weitere Strasse führt von Riva San Vitale dem See entlang bis nach Brusino Arsizio und weiter nach Porto Ceresio in Italien. Von Brusino gibt es eine Luftseilbahn zur Aussichtsterrasse des Serpiano (650 m ü. M.), wo auch die Strasse von Mendrisio endet. Von hier aus hat man eine sehr schöne Aussicht über den verzweigten Luganersee.

Panorama-Bild mit Blick auf den Luganersee

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Monte San Giorgio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

45.9136111111118.94972222222221097Koordinaten: 45° 55′ N, 8° 57′ O; CH1903: 717247 / 85796

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