Montserrat Figueras

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Montserrat Figueras

Montserrat Figueras i Garcia (* 15. März 1942[1][2] in Barcelona, Katalonien; † 23. November 2011 in Bellaterra, Gemeinde Cerdanyola del Vallès bei Barcelona[3]) war eine spanische auf Alte Musik spezialisierte Sopranistin. Sie interpretierte ein breites Repertoire von Musik aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock.[4] Ihr künstlerisches Wirken war eng verbunden mit dem ihres Mannes, des Gambisten und Musikwissenschaftlers Jordi Savall, mit dem sie gemeinsam die Ensembles Hespèrion XX, Capella Reial de Catalunya und Le Concert des Nations gründete und zahlreiche Konzerte und Einspielungen von Alter Musik realisierte.[5][6]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Montserrat Figueras wurde in eine sehr musikliebende Familie hineingeboren.[4] Sie studierte Schauspiel und Gesang bei Jordi Albareda in Barcelona. In jungen Jahren gab sie ihr erstes Konzert mit dem katalanischen Ensemble für frühe Musik ARS MUSICAE unter Enric Gispert.[4] Sie erarbeitete sich im Laufe der Jahre ein vollkommen eigenständiges Konzept für die Interpretation früher Vokalmusik von den Troubadours bis zum Barock. Dieses Konzept schöpft in historischer und musikalischer Hinsicht aus den originären Quellen der Alten Musik. Es ist vollkommen unabhängig von der post-romantischen Tradition der Aufführung Alter Musik.[4]

1968 heiratete Figueras Jordi Savall und begleitete diesen nach Basel. Hier vertiefte sie an der Schola Cantorum Basiliensis sowie an der Musikakademie Basel bei Kurt Widmer, Thomas Binkley und später bei Eva Kraznei ihre Ausbildung.

Von 1974 bis 1989 wirkte sie an der Seite ihres Mannes als Sopranistin in den gemeinsam gegründeten Ensembles Hespèrion XX (jetzt: Hespèrion XXI; 1974 zusammen mit dem Lautenisten Hopkinson Smith gegründet), Capella Reial de Catalunya (1987 gegründet) und Le Concert des Nations (1989 gegründet).[4]

1991 debütierte sie am Gran Teatre del Liceu in Barcelona mit der Oper „Una cosa rara ossia belezza ed onestà“ (Eine rare Sache oder Schönheit und Ehrbarkeit) von Vicente Martín y Soler unter der Leitung von Jordi Savall. 1993 gab sie am gleichen Opernhaus „L’Orfeo“ (Orpheus) von Claudio Monteverdi.[5]

Die Sängerin und ihr Mann gründeten 1998 das Plattenlabel ALIA VOX, über das sie mehr als fünfzig Platten herausgaben. Ihr Repertoire an Aufnahmen hatte einen Umfang von originär lateinischer bis zur polyphonen Musik der Renaissance und aller musikgeschichtlicher Zwischenstufen. Folgende Aufnahmen stehen exemplarisch für die künstlerische Breite des Ehepaares:

1978: Cansós de Trobairitz (Lyrik der Trobairitz, um 1200)
1979: Llibre Vermell de Montserrat (Pilgerlieder des 14. Jahrhunderts von Montserrat)
1991: Cançons de la Catalunya Mil·lenària (Lieder aus der tausendjährigen Tradition Kataloniens)

Montserrat Figueras konzertierte häufig in Europa, den Vereinigten Staaten und auch in Asien. Sie gab ihr profundes Wissen über Alte Musik und deren spezielle Aufführungstechniken in vielen Kursen weiter.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Figueras erhielt für ihre mehr als 60 Platten- und CD-Aufnahmen vielfache internationale Auszeichnungen wie den „Grand Prix de L'Académie du Disque Français“, den „L'Edison Kladiek“, den „Gran Prix de la Nouvelle Académie du Disque, den „Gran Premi de la Nova Acadèmia del Disc (1992) und den „Gran Premi de l'Acadèmia Charles Cros (1993). Für ihre Lebensaufgabe, die Wiederbelebung der Alten Musik, wurde sie 2001 mit einem Grammy geehrt.[7] 2003 erhielt sie von der französischen Regierung den Titel „Offizieller Vertreter der französischen Kunst und Literatur“.[7][4] 2008 wurden Montserrat Figueras und ihr Mann Jordi Savall von der UNESCO zu „Künstlern für den Frieden“ deklariert.[8] 2011 erhielt sie für ihren Einsatz für die Alte Musik das Sankt-Georg-Kreuz der katalanischen Landesregierung in Barcelona.[9] Im selben Jahr erhielt sie einen Grammy für ihr CD-Buch „Dinastia Borgia. Església i poder al Renaixement“ (Die Dynastie der Borgia. Kirche und Macht in der Renaissance).[4]

Familie[Bearbeiten]

Montserrat Figueras war die Mutter der Musiker Ferran Savall und Arianna Savall.

Montserrat Figueras verstarb am 23. November 2011 infolge eines ein Jahr zuvor diagnostizierten Krebsleidens in ihrem Haus in Bellaterra (Cerdanyola del Vallès, nördlicher Großraum von Barcelona) begleitet von ihrem Mann, ihren Kindern und anderen Familienmitgliedern.[2] Sie wurde am 25. November 2011 im Kloster von Pedralbes beigesetzt.[10] Montserrat Figueras hatte bis in den August 2011 Konzerte gegeben und an Musikaufnahmen mitgewirkt. Die Nachricht ihres Todes traf die Musikwelt unerwartet, da sie ihr Leiden nicht öffentlich gemacht hatte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Sander: Montserrat Figueras – Iberiens alte Musik, aber ohne Dogma. In: FAZ vom 1. März 2010

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Muere la soprano Montserrat Figueras, La Vanguardia, 23/11/2011
  2. a b Discogràfica Alia-Vox, In Memoriam Montserrat Figueras
  3. Article del diari Ara, 23 de setembre
  4. a b c d e f g Mor la soprano Montserrat Figueras, Diari Ara, 23/11/2011
  5. a b enciclopedia.cat: Montserrat Figueras
  6. Der deutschsprachige Artikel wurde um wesentliche Informationen aus dem entsprechenden Artikel der katalanischen Wikipedia mit dem Stand vom 25. November 2011 (abends) einschließlich der dort gegebenen originären Quellen ergänzt. Nasobema lyricum 09:05, 26. Nov. 2011 (CET)
  7. a b La soprano catalana Montserrat Figueras, nomenada Oficial de l'Ordre Francesa d'Arts i Lletres
  8. La Unesco distingeix el músic Jordi Savall i la soprano Montserrat Figueras com a artistes per la pau
  9. El Govern atorga la Creu de Sant Jordi a prop d'una cinquantena de personalitats i entitats Diari Ara, 12/04/2011
  10. Vilaweb, 25 de novembre de 2011